Megafusion: Ein Rohstoffgigant entsteht

Megafusion: Ein Rohstoffgigant entsteht

Die Aktionäre des Rohstoffkonzerns Glencore haben erwartungsgemäß der geplanten Fusion mit dem Minenkonzern Xstrata fast einstimmig zugestimmt. Der Milliardendeal muss am Nachmittag auch von den Xstrata-Aktionären genehmigt werden.

Kraft hinter den Fusionsplänen sind Glencore und der Chef des Konzerns, Ivan Glasenberg. "Glencore Xstrata plc", wie der neue Konzern heißen soll, wäre einer der größten Rohstoff- und Bergbaukonzerne der Welt und würde die ganze Wertschöpfungskette von der Förderung bis zum Verkauf von Minenprodukten abdecken.

Der Entscheid fiel am Dienstag an einer außerordentlichen Generalversammlung in Zug in der Schweiz. Glencore bietet den Xstrata-Aktionären 3,05 eigene Aktien zum Tausch an. Der Rohstoffkonzern hatte im September ein anfängliches Angebot wegen unzufriedener Xstrata- Aktionäre von 2,8 Aktien aufbessern müssen.

Das Geschäft ist je nach Börsenwert über 30 Mrd. Dollar (23,51 Mrd. Euro) schwer. Am Nachmittag stimmen die Xstrata-Aktionäre ebenfalls in Zug über die Fusion ab. Nachdem das Golfemirat Katar, mit einem 12-Prozent- Anteil ein wichtiger Aktionär, im Vorfeld Bedenken über den Zusammenschluss aufgegeben hat, gilt eine Zustimmung als wahrscheinlich.

Zudem muss ein umstrittenes Boni-Programm für Xstrata-Topmanager das Votum der Aktionäre passieren. Katar hat den Widerstand gegen dieses Programm vor einigen Tagen aufgegeben. Glencore selbst ist zu 34 Prozent selbst an Xstrata beteiligt, darf aber an der Generalversammlung nicht abstimmen.

Wenn der Fusionsplan die Zustimmung der Xstrata-Aktionäre findet, müssen immer noch Wettbewerbsbehörden zustimmen. Die EU-Kommission will sich am Donnerstag äußern. Ein Wort mitzureden hat aber auch China, der größte Abnehmer von Rohstoffen weltweit.

Vor den Toren des Zuger Casino-Theaters, wo die beiden Generalversammlungen stattfinden, versammelten sich Demonstranten. Glencore und Xstrata stehen regelmäßig in der Kritik von Menschenrechtsorganisationen, die den Konzernen vorwerfen, in den Abbauländern Afrikas oder Lateinamerikas Menschenrechte zu missachten und die Umwelt zu verschmutzen.

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