USA: Die neue Dimension der Energieverschwendung und Umweltzerstörung

Die USA könnten wieder zu einem Netto-Exporteur von Öl oder gar Erdgas werden. Wirtschaftsexperten haben wegen der boomenden Ölschiefer-Fracking-Industrie in den Vereinigten Staaten sogar schon ein Zeitalter der "Re-Industrialisierung" im Visier. Doch Fracking, das heißt auch Abfackeln von billigem Gas.

USA: Die neue Dimension der Energieverschwendung und Umweltzerstörung

Mittlerweile ist die Bakken-Formation im sonst ziemlich menschenleeren US-Staat North Dakota von Satelliten im Weltall wegen der Flammen genauso hell auszumachen wie die Großstadtkonglomerate Minneapolis-St. Paul oder Chicago.

"Unternehmen im Herzen des US-Ölschiefer-Booms fackeln genauso viel unerwünschtes Gas ab wie notwendig wäre, um die Häuser von Chicago und die US-Hauptstadt Washington mit Energie zu versorgen - mit einer Praxis, die sowohl wachsende Besorgnis über die Verschwendung von Ressourcen als auch für die Umwelt hervorruft", war am Montag in der "Financial Times Europe" zu lesen.

Binnen nur einem Jahr sei das Volumen des einfach nutzlos verbrannten Gases in North Dakota um 50 Prozent gestiegen. Im Staat Texas sei die Zahl der Lizenzen für das Abfackeln von 306 im Jahr 2010 auf 1.963 im Jahr 2012 erhöht worden. Dort gingen im Frühjahr 2012 schon Gasmengen für die Versorgung von 400.000 Haushalten als Verbrennungsgase in die Luft. Die USA lägen weltweit schon an der fünften Stelle in der Rangliste der "schlechtesten" Staaten in dieser Hinsicht - nach Russland, Nigeria, Iran und dem Irak.

Umwelt-Irrsinn

Wenn Wirtschaftsmanager wie der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, bereits an der Durchführbarkeit der Energiewende Zweifel wegen der plötzlich billiger werdenden fossilen Brennstoffen aus neuen Quellen (besonders aus Sand und Schiefer) anmelden, so steckt dahinter wohl auch eine neue Belastung für die Umwelt, abgesehen von den schon bisher kritisierten Technologien, die beim Fracking zur Anwendung kommen.

Die "Financial Times": "Das Abfackeln ist das Resultat eines in großen Teilen Nordamerikas niedrigen Gaspreises, der es unwirtschaftlich macht, Pipelines und Tanks zu bauen, um die bei der Ölproduktion anfallenden Gasmengen zu managen."

Das Fracking scheint damit auch ältere Bemühungen, der Verschwendung und Abgasbelastung durch das Abfackeln von Erdgas etc. ein Ende zu bereiten, zu überlaufen: Zwischen 2005 und 2010 sanken die Volumina auf Druck von Weltbank und Umweltschutz um 20 Prozent. Im Jahr 2011 gab es laut der Wirtschaftszeitung wieder einen kleinen Anstieg - wegen des starken Anstiegs in den USA.