Wie lange hält das Düngemittel-Kartell?

Wie lange hält das Düngemittel-Kartell?

Unruhe am Düngemittelmarkt: Bisher drosseln die weltweit dominierenden Hersteller bei Bedarf die Produktion und sorgen so stets für auskömmliche Preise. Doch in den Vorstandsetagen gibt es Zweifel, wie lange sich dieses Modell noch aufrechterhalten lässt.

Einerseits kämpfen große Abnehmerländer wie China und Indien immer aggressiver für niedrige Preise. Zum anderen drängen neue Hersteller auf den Markt für Kali-Düngemittel - und könnten damit die seit vielen Jahren bestehenden Strukturen in der Branche aufbrechen.

Derzeit stammen rund 70 Prozent der weltweiten Kali-Düngemittelexporte von den Handelsgesellschaften Canpotex und BPC. Zu Canpotex gehören Branchenprimus Potash, sein kanadischer Wettbewerber Agrium und der US-Hersteller Mosaic. Bei BPC haben sich Uralkali aus Russland und Belaruskali aus Weißrussland zusammengeschlossen. In den kommenden Jahren könnte sich dieses Kräfteverhältnis jedoch ändern. Denn nicht nur kleine Start-Up-Firmen und der deutsche Hersteller K+S wollen neue Minen eröffnen, sondern auch der Rohstoffgigant BHP Billiton.

Sollte der Marktanteil von Canpotex und BPC in der Folge auf 50 Prozent sinken, würden sich die Produzenten wohl nicht mehr an den Grundsatz "Preis vor Menge" halten und bei Bedarf die Produktion drosseln, glaubt Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner. Er geht davon aus, dass es im Kali-Markt dann zu einem Verdrängungskampf wie in vielen anderen Industriezweigen kommt. "Entscheidend im Wettbewerb werden dann die Produktionskosten und die Kosten für den Ausbau von Kapazitäten sein", sagte er zu Reuters. Sollten viele neue Minen eröffnet werden, könne es zu einem Überangebot kommen. Konkurrent Potash geht davon aus, dass die weltweiten Kali-Produktionskapazitäten bis 2017 um rund ein Viertel auf 77 Millionen Tonnen steigen werden.

Anspruch und Wirklichkeit

Sollte das zu einem Überangebot führen und der Kali-Preis fallen, würde das auch K+S zu spüren bekommen. Der Preis, auf den sich die großen Hersteller in monatelangen Verhandlungen mit den Hauptabnehmern aus Asien einigen, habe schließlich Signalwirkung für die gesamte Branche, betont DZ-Bank-Analyst Heinz Müller. "K+S kann seinen Kunden schlecht erklären, dass sie in Europa deutlich mehr bezahlen sollen."

Ob es tatsächlich zu einem schärferen Wettbewerb kommt, ist aus Sicht von Müller aber noch lange nicht entschieden. "Denkbar ist das sicher, aber ich glaube nicht, dass es in naher Zukunft dazu kommen wird." Brancheninsider gehen davon aus, dass die großen Hersteller ihre Entscheidung davon abhängig machen, wie viele neue Kali-Minen in den nächsten Jahren den Betrieb aufnehmen. Die Zahlen der angekündigten und der tatsächlich eröffneten Minen klaffen in der Branche nämlich stets weiter auseinander.

Viele Projekte werden begraben, weil Firmen nicht das nötige Geld für die Erschließung zusammenbekommen oder weil sich die kostspieligen Projekte angesichts gesunkener Kali-Preise nicht mehr rechnen. Der Marktpreis für Kali müsse mindestens 550 bis 600 Dollar je Tonne betragen, damit sich der Markteintritt für neue Konkurrenten lohne, sagt Agrium-Chef Mike Wilson. Derzeit liegt der Preis nur bei etwa 460 Dollar.

Showdown im Sommer

Der brasilianische Rohstoffgigant Vale hat die Eröffnung von Kali-Minen in Kanada und Argentinien kürzlich bereits aufgeschoben, auch ein Projekt des russischen Konzerns EuroChem verzögert sich. Mit Spannung wartet die Branche nun, ob Konkurrent BHP Billiton an der Eröffnung der weltgrößten Kali-Mine Jansen in Kanada festhält. Das Führungsgremium des Konzerns will im Sommer über den Fortgang des Mega-Projekts entscheiden. In Spitzenzeiten könnte BHP Billiton aus der Jansen-Mine acht Millionen Tonnen Kali pro Jahr fördern - das ist gut eine Million mehr, als K+S derzeit in allen seiner Minen produziert.

K+S als kleiner Anbieter hat selbst kaum Einfluss, ob sich die Strukturen in der Kali-Branche in den kommenden Jahren grundlegend ändern. Der Konzern muss damit leben, was beim Kräftemessen von BHP, Potash und Co. herauskommt. Seine eigene Kali-Mine in Kanada, die Ende 2015 den Betrieb aufnehmen und in Spitzenzeiten 2,9 Millionen Tonnen Kali pro Jahr fördern soll, will der Konzern in jedem Fall in Betrieb nehmen.

"Ich glaube nicht, dass wir die Ellbogen ausfahren müssen, um diese Mengen im Markt unterbringen", sagte K+S-Chef Norbert Steiner kürzlich im "Handelsblatt"-Interview. Für den größten europäischen Düngemittelhersteller ist die neue Mine in Kanada im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. Die Kali-Vorkommen in den bestehenden Minen von K+S in Deutschland werden in drei bis vier Jahrzehnten ausgebeutet sein.

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