"King of Oil": Legendärer Rohstoffhändler Marc Rich gestorben

"King of Oil": Legendärer Rohstoffhändler Marc Rich gestorben

Der legendäre Rohstoffhändler Marc Rich ist tot. Der 78-Jährige starb am Mittwoch an den Folgen eines Hirnschlags in einem Krankenhaus in Luzern. Laut dem Radio-Bericht wird Rich am (morgigen) Donnerstag in Tel Aviv beigesetzt.

Der legendäre Rohstoffhändler mit einem Faible für auffällige Krawatten und kubanische Zigarren wurde berühmt als “Erfinder” des Öl-Spotmarktes und später wegen seiner Flucht vor Strafverfolgung aus den USA in die Schweiz. Dort gründete er ein Rohstoffunternehmen, aus dem später die Glencore Xstrata hervorging.

Rich floh 1983 aus den USA, Stunden bevor er in mehr als 50 Punkten angeklagt wurde - darunter wegen Betrug, Handel mit dem Iran und Hinterziehung von Einkommensteuern im Umfang von mehr als 48 Millionen Dollar. Die Anklagepunkte stammten aus einer Reihe von Öltransaktionen, die in den frühen 80er Jahren die weltweite Ölbranche in Aufruhr versetzten. Am letzten Tag seiner Präsidentschaft im Januar 2001 begnadigte Bill Clinton Marc Rich, der immer wieder seine Unschuld erklärt hatte.

"King of Oil"

“Wir haben das Öl gekauft, wir haben den Transport organisiert, und wir haben es verkauft”, sagte Rich über seine Iran-Geschäfte in einem Interview zum 2009 erschienenen Buch “The King of Oil: The Secret Lives of Marc Rich” von Daniel Ammann. “Sie konnten es nicht selber tun, daher konnten wir es tun”, stellte er darin fest.

Rich war Herr über ein milliardenschweres Imperium, das von Nickelminen in Russland über Zinn-Lagerstätten in Malaysia bis in die Handelsräume von London, Hongkong und New York reichte. Er besaß eine Flotte von Öltankern, zählte den ehemaligen US- Außenminister Henry Kissinger und den Tenor Placido Domingo zu seinen Freunden, bewohnte eine Luxusvilla an der Costa Brava und war sogar Miteigentümer der 20th Century Fox-Filmstudios. Er spendete großzügig an Schweizer und israelische Wohltätigkeitsorganisationen und Museen und beteiligte sich an der Finanzierung der jamaikanischen Olympiamannschaft und der Oper Zürich.

Die Anfänge von Glencore

Rich war 1974 Mitgründer des Rohstoffunternehmens Marc Rich & Co., das 20 Jahre später in Glencore International umbenannt wurde. Damals verkaufte er seinen 51-Prozent-Anteil. In Richs Unternehmen lernte Ivan Glasenberg, derzeit CEO von Glencore Xstrata, das Rohstoffhandelsgeschäft.

Sein genaues Vermögen blieb ein Geheimnis. Es wurde auf mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,15 Milliarden Euro) geschätzt. 2010 belegte er Platz 937 auf der Forbes-Liste der weltweiten Milliardäre. Letztlich bekannten sich Richs Unternehmen in 35 Fällen von Steuerhinterziehung schuldig und zahlten 90 Millionen Dollar an Geldstrafen. Seine Fähigkeit, angesichts einer drohenden Gefängnisstrafe von mehr als 300 Jahren in den USA die Katastrophe abzuwenden, brachte dem Rohstoffhändler in der Branche den Spitznamen “El Matador” ein.

Richs Begnadigung wurde scharf kritisiert; ehemalige Angehörige des US-Justizministeriums nannten sie “ungeheuerlich” und “widerlich”. Rudolph Giuliani, der zum Zeitpunkt von Richs Flucht Staatsanwalt war, sagte damals, er sei schockiert von der Verfügung des Präsidenten und forderte eine Untersuchung des Vorgangs durch den Kongress.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

Gold

Silber: Durch neue Anwendungen steht unglaublicher Boom bevor

US-Präsident Barack Obama hat Luftangriffe gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak angeordnet.
 

Rohstoffe & Währungen

Obama genehmigt Luftschläge im Irak - Ölpreise ziehen an

Diamonds are forever - warum Sie jetzt investieren sollten und worauf Anleger beim Kauf achten sollten.
 

Rohstoffe & Währungen

Investieren in Diamanten - fünf Tipps zur Geldanlage in Edelsteine