Milliarden-Öl-Deal: China wird für Russland zur Kreditmaschine

Wie vier der Industrie nahestehende Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten, verhandelt Rosneft mit der chinesischen CNPC über das Darlehen mit einem Volumen von bis zu 30 Milliarden Dollar. Rosneft wies die Vermutungen zurück.

Milliarden-Öl-Deal: China wird für Russland zur Kreditmaschine

Ein ähnliches Geschäft hatte der Konzern bereits vor etwa einem Jahrzehnt abgeschlossen, als er damit den Kauf von Anteilen des verstaatlichten Ölproduzenten Yukos finanzierte. Rosneft wiederum baute dafür eine Pipeline nach China. Seither liefert der weltgrößte Ölförderer für insgesamt 15 Jahre täglich 300.000 Barrel Öl in das riesige Nachbarland, das zum weltgrößten Energieverbraucher aufgestiegen ist.

Diesmal muss Rosneft den 55 Milliarden Dollar schweren Zukauf der drittgrößten russischen Ölfirma TNK-BP stemmen. Den Personen zufolge ist nun eine Verdoppelung der Lieferungen in die Volksrepublik im Gespräch. Rosneft wie auch CNPC waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

"Der Grund, warum China so bereitwillig borgen will, liegt auf der Hand. Sie sitzen auf mehr als drei Billionen Dollar an Währungsreserven und wollen ihre Investitionen breiter aufstellen", sagte eine der mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Das Geschäft würde in eine Zeit fallen, wo Russland und Europa über Öl- und Gaslieferungen streiten. Die Europäische Union rief unlängst dazu auf, stärker auf andere Zulieferer zu setzen.

Rosneft allerdings führt nach eigener Auskunft keine Verhandlungen über einen Kredit aus China. "Rosneft ist nicht in Gesprächen, ein Darlehen aus China zu bekommen", erklärte das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage.