Silber: Solarbranche lässt Preis bald wieder glänzen

Silber: Solarbranche lässt Preis bald wieder glänzen

Der Silberpreis hat im Windschatten der fallenden Gold-Notierungen seit seinem Hoch im Oktober 2012 mehr als 30 Prozent an Wert verloren und befindet sich seitdem auch nachfragebedingt in einem Bärenmarkt. Hoffnung auf eine Trendwende kommt nun aber ausgerechnet von der Solarindustrie.

Im Vorjahr notierte Silber noch bei 35,25 US-Dollar je Feinunze. Heute kostet eine solche nur noch 23,7 Dollar. Alleine seit Jahresbeginn büßte das Edelmetall 22 Prozent seines Wertes ein und erwies sich unter den im Standard & Poor’s GSCI gelisteten 24 Rohstoffen als schlechtester Performer.

Hinzu kommt, dass bei Silber derzeit sowohl die Industrie- als auch die Investmentnachfrage wegbrechen. Erstere etwa ist 2012 von 488 auf 466 Millionen Unzen gesunken. Einen Rückgang verzeichnete auch der Bereich Münzen und Medaillen: Dieser verringerte sich von 118 auf 93 Millionen Unzen. Lediglich die Nachfrage nach Silberschmuck blieb bei 186 Millionen Unzen stabil.

Nachfrage sinkt – Angebot steigt

In Summe sank die Nachfrage nach Silber im vergangenen Jahr von 907 auf 847 Millionen Unzen und liegt somit – mit Ausnahme des Jahres 2009, in dem diese von 896 auf 795 Millionen Unzen einbrach – auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2003. Im Gegensatz dazu stieg das Angebot von Silber 2012 von 1039 auf 1048 Millionen Unzen.

Anders als bei Gold hängt das Silberangebot der Minen kaum vom aktuellen Preis ab. Mehr als zwei Drittel der weltweiten Silberproduktion fallen als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle wie Blei, Zink und Kupfer an. Auf Kupfererze etwa entfallen dabei rund 25 Prozent der gesamten Silbergewinnung. Dies führt dazu, dass sich die Preise von Silber und Kupfer oft parallel entwickeln.

Auch im Investmentbereich leidet das Edelmetall unter einer zurückhaltenden Nachfrage, da spekulative Investoren vermehrt in den Aktienmarkt umschichten. Kaum verwunderlich erwiesen sich laut Credit Suisse die Edelmetalle im April auch als jener Rohstoffsektor, der in puncto Kursentwicklung mit einem Minus von rund zehn Prozent am schlechtesten abschnitt.

Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC zeigen zudem, dass viele Hedgefonds ihre Wetten auf steigende Silberpreise seit dem Hoch um 98 Prozent verringert haben. Aber auch bei der für Silber wichtigen Nachfrage nach Industriemetallen wurde zuletzt aufgrund der anhaltenden Bedenken in Bezug auf das weltweite Wirtschaftswachstum ein Rückgang verzeichnet.

Die Aussichten auf steigende Silberpreise erweisen sich angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen daher eigentlich als eher düster. Dennoch rechnen von Bloomberg befragte Analysten mit einem Preisanstieg auf bis zu 31,25 US-Dollar je Feinunze, was einem Plus von 32 Prozent entspräche. Woher kommt der Optimismus?

Silber profitiert von steigender Nachfrage nach Solarzellen

Unterstützung könnten die Analysten bei ihren Prognosen von Seiten Japans bekommen. Das Land forciert seit der Atomkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 vermehrt alternative Energiequellen, darunter Solarenergie. Und ein Anstieg in diesem Bereich sollte sich auch positiv auf die Nachfrage nach Silber auswirken, welches bei der Produktion von Solarzellen eingesetzt wird.

Um der steigenden Silber-Nachfrage aus der Solarbranche gerecht zu werden, teilte etwa Dowa Holdings – Japans größter Silberproduzent – am Montag mit, dass das Unternehmen seine Produktion in diesem Jahr um 40 Prozent steigern möchte. Insgesamt sollen somit im aktuellen Geschäftsjahr 500 Tonnen Silber produziert werden. Im Vorjahr lag die Produktion bei 357 Tonnen.

Ein weiterer Preistreiber könnte zudem vom zuletzt am Papiermarkt in Ungnade gefallenen Goldpreis kommen. Die anhaltend starke physische Nachfrage sorgt dort zumindest für eine Bodenbildung und leicht steigende Preise. Und: Steigt Gold, dann zieht meist auch Silber nach.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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