Alles ruhig an der Franken-Front – Limit bleibt wegen Deflationsgefahr aufrecht

Alles ruhig an der Franken-Front – Limit bleibt wegen Deflationsgefahr aufrecht

Die Devisen-Bestände beliefen sich auf 434,9 Mrd. Franken (352,86 Mrd. Euro), verglichen mit revidiert 434,8 Mrd. Franken im Juni, wie die SNB in Zürich am Mittwoch auf ihrer Internetseite berichtete. Die Positionen, die gemäß den Standards des Internationalen Währungsfonds zu Beginn eines jeden Monats berechnet werden, erreichten im Mai ein Allzeithoch von 444 Mrd. Franken.

Die SNB, die im September 2011 einen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro einführte, hat zur Verteidigung dieser Deckelung Fremdwährungsreserven in Höhe von etwa drei Vierteln des Jahres- Bruttoinlandsprodukts der Schweiz angehäuft.

Eine Abschaffung des Mindestkurses liege noch in weiter Ferne, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan bei der jüngsten Überprüfung der Geldpolitik der Notenbank am 20. Juni. Die SNB verwies zur Rechtfertigung der Deckelung auf die Deflationsgefahr, sie rechnet mit einem Rückgang der Verbraucherpreise von 0,3 Prozent in diesem Jahr.

Im Juli waren die Verbraucherpreise überraschend unverändert gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat, nachdem sie 21 Monate gesunken waren. Ökonomen hatten in einer Bloomberg-Umfrage im Median einen Jahresrückgang von 0,1 Prozent prognostiziert.

Im Juli hat der Franken gegenüber dem Euro etwa 0,2 Prozent verloren und gegenüber dem Dollar zwei Prozent an Wert gewonnen, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht.

Trotz der Rezession im benachbarten Euroraum ist die Schweizer Wirtschaft weiter gewachsen und die SNB erwartet eine Expansion von ein Prozent bis 1,5 Prozent in diesem Jahr.

Die Binnennachfrage ist der größte Wachstumstreiber, auf sie entfielen im vergangenen Jahr etwa 57 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der KOF-Index, der die Entwicklung der Volkswirtschaft in etwa sechs Monaten abzubilden versucht, signalisiert eine Aufhellung der Konjunkturaussichten, er stieg im Juli den vierten Monat in Folge.

Ende des zweiten Quartals hielt die SNB 48 Prozent der Reserven in Euro, 27 Prozent in Dollar und 9 Prozent in Yen. Der größte Teil ist in Staatsanleihen mit einer Spitzenbonitätsnote investiert und 15 Prozent in Aktien. Die Allokation war gegenüber dem ersten Quartal wenig verändert.

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