Schweizer Franken: SNB bleibt bei Euro-Mindestkurs von 1,20

Aufatmen bei den österreichischen Fremdwährungskreditnehmern: Die Schweizer Nationalbank hält dem schwachen Euro weiter einen Mindest-Wechselkurs von 1,20 Schweizer Franken entgegen.

Schweizer Franken: SNB bleibt bei Euro-Mindestkurs von 1,20

Der Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken bliebt weiter unverändert.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält am Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken fest. Entsprechend belässt sie den Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent. Für 2015 rechnet sie mit einem Wachstum der Schweizer Wirtschaft von rund 2 Prozent.

Die SNB zeigt sich damit für die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP) im Vergleich zu anderen Konjunkturprognosen eher optimistisch. Für das laufenden Jahr rechnet sie mit einem Wachstum von 1,5 bis 2 Prozent. Im September hatte sie die BIP-Prognose noch von rund 2 auf knapp 1,5 Prozent gesenkt.

Der Franken sei nach wie vor hoch bewertet und die Deflationsrisiken hätten nochmals zugenommen, teilte die SNB am Donnerstag mit. Für das laufende Jahr rechnen die Schweizer Währungshüter mit im Durchschnitt unveränderten Konsumentenpreisen (+0,0 Prozent).

Für 2015 senkten sie die Teuerungsprognose gar von +0,2 auf -0,1 Prozent. Auch 2016 sieht die SNB einen leicht geringeren Preisauftrieb von 0,3 Prozent, nachdem sie im September noch von 0,5 Prozent ausgegangen war.

Währungspolitisches Instrument

Der Mindestkurs bleibe das zentrale Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen zu verhindern, bekräftigte die SNB. Sie werde ihn weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen und sei bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Auch ist sie bereit, bei Bedarf unverzüglich weitere Maßnahmen zu ergreifen, wie die Nationalbank erklärte.

Der Euro stürzte unmittelbar nach der Entscheidung auf 1,2014 Fr. ab. Er blieb dann zunächst unter 1,2020 Franken. Davor hatte die Gemeinschaftswährung zwischen 1,2028 und 1,2038 Franken geschwankt.

Seit Mitte November pendelte der Euro um die Marke von 1,2020 Franken. Auch nach dem wuchtigen Nein des Stimmvolkes zur Goldinitiative, welche die Geldpolitik der SNB eingeschränkt hätte, blieb die Gemeinschaftswährung nahe beim Mindestkurs.

Grund für die neuerliche Euro-Schwäche sind die Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB), sie prüfe im Kampf gegen eine mögliche Deflation eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Dabei stehen auch erstmals Käufe von Staatsanleihen zur Debatte.