Wie Schiefergas die Welt der Energie revolutioniert...

Wie Schiefergas die Welt der Energie revolutioniert...

Durch die Ausbeutung dieser sogenannten unkonventionellen Lagerstätten können einige Staaten, die bislang von Öl- und Gas-Importen abhängig sind, zu Exporteuren aufsteigen. Gleichzeitig erwarten Börsianer durch das Zusatz-Angebot fallende Preise, die wiederum der Konjunktur Auftrieb geben.

"Die Diskussion darüber hat in den vergangenen ein, zwei Monaten explosionsartig zugenommen", sagt ING-Volkswirt Simon Quijano-Evans. Grund seien die positiven Erfahrungen in den USA. Dank großer Schiefer-Lagerstätten werden die USA 2015 Russland bei der Gas-Förderung überholen, prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA). Zwei Jahre darauf dürften die USA Saudi-Arabien bei der Ölproduktion überflügeln und 2035 von Energie-Importen komplett unabhängig sein.

Schieferöl und -gas wird mit Hilfe des sogenannten "Fracking" gewonnen. Dabei werden die Rohstoffe mit Horizontalbohrungen unter Einsatz von hohem Druck und Chemikalien aus dem Schiefergestein gelöst. Die dafür notwendige Technik steht erst seit einigen Jahren zur Verfügung. Außerdem lohnte sich der Abbau wegen der vergleichsweise hohen Kosten lange Zeit nicht.

Die Gewichte verlagern sich

Bislang trennen Investoren Länder in Rohstoff-Exporteure wie Russland oder Brasilien und Rohstoff-Importeure wie China oder Indien. Diese Grenze dürfte in den kommenden Jahren wohl neu gezogen werden. So könnte China - bislang Top-Kunde für Öl und Gas - zu einem Netto-Exporteur aufsteigen. Experten vermuten im "Reich der Mitte" die weltweit größten Vorkommen an Schieferöl und -gas.

Aber auch Europa könnte vor einem Rohstoff-Boom stehen. Die Informationsabteilung des US-Energieministeriums (EIA) schätzt, dass die Schiefergas-Reserven Rumäniens, Bulgariens und Ungarns den jährlichen Erdgas-Bedarf ganz Europas übertreffen. In Polen, Mexiko oder Argentinien werden ebenfalls größere Lagerstätten vermutet.

Gleiches gilt übrigens für Deutschland. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) taxiert die förderbare Gasmenge auf bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter. Zum Vergleich: Den Angaben des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung zufolge werden hierzulande jährlich 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht.

Steigende Steuereinnahmen – fallende Energie-Preise

Unabhängigkeit von Energie-Importen ist aber nicht der einzige Aspekt, der die entsprechenden Länder für Investoren attraktiver macht. Den Staaten winken Steuereinnahmen der Förderfirmen und eine Verbesserung der Handelsbilanz durch den Export der Rohstoffe.

Doch selbst Länder, die über keine Lagerstätten verfügen, können von der "Schiefergas-Revolution" profitieren, betont Giordano Lombardo, der die Anlage-Entscheidungen bei Pioneer Investments verantwortet. Er rechne durch das Zusatz-Angebot von Öl und Gas mit fallenden Preisen. "Die Türkei wird wohl gemeinsam mit Indien zu den größten Nutznießern gehören", fügt er hinzu. Die beiden Länder sind fast zu 100 Prozent von Energie-Importen abhängig. Für ihn ist die Türkei einer der attraktivsten Märkte 2013.

Doch ein Preisverfall ist alles andere als ausgemacht. Einige Experten gehen davon aus, dass die Erträge der unkonventionellen Lagerstätten nicht ausreichen, um den steigenden Bedarf und den Produktionsrückgang bei der Ausbeutung konventioneller Öl- und Gasfelder auszugleichen. So reicht in einer Reuters-Umfrage die Prognose für den Preis eines Barrels (Fass zu 159 Liter) der richtungsweisenden Öl-Sorte Brent im Jahr 2020 von 70 bis 184 Dollar.

Nicht von heute auf morgen

Unabhängig davon brauchen Anleger auf jeden Fall einen langen Atem. Denn bis zur Erschließung neuer Lagerstätten vergehen meist mehrere Jahre. So wird sich die Schiefergas-Förderung in Polen frühestens 2020 mit einem deutlichen Rückgang des dortigen Gaspreises bemerkbar machen, schreiben die Analysten der Rating-Agentur Fitch in einem Kommentar.

Andere Staaten wie China haben den Trend bislang verschlafen. "Sie sind noch drei bis fünf Jahre von einer nennenswerten Ausbeutung entfernt, weil sie bislang schlicht noch nicht viel unternommen haben", sagt Ewen Cameron Watt, Chef-Anlagestratege beim Blackrock Investment Institute.

Einige Lagerstätten werden vielleicht auch gar nicht ausgebeutet. Denn wegen möglicher Umweltschäden wächst in vielen Teilen der Erde der Widerstand gegen "Fracking". In Deutschland haben sich bereits Bürgerinitiativen formiert. Auch das Bundesumweltamt warnt vor den Risiken. In Rumänien gibt es ein Moratorium. Umwelt-Aktivisten fordern einen Bann der Schiefergas-Förderung und die Annulierung einer entsprechenden Förderlizenz des US-Konzerns Chevron.

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