"Toter Monat" für Rohstoffe

"Toter Monat" für Rohstoffe

Rohstoffe sind dabei hinter anderen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und dem US-Dollar zurückgeblieben. Gleichzeitig ist die Weltwirtschaft so langsam gewachsen wie zuletzt im Rezessionsjahr 2009.

Der aus den 24 wichtigsten Rohstoffen berechnete Standard & Poor’s GSCI Total Return Index ist im Lauf des Oktobers um 4,1 Prozent gefallen und hat damit sämtliche in diesem Jahr erzielten Gewinne aufgezehrt. Es war der zweite monatliche Rückgang in Folge und auf Jahressicht ergibt sich nun ein Minus von 0,7 Prozent. Der Welt-Aktienindex MSCI All-Country World Index gab 0,6 Prozent nach, während der US-Dollar-Index mit einem Minus von 0,02 Prozent nahezu stabil blieb. Anleihen aller Klassen lieferten positive Ergebnisse, wie der Global Broad Market Index der Bank of America Merrill Lynch belegt.

Gelitten hat auch der Optimismus der Anleger. Der Internationale Währungsfonds IWF hat die eigene Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum gekürzt und die US-Notenbank Federal Reserve sieht Belastungen der Weltwirtschaft als “deutliche Abwärtsrisiken”. China unterbreitete das siebte Quartal in Folge niedrigere Wachstumsraten, in der Eurozone schrumpften Industrie und Dienstleistungssektor stärker als zuvor erwartet. “Es ist den Märkten klar geworden, dass zu wenig Wachstum weiterhin in der ganzen Welt ein Problem ist”, sagte Vermögensverwalter Michael Cuggino von Pacific Heights Asset Management in San Francisco. Als Rohstoffinvestor sei nunmehr klar, dass eine wachsende Nachfrage zunächst ausbleiben wird, sagte sein Kollege Peter Sorrentino von Huntington Asset Advisors in Cincinnati.

Ölpreis rasselt 6,5 Prozent abwärts

Alleine der Preis für Rohöl ist im Oktober um 6,5 Prozent auf 86,24 Dollar je Barrel WTI an der Nymex gefallen und damit so stark wie seit Mai nicht mehr. Die Mehrproduktion in den USA hatte die Lagerbestände auf Saisonhöchststände geschoben, die seit 30 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Mit 6,61 Mio. Barrel erreichte die US-Produktion den höchsten Wert seit Mai 1995. Neue Fördermethoden - darunter das in Europa umstrittene so genannte Fracking in den Bundesstaaten North Dakota, Texas und Oklahoma - trugen dazu bei.

Von den 24 Rohstoffen im GSCI-Index sind 20 im Oktober gefallen. Gold verlor 3,1 Prozent und verzeichnete den ersten Preisrückgang seit fünf Monaten. Der Nickelpreis sackte an der London Mercantile Exchange um zwölf Prozent ab - das erste Minus seit drei Monaten - und der Zinkpreis erlitt mit minus elf Prozent den höchsten Monatsverlust in diesem Jahr.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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