Silber crasht – Weder Edel- noch Industriemetall zieht bei Investoren

Silber crasht – Weder Edel- noch Industriemetall zieht bei Investoren

Der Silber-Preis ist um 28 Prozent eingebrochen. Das Vertrauen in Edelmetalle wie Gold aber auch Silber als Anlage zum Werterhalt des Vermögens schwindet. Zudem belastet die Aussicht auf schwächeres Wirtschaftswachstum die Silber-Nachfrage aus der Industrie.

In einer Umfrage von Bloomberg im Dezember hatten Investoren Silber in diesem Jahr einen Preisanstieg um 33 Prozent vorausgesagt. Tatsächlich ist der Preis auf 22 Dollar je Unze gefallen und der Wert der Silberpositionen ist um 5,2 Mrd. Dollar abgeschmolzen. Silber steht vor der schlechtesten Entwicklung seit 1984.

Selbst wenn Silber nach der aktuellen Median-Prognose von 14 Befragten bis zum 31. Dezember noch eine Rally bis auf 23,50 Dollar je Unze hinlegen sollte, wäre das noch ein Verlust von 23 Prozent in diesem Jahr. Im April war Silber in einen “Bärenmarkt” geraten, ebenso wie Gold, und der Preis liegt nun 56 Prozent unter dem Rekord bei 49,8044 Dollar je Unze aus dem April 2011. Ein Bärenmarkt wird definiert durch einen Preisrutsch von 20 Prozent sei dem letzten Hoch.

“Silber ist ins Kreuzfeuer geraten zwischen seiner Bedeutung als Edelmetall und als Industriemetall”, sagt John Stephenson, Senior Vice Präsident und Fondsmanager bei First Asset Investment Management in Toronto. "Seit die Investoren Gold verkaufen, verliert auch Silber an Glanz. Und bevor die Investoren anfangen können, Silber als Industriemetall anzusehen, brauchen wir ein ausreichendes Wirtschaftswachstum."

Eigentlich gute Gründe für eine Rally

Analysten hatten mehrere Gründe, dem Silberpreis eine Rally vorauszusagen: Zum einen sollten Turbulenzen die Nachfrage nach Edelmetallen als Schutz vor Inflation und Währungsverfall antreiben, zum anderen sollte anziehendes Wirtschaftswachstum der Silber-Nachfrage von Seiten der Industrie Schub geben. Doch der Preiseinbruch bei Gold, stabile Verbraucherpreise und wachsende Sorgen im Hinblick auf die Konjunkturstärke sorgten stattdessen dafür, das Silber weniger attraktiv wurde.

Der Preisrutsch bei Silber übertrifft auch den Verlust von 17 Prozent bei Gold in diesem Jahr. Der Goldpreis hat Kurs auf den ersten Jahresverlust seit 2000 genommen. Auch für andere Rohstoffe ist es dieses Jahr bergab gegangen: Der 24 Rohstoffe umfassende Standard & Poor’s GSCI-Index fiel um 2,6 Prozent und kommt damit seit dem Hoch im vergangenen Jahr auf ein Minus von 12,5 Prozent.

Die Bestände in den mit Silber unterlegten börsengehandelten Produkten (ETP) sind indes dieses Jahr noch wenig verändert. Dagegen sanken die Bestände der Gold-ETP um 19 Prozent, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Die Silber-Investments liegen bei 18.918 Tonnen im Wert von 13,3 Mrd. Dollar. Das reicht aus, um den weltweiten Silberbedarf für Schmuck und Silberwaren für fast drei Jahre abzudecken. Der Wert der Gold-ETF brach dagegen um 33 Prozent ein auf 94,6 Mrd. Dollar.

Für Investoren ist Silber eher ein Edelmetall

Bislang behandeln Investoren Silber eher wie ein Edelmetall und weniger als ein Industriemetall. Der Korrelations-Koeffizent über 30 Wochen zu Gold liegt bei 0.85 im Vergleich zu 0.68 im Jahr 2011. Ein Wert von 1 bedeutet vollen Gleichschritt.

Die historische 60-Tage-Volatilität von Silber hatte im April ein Elf-Monats-Hoch erreicht, als Silber in einen Bärenmarkt fiel - den elften innerhalb von neun Jahren - und stieg seither weiter. Die Volatilität liegt nun bei 37 Prozent im Vergleich zu 29 Prozent bei Gold.

“Die Stimmung der Investoren wird weiterhin gedrückt bleiben - ebenso wie bei Gold - und das wirkliche Risiko liegt in der weiteren Liquidierung von ETP”, sagt Jeremy Baker, Leitender Rohstoffstratege bei Harcourt Investment Consulting AG in Zürich. “Es gibt in einigen industriellen Bereichen eine ordentliche Nachfrage, aber wir müssen erst ein deutliches Anziehen sehen, bevor das durchschlägt.”

“Da die Fed den Markt weiter herunter reden und die quantitative Lockerung zurückschrauben wird, belastet sie die Edelmetalle”, sagt Scott Gardner, Vermögensverwalter bei Verdmont Capital in Panama City. “Es macht die Märkte nervös, dass die Fed über ein Zurückfahren der Lockerung redet. So lange wir keinen deutlichen Anstieg beim Goldpreis sehen, wird es auch keine Verbesserung beim Silberpreis geben”, ergänzte er.

Nach einer Prognose der Credit Suisse vom Mai könnte der Golpreis binnen eines Jahres auf 1000 Dollar zurückfallen. Goldman Sachs sieht Gold in zwölf Monaten bei 1345 Dollar je Unze. Am Montag kostete die Unze Gold 1389 Dollar.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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