Rohstoff-Gipfel im September in Leoben

Rohstoff-Gipfel im September in Leoben

Das traditionelle Bergbauzentrum Leoben lädt internationale Branchengrößen von 19. bis 21. September zu einem Rohstoffgipfel in die Obersteiermark.

"Wir sind als kleines Land weltweit eine Nummer", betonte der Geschäftsführer des Fachverbandes Bergbau-Stahl in der Wirtschaftskammer Österreich, Roman Stiftner, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA. Der Fachverband ist mit der Koordination des Kongresses betraut - Veranstaltungspartner der EUMICON (European Mineral Resources Conference) 2012 sind die Montanuniversität Leoben und das Wirtschaftsministerium.

Unter den Teilnehmern finden sich Persönlichkeiten wie voestalpine-Chef Wolfgang Eder, der auch Präsident der Tagung ist, OPEC-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri, Physik-Nobelpreisträger Johannes Georg Bednorz, der Chef des Talk-Weltmarktführers Imerys Group, Gilles Michel, und RHI-Chef Franz Struzl. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) wird die dreitägige Konferenz eröffnen.

Die EUMICON ist heuer in den Leobener Bergmannstag mit 1.000 Teilnehmern aus 50 Ländern eingebettet, der seit Jahrhunderten nur alle 25 Jahre stattfindet und wieder mit einer Bergparade am Erzberg endet. Die Abbaustätte feiert am 22. September ihr 1.300-jähriges Bestehen. Am Ende des Gipfels wird ein Papier, die Leobener Deklaration, präsentiert. Darin werden die Kernanliegen und Ziele der Branche festgehalten. Geologisch gesehen sind Rohstoffe laut Stiftner in Europa "noch nicht knapp". Allerdings wünschen sich die Rohstofflieferanten und -verarbeiter eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen, damit Investitionen in europäische Standorte attraktiv bleiben und die Arbeitsplätze in Europa gehalten werden könnten. "Keiner verlässt freiwillig die EU", so der Branchensprecher.

In Europa sei ein Gutteil der Rohstoffe wie etwa Eisenerz, Magnesit, Talk, Salz und Lithium vorhanden, welche die Industrie benötigt, sagte Stiftner. Seltene Erden hingegen gebe es wenig, hier genieße China eine Art Monopolsituation. "Kein Land ist Selbstversorger, deshalb ist ein international fairer Handel so wichtig", strich der Fachverbands-Geschäftsführer die Notwendigkeit von "Rohstoffdiplomatie" hervor. Leider komme es hier aber immer wieder zu Protektionismus.

Ein wunder Punkt sind die Umweltschutzauflagen in der äußerst energieintensiven Branche, die in Europa besonders streng sind und dadurch auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen drücken. "Ich glaube, dass Europa schon ein Höchstmaß an ökologisch nachhaltigem Wirtschaften betreibt", meinte der Fachverbands-Chef. Bei einer weiteren Verschärfung der CO2-Auflagen könne die Branche nur die Produktion zurückfahren oder Arbeitsplätze verlagern. Vermisst wird hier auch Planungssicherheit für künftige Investitionen. Noch ist nicht klar, ob der CO2-Ausstoß in der EU bis 2020 um 20 oder 30 Prozent gesenkt werden muss. "Wenn man die 30 Prozent macht, geht das ohne Produktionskürzungen nicht mehr", so Stiftner. Nur 12 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen stammten aus Europa.

Handlungsbedarf in Österreich ortet der WK-Geschäftsführer bei den Förderbedingungen und bei den Steuergesetzen. Die Prospektion von Lagerstätten etwa sei steuerlich nicht absetzbar. Die öffentliche Hand solle Förderungspakete schnüren und den Bereich Forschung und Entwicklung mit Anreizen ausstatten. Österreich sei schon jetzt bei Recycling und Rohstoffeffizienz führend, brauche für die weitere Verbesserung aber zusätzliche Forschungsgelder. "Wir wollen mit Technologie und Know-how konkurrieren und wir können das aus", betonte Stiftner.

Europaweit sind den Angaben zufolge rund 30 Millionen Arbeitskräfte direkt in der Rohstoffwirtschaft beschäftigt. "Das sind etwa 14 Prozent der Arbeitnehmer in der EU", so Stiftner. Die jährliche Wertschöpfung bezifferte der heimische Branchensprecher mit 1.300 Mrd. Euro. In Österreich stünden rund 30 Prozent der gesamten Wertschöpfung direkt oder indirekt mit Rohstoffen in Verbindung.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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