Preisabsprache – Mineralölkonzerne im Visier der Kartellfahnder

Preisabsprache – Mineralölkonzerne im Visier der Kartellfahnder

Die Diskussion, ob die Ölpreise bewusst manipuliert werden, dürfte nun durch die Ermittlungen der Europäischen Kommission gegen drei europäische Ölkonzerne neu entfacht werden. Im Visier der Fahnder stehen dabei die Mineralölkonzerne Shell, BP sowie Statoil.

Ein Skandal jagt den nächsten: Nachdem beim Libor-Skandal Händler durch falsche Meldungen die Zinsen zu ihren Gunsten verzerrten und dadurch Handelsgewinne eingestrichen haben, sorgt jetzt ein neuer Skandal für Brisanz. Statt um Zinsen geht es diesmal allerdings um mögliche Preismanipulationen bei Erdöl.

Konkret geht es darum, dass die Kartellwächter der Europäischen Union den Verdacht hegen, dass die betroffenen Ölfirmen die Preisagenturen in die Irre geführt hätten. Die stellen nämlich den Ölpreis fest und da kann dann natürlich auch ab und an geschummelt werden.

Demnach könnten sich die betroffenen Unternehmen abgesprochen haben, um die Feststellung der Ölpreise durch Energieinformationsdienste - wie etwa im konkreten Fall der Preisagentur Platts – zu manipulieren.

Die Macht von Patts

Preisagenturen wie Platts stellen aufgrund von Angaben der Rohstoffhändler den aktuellen Preis für Ölprodukte fest. Diese Preise dienen dann als Grundlage für milliardenschwere Geschäftsabschlüsse im Handel mit Ölprodukten und Derivaten.

Und die Bedeutung dieser Preisagenturen ist enorm: So schätzt etwa der Mineralölkonzern Total, dass etwa 80 Prozent aller Ölgeschäfte auf den Referenzpreisen von Patts basieren und lediglich 20 Prozent auf Basis der Preise an den Börsen abgeschlossen werden.

Zudem nimmt Platts in diesem Bereich eine weitere durchaus herausragende Stellung ein: Rund 90 Prozent aller Ölgeschäfte werden auf Basis des Referenzpreises von Platts abgeschlossen. Die restlichen zehn Prozent nehmen Bezug auf die Referenzpreise anderer Preisagenturen.

Außerdem könnten die Unternehmen auch andere Firmen davon abgehalten haben, sich an der Erfassung der Preisfestsetzung zu beteiligen. Ein solches Verhalten sei ein Verstoß gegen das Kartellrecht und ein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung, so die Kommission. Selbst kleine Abweichungen dabei könnten sehr große Auswirkungen auf die Ölpreise haben und den Verbraucher daher schädigen.

Reaktion von Seiten der Betroffenen

Indes bestätigten die Mineralölkonzerne Shell und BP, dass bei ihnen ermittelt werde. "Wir kooperieren vollständig mit den Ermittlungen und können derzeit keine weiteren Erklärungen abgeben", teilten sie unisono mit. Auch die norwegische Stratoil teilte mit, dass sie zu den durchsuchten Unternehmen gehört. Von Seiten der Preisagentur Patts gab es ebenfalls eine Bestätigung in Bezug auf die Ermittlungen.

Bei den Untersuchungen handle es sich um einen ersten Schritt bei der Ermittlung von wettbewerbswidrigem Verhalten innerhalb der Branche. Die Ermittler betonten dennoch, dass die Durchsuchungen aber nicht bedeuten, dass die Firmen sich tatsächlich einen Verstoß zuschulde kommen ließen. Sollten sich die Vorwürfe allerdings bestätigen, könnte der Schaden für Anlager als auch Verbraucher in die Milliarden gehen und die Autofahrer hätten über Jahre hinweg viel zu viel bezahlt.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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