Schweden brutal: 18.000 Einwohner müssen Eisenerzmine Platz machen

Schweden brutal: 18.000 Einwohner müssen Eisenerzmine Platz machen

Die Einwohner der schwedischen Stadt Kiruna am Polarkreis packen ihre Habseligkeiten, bevor ihre Häuser von Bulldozern aus dem Weg geräumt werden sollen. Warum? Sie müssen für eine Erweiterung der Eisenerzmine unter der Stadt Platz machen. Denn die Nachfrage nach Eisenerz, vor allem aus China, ist gewaltig.

Am Dienstag eröffnete der staatliche Bergbaukonzern LKAB eine neue Abbaustrecke, die mehr als einen Kilometer unter der Stadt liegt. Dadurch soll die größte zusammenhängende Eisenerz- Lagerstätte der Welt weiter abgebaut werden. Um für die Förderung Platz zu machen, werden viele der 18.000 Einwohner der Stadt einige Kilometer östlich wieder angesiedelt.

Dieses extreme Vorgehen macht deutlich, zu welchen Maßnahmen Staaten und Unternehmen bereit sind, um Zugang zu Rohstoffen zu erhalten, für die Importeure wie China bares Geld bezahlen. Schweden nimmt hier eine Schlüsselposition für die gesamte Region ein, da LKAB 90 Prozent des gesamten Eisenerzes der Europäischen Union produziert.

"Das ist eine nationale Angelegenheit"

“Dieser Schritt ist natürlich notwendig für den weiteren Bergbau in Kiruna”, sagt LKAB-Chef Lars-Eric Aaro im Telefoninterview mit Bloomberg. “Wir sind Schwedens siebtgrößter Exporteur und der drittgrößte Steuerzahler des Landes, dies ist also eine nationale Angelegenheit.”

Das Eisenerz unter Kiruna wurde von LKAB erstmals im 19. Jahrhundert abgebaut, um die industrielle Revolution zu bedienen und Schwedens Wohlfahrtsstaat zu finanzieren. Da die Stadt erst durch den Bergbau entstanden ist und da LKAB ihr größter Arbeitgeber ist, gibt es kaum Widerstand gegen den Umzug. Niklas Siren, der stellvertretende Bürgermeister von Kiruna, schätzt die Zustimmungsquote auf 95 Prozent der Einwohner.

“Wir leben in einer Symbiose und sind voneinander abhängig - die Stadt wurde wegen der Mine gebaut, sonst wäre kein Mensch auf die Idee gekommen, hier eine Stadt zu errichten”, sagt Siren im Interview im Rathaus mit Blick auf die Mine.

Begonnen wird mit der Verlagerung der Innenstadt. Schon in diesem Sommer soll ein neues Rathaus zwei Kilometer östlich gebaut werden. Bis zu 35 Prozent der Stadt müssen verlagert werden, davon 65 Prozent aller Apartments. Insgesamt kann das zwar Jahrzehnte dauern, doch die wichtigsten Teile der neuen Stadt sollen laut Plan 2017 stehen.

Dividende an den Staat wird in Zukunft noch größer werden

Die Dividende, die LKAB an den schwedischen Staat zahlt, entspricht 0,6 Prozent der geschätzten Staatseinnahmen in diesem Jahr. Der Konzern zahlte im vergangenen Jahr 3,77 Milliarden Kronen (442 Millionen Euro) an Steuern. Diese Summe wird wahrscheinlich weiter steigen, da LKAB drei weitere Minen aufmachen und die Produktion von 26,3 Millionen Tonnen 2012 auf mindestens 37 Millionen Tonnen bis 2015 steigern will.

Zwar haben sich Kiruna und der Konzern auf viele Details zum Umzug geeinigt - wie etwa die Lage des neuen 400.000 Quadratmeter großen Stadtzentrums und den neuen Standort der 1912 erbauten hölzernen Kirche - einige Bedenken hat die Stadtverwaltung jedoch noch. Immerhin sind insgesamt 3000 Apartments, 200 Häuser, 380 Hotelzimmer und 200.000 Quadratmeter öffentlicher Raum betroffen, schätzt LKAB.

Die größte Herausforderung ist Siren zufolge, dass die neuen Wohnungen - aufgrund hoher Baukosten - nicht kostspieliger als die alten sein dürfen. LKAB garantiert den Einwohnern einen Kaufpreis für ihre alten Immobilien, der 25 Prozent über dem Marktwert liegt.
“Sollte dieser Betrag für ein neues Eigenheim nicht ausreichen, kommt man um einen Verlust nicht herum”, sagt Siren. “LKAB muss den gesamten Umzug finanzieren, denn sie sind es auch, die den Gewinn daraus schlagen.”

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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