Ölinvest: Aktien, Fonds und Zertifikate, die vom Ölpreis-Anstieg profitieren

Egal ob Super oder Diesel - der Tankstopp kommt Autofahrer jetzt besonders teuer zu stehen. Die Ursache: Seit vergangenem Herbst ist der Preis je Fass der Rohölsorte Brent um mehr als ein Viertel auf über 120 Dollar je Fass gestiegen. Geht es nach den aktuellen Prognosen von Ölexperten, ist damit der Zenit noch nicht erreicht.

So halten es die Analysten der Bank of America Merrill Lynch für möglich, dass der Ölpreis in den nächsten fünf Jahren die Marke von 200 Dollar je Fass erklimmt. Unmittelbare Bedrohung bringt das Säbelrasseln wegen des Konflikts um das iranische Atomprogramm. Hannes Loacker, Rohstoff-Analyst der Raiffeisen-Fondsgesellschaft: "Sollte der Iran Ernst machen und es gelingt, die Straße von Hormus mehrere Wochen zu blockieren, kann der Ölpreis auf 150 Dollar je Barrel nach oben schnellen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass ein militärischer Konflikt ausbleibt und dass sich der Fasspreis im laufenden Quartal bei rund 110 Dollar einpendelt.“

In die gleiche Kerbe schlägt Ronald Stöferle, Rohstoffexperte der Erste Bank: "Wenn sich die Iran-Krise dramatisch zuspitzt, ist kurzfristig ein Preisanstieg auf 170 oder sogar 180 Dollar möglich. Ich glaube aber, dass die 110-Dollar-Marke im Jahresverlauf eine realistische Größe ist, unter 100 Dollar wird ein Fass jedenfalls nicht zu haben sein.“

Auch der Verlauf der US-Wirtschaft kann aus Sicht von Anlegern, die Ölaktien oder Rohstoff-Fonds im Depot haben, zum Zünglein an der Waage werden. Sollte sich die Konjunktur jenseits des Großen Teichs abschwächen, ist es nämlich wahrscheinlich, dass die US-Notenbank FED neuerlich interveniert. Raiffeisen-Analyst Loacker: "Wenn sich der geldpolitische Ausschuss der FED Ende April dazu entschließt, ein neues Stimulierungsprogramm auf Schiene zu bringen, kann der Ölpreis schnell auf 120 Dollar steigen.“

Breite Lücke. Dazu kommt, dass die Bewertung vieler Ölaktien trotz der Kursanstiege der vergangenen Wochen weiterhin günstig ist. So entstand seit Ende des Vorjahres zwischen der Entwicklung des Bloomberg Global Oil Index, der die Kursentwicklung der wichtigsten Petroaktien der Welt abbildet, und dem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien eine breite Lücke. Die Ursache: Die Gewinne der Ölkonzerne sind deutlich stärker gestiegen als die Aktienkurse.

OMV prescht vor

Laut der Fondsgesellschaft BlackRock konnten die Ölerzeuger ihre Profite im Vorjahr gegenüber dem Jahr 2010 um durchschnittlich 40 Prozent steigern und damit die Schätzungen der Analysten um 20 Prozent übertreffen. Stichwort übertreffen: Aus Sicht heimischer Anleger macht das Mitte der Woche publizierte Ergebnis des Mineralölkonzerns OMV Hoffnung. Im vierten Quartal wurde das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis trotz des teilweisen Produktionsausfalls in Libyen und im Jemen gegenüber dem Schlussquartal 2012 um 29 Prozent auf 730 Millionen Euro gesteigert. Darüber hinaus soll die Dividende für 2011 um zehn Prozent auf 1,1 Euro je Aktie erhöht werden. Das goutierte die Börse unmittelbar, vergangenen Mittwoch stieg der OMV-Aktienkurs um 4,3 Prozent. Trotzdem bleibt die Aktie mit einem für das Gesamtjahr 2012 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,9 günstig bewertet (siehe Tabelle ). Ähnliches gilt auch für Exxon Mobil, dem mit einem Börsenwert von knapp 310 Milliarden Euro größten Ölmulti der Welt, mit einem KGV von 10,5.

Rohstoff-Analyst Loacker: "Die Aktie wäre selbst mit einem KGV 13 bis 15 nicht zu teuer.“ Dennoch sollten Anleger ihr Pulver nicht zu schnell verschießen, die Analysten räumen der Exxon-Aktie auf Zwölf-Monats-Sicht nur ein Kurspotenzial von acht Prozent ein. Mit einem geschätzten Kurspotenzial von 8,2 Prozent spielt das Papier des norwegischen Ölkonzerns Statoil in der gleichen Liga wie die Aktie von Shell, der die Analysten auf Zwölf-Monats-Sicht 8,5 Prozent Renditechance zutrauen. Deutlich mehr könnte mit dem Papier des unter der weiblichen Führung von Maria das Gracas Silva Foster stehenden brasilianischen Ölmultis Petroleo Brasilero (Petrobras) zu holen sein, liegt doch das Kursziel für Ende Februar 2013 um 33 Prozent über der aktuellen Notierung.

Alternativ zu Einzelaktien können Anleger in einschlägige Rohstoff-Fonds investieren, die häufig auch weniger bekannte Aktien aus den Sektoren Erdölförderung, Zulieferung oder Ölservice kaufen. Seit Jahresbeginn ist dabei der Raiffeisen-Energie-Aktien (ISIN AT0000688676) mit einem Ertrag von 17,2 Prozent Branchenprimus sämtlicher in Österreich erhältlichen Rohstoff-Aktienfonds. Auf Zehn-Jahres-Sicht hat der Investec Global Energy (ISIN LU0345780018) mit einem jährlichen Ertrag von 11,3 Prozent die Nase vorn. In den vergangenen drei Jahren kam der Franklin Natural Resources (ISIN LU0300741732) mit einem Gesamtertrag von 105 Prozent sehr gut über die Runden.

Anleger, die glauben, dass der Ölpreis weiter steigt, können zu Zertifikaten greifen, deren Wertentwicklung den Preis des schwarzen Goldes 1:1 abbildet. Eine währungsgesicherte Variante bietet das RBS Crude Oil Quanto Zertifikat (ISIN NL0000407625). Bei der Raiffeisen Centrobank ist bis 2. März das Öl-Bonus-Zertifikat 15 (ISIN AT0000A0U4Q8) zu zeichnen, das bei zwölf Monaten Laufzeit 14 Prozent Bonusrendite bringt, wenn der Ölpreis zwischenzeitlich nicht um 30 Prozent fällt. Damit wird man zwar nicht reich wie ein Scheich, kann aber immerhin das teure Tanken leichter verschmerzen.

Robert Winter

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