Wie der Italiener De’Longhi mit Cappuccino zum Milliardär wurde ...

Wie der Italiener De’Longhi mit Cappuccino zum Milliardär wurde ...

Guter Kaffee wird immer mehr zu einer Frage des Lebensstils, sagt die Sport-Beraterin Holly Woodford. Sie nippt in einer Londoner Kaffeebar an einem Cappuccino für 2,60 Pfund (3,10 Euro). Bei ihr zu Hause steht eine Espresso-Maschine von De’Longhi, die umgerechnet gut 300 Euro gekostet hat und die mit Gourmet-Kaffee zu je 11 Euro das Päckchen gefüttert wird.

Die Begeisterung für Cappuccino und guten Kaffee hat mit dazu beigetragen, dass Giuseppe De’Longhi, der Gründer und Chairman von De’Longhi, mittlerweile Milliardär ist. Der Aktienkurs des Unternehmens mit Sitz in Treviso ist seit Ende 2007 um mehr als 250 Prozent gestiegen, wodurch De’Longhi, der 67 Prozent des Konzerns besitzt, auf ein Nettovermögen von mindestens 1,5 Mrd. Euro kommt. Das geht aus dem Bloomberg Billionaires Index hervor.

Nach Verkaufszahlen ist das Unternehmen mittlerweile Europas drittgrößter Hersteller von Kaffeemaschinen. De’Longhi selbst ist bislang noch in keinem internationalen Wohlstands-Ranking aufgetaucht.

Bullenmarkt für Kaffeemaschinen seit einem Jahrzehnt

Die weltweit wachsende Nachfrage nach hochwertigen Koffeinprodukten hat zu einem seit einem Jahrzehnt anhaltenden Bullenmarkt für Hersteller von Kaffeemaschinen geführt. Der Markt für Maschinen für den Hausgebrauch erreichte 2012 ein Volumen von 6,7 Mrd. Dollar, hat die Analysefirma Euromonitor International errechnet. Gegenüber 2007 ist das ein Zuwachs von 47 Prozent.

“Guten Kaffee zu trinken ist zu einer Frage des Lebensstils geworden”, bestätigt David Veal, Executive Director des Branchenverbands Speciality Coffee Association of Europe. “Menschen, die eine gute Tasse Kaffee trinken wollen, möchten diese Erfahrung auch bei sich zuhause machen - und dort treten Unternehmen wie De’Longhi auf den Plan.”

Die De’Longhi-Familie eröffnete 1902 einen Laden für Holzöfen in Treviso, einem Städtchen nördlich von Venedig. Aus der Region kommen auch der Prosecco und die Modefirma Benetton Group SpA. Mit dem Verkauf von Kaffeemaschinen begann De’Longhi 1990. Mittlerweile werden mehr als 150 Modelle angeboten zu Preisen von weniger als 150 Euro bis mehr als 2000 Euro. Das Modell Primadonna Exclusive wird in Deutschland für rund 1800 Euro verkauft und verfügt über zwei Tassenwärmer und einen Farb- Touchscreen.

Solche hochpreisigen Modelle haben - zusammen mit den Maschinen für Nespresso-Kapseln - mit dazu beigetragen, dass auf die Kaffeemaschinen-Sparte von De’Longhi mit 597 Mio. Euro im Jahr 2012 rund 39 Prozent des Konzernumsatzes entfiel. Im Jahr 2002 waren es lediglich zehn Prozent.

De’Longhi selbst ist in den 70ern und hält die Aktien an seinem Unternehmen über die Investmentgesellschaft De’Longhi Soparfi mit Sitz in Luxemburg, die wiederum durch seinen Long E Trust kontrolliert wird - und dieser hat seinen Sitz auf der britischen Kanalinsel Jersey, wie aus den Unterlagen zum Börsengang 2001 hervorgeht.

250 Millionen Euro an Dividenden

Seit das Unternehmen im Juli 2001 an die Börse in Mailand ging, hat De’Longhi etwa 250 Mio. Euro an Dividenden erhalten. Er verkaufte im November 2012 etwa 12 Mio. Aktien, rund acht Prozent des Aktienkapitals, für 114 Mio. Euro.

Vertreter von De’Longhi wollten auf Anfragen von Bloomberg weder telefonisch noch per E-Mail zu den Informationen Stellung beziehen.

Für die Zukunft sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt und sieht Kaffeemaschinen auch weiterhin als “Haupt- Antriebsmotor” für sein Wachstum, wie Fabio De’Longhi, der Sohn von Giuseppe und Konzernchef des Unternehmens, im Mai 2013 im Rahmen der Bilanzvorstellung erklärte.

“Kaffee ist ein Produkt, mit dem Sehnsüchte verbunden werden. Viele Menschen identifizieren sich damit”, erklärte Fabio De’Longhi im Januar 2013 gegenüber der Financial Times. “Zurzeit werden etwa 50 Millionen Kaffeemaschinen pro Jahr verkauft, und es besteht eine gute Chance, dass sich diese Zahl in den nächsten zehn Jahren verdoppelt.” De’Longhi wolle sich einen großen Teil dieser neuen Möglichkeiten sichern, fügte er hinzu.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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