OPEC wird Ölförder-Quoten am Mittwoch unverändert lassen

OPEC wird Ölförder-Quoten am Mittwoch unverändert lassen

Beim halbjährlichen Treffen der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) werden die Ölminister die Fördermengen ziemlich sicher auf dem jetztigen Niveau belassen. Nach dem Zurückfahren der Sanktionen könnte der Iran nächstes stärker auf den Ölmarkt zurückkehren

Wien. Die OPEC-Ölminister werden diesen Mittwoch bei ihrem halbjährlichen Treffen in Wien die vereinbarten Ölfördermengen unverändert lassen, ist die einhellige Experten-Meinung. Spannender ist die Frage, wann der Iran nach Lockerung der Sanktionen wieder auf den Ölmarkt zurückkehrt - nach acht Jahren nimmt erstmals wieder ein Ölminister des Landes an einem OPEC-Meeting teil.

Die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) produzieren momentan im Schnitt rund 30 Millionen Fass Rohöl pro Tag, das ist ein Drittel des Gesamtverbrauchs auf dem Globus. Das einflussreichste OPEC-Land, die weltgrößte Fördernation Saudi-Arabien, hat in den vergangenen Jahren regelmäßig für einen Ausgleich am Markt gesorgt, falls andere Länder wie Libyen, Irak, Iran oder Nigeria - die allesamt unter ihrer Kapazität produzieren - wieder einmal zurückgefallen sind. Die Saudis pumpen weiterhin auf Rekordniveau schwarzes Gold, im Schnitt täglich annähernd 10 Mio. Barrel (je 159 Liter), also ein Drittel der OPEC-Gesamtmenge. Der Iran und Libyen fördern - wegen der Sanktionen beziehungsweise der bürgerkriegsähnlichen Situation - jeweils mehr als ein Million Fass täglich unter ihrer eigentlichen Kapazität. Nigeria verliert durch anhaltenden Öldiebstahl im Schnitt 350.000 Barrel pro Tag (bpd) und den Irak kosteten Infrastrukturprobleme und Sicherheitsfragen im Oktober rund 500.000 bpd. Gerade die Komplikationen im Irak könnten sogar noch zunehmen, meinte Johannes Benigni von JBC Energy im Gespräch mit der APA.

Analysten sehen Ölpreis auf stabilem Niveau

Wegen dieser vielfältigen Probleme stellt sich die Frage einer Reduzierung des Produktionsziels von 30 Mio. bpd für die OPEC derzeit auch nicht, wenn sie die Preise stabil über 100 Dollar pro Fass halten will. Manche Fachleute sehen den Zeitpunkt dafür frühestens im Juni beim nächsten halbjährlichen Meeting. Andere, wie Benigni, halten eine mögliche Drosselung sogar erst für das Dezember-Treffen 2014 in einem Jahr für ein Thema. Denn schließlich sei der Ölbedarf im zweiten Semester üblicherweise höher als im ersten.

Im ersten Halbjahr 2014 werde etwas mehr Öl am Markt sein, da würden die Saudis dann eventuell ihre Produktion auch etwas kürzen, schätzt Benigni - wie andere Beobachter hält auch er eine Rücknahme auf bis zu 9 Mio. Fass täglich für möglich, danach könnten die Saudis ihr Volumen aber wieder auf 10 Mio. bpd anheben. Vielleicht werde der Iran schon im zweiten Halbjahr mit höheren Ölmengen in Erscheinung treten, spätestens aber in einem Jahr. Insgesamt werde die OPEC wieder mehr an Bedeutung gewinnen, nimmt der JBC-Energy-Experte an: "Die OPEC sitzt mehr denn je im Sattel und kann den Markt sehr leicht balancieren."

Sein Haus gehe von einer Seitwärtsentwicklung der Ölpreise aus, er persönlich sehe aber eher die Gefahr, dass die Preise nach oben gehen, so Benigni. Die politisch und bürgerkriegsbedingten Ausfälle etwa des Iran oder Libyens seien in den vergangenen Jahren zusehends durch Shale-Oil aus den USA und Kanada kompensiert worden, in Summe handle es sich dabei um etwa 2 Mio. Barrel täglich.

Nachfrage wird erneut deutlich zunehmen

Bei Shale-Oil könne die Preisrange freilich von 50 bis 200 Dollar/Fass gehen, je nach Schwierigkeitsgrad der Förderung. "Schwierige Öle" aus kanadischen Ölsanden etwa oder auch die kostspieligen Tiefseebohrungen benötigten durchaus Ölpreise von zumindest 70 bis 90 Dollar/Fass. "Günstige Mengen kommen nicht wirklich auf den Markt, weil die Saudis nicht mehr fördern", sagt Benigni: "Hätten nicht die USA und Kanada mehr auf den Markt geworfen, hätten wir sogar eine Lücke." Womöglich werde die OPEC im zweiten Halbjahr 2014 alle Hände voll zu tun zu haben, um die dann voraussichtlich um 1,5 bis 2 Mio. Barrel pro Tag höhere Nachfrage zu bedienen.

Die Position des Iran sei durch die Genfer Einigung im Atomstreit mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates und Deutschland (5+1) gestärkt worden, es sei aber noch ein langer Weg zu gehen, meinte laut Reuters der Energieberater Mehdi Varzi, der früher für die staatliche National Iranian Oil Company tätig war. Auch die Iraner wollten das Boot nicht zum Schaukeln bringen und Preise nahe 110 Dollar, wie derzeit, gefährden. Die Saudis und der Iran würden einander nicht vertrauen, Riad wolle aber nicht Spannungen innerhalb der OPEC erhöhen, so Varzi. Die Saudis seien besorgt über eine Annäherung der USA an den Iran, sagte dazu Samuel Ciszuk, Ölanalyst der Swedish Energy Agency, und Riad fürchte seine in den Augen der Amerikaner wichtige strategische Position zu verlieren, sollte sich die Entspannung fortsetzen.

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