Maispreis schnalzt nach oben: Engpass beim größten Exportland USA

Maispreis schnalzt nach oben: Engpass beim größten Exportland USA

In den USA, dem größten Produzenten des Rohstoffes, ist Mais so teuer wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Lage könnte sich bis Herbst noch verschärfen und die Lebensmittelpreise in wichtigen Abnehmer-Ländern wie Mexiko, Japan, Südkorea oder China in die Höhe treiben.

Kinogänger aufgepasst: Popcorn könnte bald deutlich teurer werden. In den USA ist Mais nämlich bereits so knapp, dass dort so hohe Preise wie seit Jahrzehnten nicht mehr gezahlt werden. Dabei produziert das Land 40 Prozent der weltweit verkauften gelben Körner.

Die Lage wird sich Experten zufolge bis zur neuen Ernte im Herbst noch verschärfen und könnte die Lebensmittelpreise in wichtigen Abnehmer-Ländern wie Mexiko, Japan, Südkorea oder China in die Höhe treiben. Im Jahr 2008 hatten explodierende Kosten für das tägliche Brot Menschen weltweit auf die Straßen getrieben. Bei den damaligen Unruhen gab es sogar Tote.

"Basis" als Krisenindikator

Für viele Experten liefert die sogenannte "Basis" ein klares Signal, dass die Mais-Nachfrage das reale Angebot bei weitem übersteigt. Dieser Indikator bezeichnet die Differenz zwischen dem Preis auf den lokalen US-Märkten und dem Terminkontrakt. Der Future notiert derzeit bei knapp 5,70 Dollar je Scheffel. In Zentral-Illinos liegt der Preisaufschlag bei 53 US-Cents. Dies ist ein halber Dollar mehr als noch vor einem Jahr. Im westlichen Kansas, der Heimat zahlreicher Biokraftstoff-Hersteller und Rinderzüchter, lag die Basis zwischen Januar und Mai so hoch wie zuletzt 2008. Dies wäre eigentlich ein Signal für Bauern, ihren Mais umgehend zu verkaufen. Schließlich wird für den Herbst eine Rekord-Ernte erwartet.

Es sei dennoch sehr schwierig, für heimische Abnehmer Mais aufzutreiben, betont Glenn Hollander, Mitinhaber des Brokerhauses Hollander-Feuerhaken. "Entweder die Farmer verkaufen nicht oder es ist einfach kein Mais da." Für Scott Irwin, Agrar-Experte an der Universität von Illinois, ist Letzteres der Fall. Die großen Preisaufschläge seien ein klares Zeichen für einen Angebotsengpass. "Und das Problem wird schlimmer."

Falsch Prognosen oder falsche Interpretation?

Für Irwin und seinen Kollegen Darrel Good ist die Preisentwicklung der Beweis, dass das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) das Angebot überschätzt hat. Das Amt rechnet für August - kurz vor der neuen Ernte - mit einem US-Lagerbestand von 851 Millionen Scheffel. Dies sei zwar der niedrigste Stand seit 16 Jahren, aber ausreichend für die Nachfrage von Exporteuren, Futtermittel-Herstellern und Viehzüchtern.

Die Maisprognosen des US-Landwirtschaftsministeriums seien nur mit größter Vorsicht zu genießen, warnt dagegen Rohstoff-Experte John Macintosh vom Brokerhaus Rand Financial Services. Das Ministerium hinke bei der Beurteilung möglicher Ernteausfälle in Südamerika hinterher und unterschätze den Bedarf in den USA.

Für den Agrar-Experten Bill Tierney sind die hohen Preise aber nicht zwingend ein Hinweis auf falsche Bestandsschätzungen. Die Bauern hätten ihre Silo-Kapazitäten seit 2006 um zehn Prozent ausgeweitet. Außerdem könnten sie es sich dank rekordhoher Einnahmen leisten, auf weiter steigende Preise zu warten. Er halte zudem die aktuelle Diskussion für prinzipiell überzogen, betont Tierney. "In den vergangenen beiden Jahren hatten wir unterdurchschnittliche Ernten und Rekord-Preise."

Der Mais-Preis - viel Lärm um Nichts?

Wasser auf die Mühlen der USDA-Kritier ist eine Korrektur der Prognosen im Juni 2011. Weil die Behörde die Lagerbestände zehn Prozent zu niedrig taxiert hatte, brach der Mais-Preis damals binnen eines Tages um den Rekordwert von zehn Prozent ein.

Das US-Landwirtschaftsministerium verwahrt sich gegen Kritik an seinen Vorhersagen und weist auf seine jahrzehntelange Erfahrung. Den Angaben zufolge basieren die Prognosen auf der Befragung von 84.500 Bauern sowie sämtlichen 8.900 Unternehmen der Branche. Dazu gehören Lagerhäuser, Verlade-Stationen und Futtermittel-Verarbeiter.

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