Wirtschaftswachstum lockt Investoren in Pfund, Euro und Franken

Wirtschaftswachstum lockt Investoren in Pfund, Euro und Franken

Pfund, Euro und Franken sind unter jenen fünf Devisen, die sich in den letzten drei Monaten in einer Gruppe von 16 Währungen weltweit am besten entwickelt haben. Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, der Schweiz und aus Großbritannien wiesen die größten positiven Abweichungen gegenüber den Erwartungen auf, zeigt der von Citigroup erstellte Economic Surprise Index. Dagegen bildeten die Devisen von Australien und Neuseeland in dieser Auswertung die Schlusslichter, nachdem Daten unter den Erwartungen geblieben waren.

“Grundlegende Faktoren spielen wieder eine Rolle”, schrieb Kiran Kowshik, Devisenstratege bei BNP Paribas in einer Antwort auf Fragen von Bloomberg News am 19. August. “Rückläufige Erwartungen hinsichtlich einer anhaltend lockeren Geldpolitik der US-Notenbank und eine Herabstufung des Wachstums in China - die beiden Triebfedern seit 2009 - lassen zugrundeliegende Fundamentaldaten deutlicher hervortreten”, ergänzte Kowshik.

Während die Fed Vorbereitungen trifft, ihre Anleihekäufe im Umfang von monatlich 85 Mrd. Dollar zu reduzieren, wenden sich Investoren von Devisen ab, deren Volkswirtschaften eine rückläufige Dynamik oder Leistungsbilanzdefizite aufweisen. Schwellenländer sehen Abflüsse. Die 20 meist gehandelten Währungen dieser Ländergruppe haben in den vergangenen drei Monaten um fünf Prozent abgewertet. Das ist der größte Verlust auf Quartalssicht seit September 2011, zeigen die von Bloomberg ausgewerteten Daten weiter.

“Zwischen 2004 und 2007 drehte sich alles um die unterschiedlichen Zinssätze und eine vorhersehbare Geldpolitik”, so Kowshik weiter. Nach der Krise 2008 sei es zu liquiditätsgetriebenen Bewegungen gekommen, angetrieben von der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank.

Ökonomen erwarten, dass sich das Wachstum der US-Wirtschaft im kommenden Jahr auf 2,7 Prozent beschleunigen wird, nach 1,6 Prozent 2013. Für China sehen die Volkswirte 2013 7,5 Prozent Wirtschaftswachstum, nach einer Median-Schätzung von acht Prozent im Mai, zeigen von Bloomberg ausgewertete Daten weiter.

Während der Gleichschritt der Volkswirtschaften nachlässt, steigt der JPMorgan Global FX Volatility Index. Der Gradmesser sprang auf 11,96 Zähler im Juni, der höchste Wert in zwölf Monaten. Noch im Dezember lag der Wert auf einem Jahrestief von 7,05 Punkten.

Antriebsfeder Konjunktur

“Wenn ich eine Antriebsfeder herausfiltern müsste” für die Devisenmärkte, “wären es die Wirtschaftsdaten”, sagte Adnan Akant, leitender Investmentstratege für Devisen bei Fischer Francis Trees & Watts Inc. in New York, in einem Interview am 21. August. Sichtbar sei dies bereits in Großbritannien, wo die Daten einen stärkeren Einfluss hätten als die Lenkung der Zinserwartung durch die Bank of England.

Englands Notenbankgouverneur Mark Carney hat im August erklärt, er gehe davon aus, mit einer Anhebung der Leitzinsen in Großbritannien mindestens bis 2016 zu warten. Derzeit markieren die Zinsen ein Rekordtief von 0,5 Prozent. Gleichwohl deuten jüngste Daten an, es könnte schwierig werden, diese Zusage einzuhalten. Die in diesem Monat vorgelegten Arbeitsmarktdaten für Juni waren besser als erwartet.

Das Pfund verzeichnete in der Gruppe der wichtigsten Währungen den fünftgrößten Schub gegenüber dem Dollar in den vergangenen drei Monaten und wertete um 3,5 Prozent auf. Den ersten Rang nahm der Schweizer Franken ein, der um 5,6 Prozent aufwertete. Der Euro legte um 3,7 Prozent zu. Die Wirtschaft der Eurozone schaffte es im zweiten Quartal aus der Rezession, zeigten im August veröffentlichte Daten. Es war die längste Rezession seit Bestehen der Währungsunion.

Auf 60 Tage lag die Korrelation zwischen dem Bloomberg US- Dollar Index und dem Economic Surprise Index für die USA am Mittwoch bei minus 0,06 Prozent. Für den Zeitraum von 365 Tagen war die Korrelation null. Werte von eins deuten auf eine Bewegung im Gleichschritt, minus eins auf gegenläufige Bewegungen.

Angesichts der Zinssenkungen auf rekordtiefe Niveaus durch die Notenbanken ist auch die Bedeutung von sogenannten Carry- Trade-Strategien am Devisenmarkt in den Hintergrund getreten. Denn Voraussetzung für diese Geschäfte sind beträchtliche Zinsdifferenzen. Derzeit wird es immer schwieriger, Gewinne zu erzielen, indem Kredite in Niedrigzinswährungen aufgenommen werden und Devisen aus Volkswirtschaften dafür gekauft werden, die höhere Zinserträge bieten. Der G10 FX Carry Basket, der die zehn weltweit wichtigste Devisen umfasst und von Deutsche Bank AG zusammengestellt wird, hat in den vergangenen drei Monaten neun Prozent nachgegeben. Bei 111,22 Zählern bewegt sich der Wert des Währungskorbs über 25 Prozent unter dem Rekordwert, der im Juli 2007 markiert worden war, kurz vor dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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