Kaufen Sie Kohle!

Kaufen Sie Kohle!

Der längste Preisrückgang bei europäischer Kohle seit mindestens acht Jahren neigt sich wohl dem Ende zu. Dafür sprechen sinkende US-Exporte und Produktionsrückgänge bei Kohleminen in Russland und Polen. Die Förderung könnte weiter sinken, wenn der Preisrückgang anhält.

Der Kohle-Terminpreis für das nächste Jahr ist seit vier Quartalen gesunken und notiert nahe 90 Dollar je Tonne, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Das sei ein “kritisches” Niveau, unter dem einige Produzenten nicht weiter tätig sein können, sagt Paolo Coghe, Analyst bei Société Générale. Kompania Weglowa, der größte europäische Kohleproduzent, drosselt die Förderung in diesem Jahr um acht Prozent, erklärte die Vorstandsvorsitzende Joanna Strzelec-Lobodzinska am 13. Mai im polnischen Kattowitz.

Nachdem ein Überangebot den Kohlepreis auf den niedrigsten Wert seit drei Jahren gedrückt hat, verheizen deutsche Versorger Rekordvolumina an Kohle, die bei der Stromerzeugung die Umwelt doppelt so stark belastet wie Erdgas. Exporte aus Indonesien, Australien und Russland werden sich abschwächen, nachdem das auf dem Seeweg transportierte Angebot in den zwei Jahren bis 2012 um 25 Prozent gestiegen war, sagt die Deutsche Bank.

“Wenn die europäische Wirtschaft sich erholt und einige Produzenten beschließen, wegen der Schwäche am Kohlemarkt ihre Förderung zu senken, werden die Preise wieder anziehen, insbesondere wenn die US-Exporte zurückgehen”, erwartet Barbara Lambrecht, Analystin bei der Commerzbank in Frankfurt. “Der Kohlepreis wird aber nicht nach oben schießen, dafür ist das Angebot am Markt zu groß.”

Kohle zur Lieferung in Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen im nächsten Jahr, der Benchmark-Kontrakt für Europa, notierte laut ICAP-Daten zuletzt bei 91,35 Dollar je Tonne. Der Kontrakt ist in diesem Jahr bereits um zehn Prozent gesunken.

Der Preis wird drehen

“Die Preise sollten nicht sehr viel weiter fallen, aber das Aufwärtspotenzial ist begrenzt”, erläutert Coghe in einem Interview aus Paris. “Es gibt für Kohle zur Lieferung im nächsten Jahr einen Boden bei etwa 90 Dollar je Tonne, was Einschnitte bei einer kostspieligeren Förderung, beispielsweise in Russland, auslöst, so dass Produktionsniveaus bei einem derartig niedrigen Preis nicht weiter gehalten werden können.”

Die Verschiffungen von Kraftwerkskohle aus Russland, dem drittgrößten Exporteur, sind im ersten Quartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent auf 26,27 Millionen Tonnen gesunken, als die Produktion um 2,3 Prozent auf 65,58 Millionen Tonnen zurückging, berichtete Kirill Chuyko, Leiter Aktienanalyse bei BCS Financial Group, am 15. Mai in einem Telefongespräch.

Die US-Kohleexporte, ohne die Ausfuhren nach Kanada und Mexiko, zogen 2012 um 55 Prozent auf 46 Millionen Tonnen an, nachdem sie sich ein Jahr zuvor mehr als verdoppelt hatten, so die Deutsche Bank. Die Verschiffungen werden in diesem Jahr voraussichtlich auf 35 Millionen Tonnen zurückgehen, da Kohle wegen der gestiegenen Erdgaspreise bei der Stromerzeugung konkurrenzfähiger wird, schreiben die Deutsche-Bank-Analysten Michael Hsueh und Michael Lewis am 9. Mai in einer Studie.
“Der Druck, der vom US-Angebot auf die Preise für Kraftwerkskohle ausgeht, wird dieses Jahr begrenzt sein”, erklärten sie. “Die entstehende Angebots-Nachfrage-Dynamik bei Kraftwerkskohle in den USA könnte in den nächsten zehn Jahren größere Auswirkungen auf die weltweiten Preise haben als 2012 zu beobachten war.”

Es sei eine drastische Verbesserung der Fundamentallage gegenüber der Lage vor einem Jahr zu sehen, meint Greg Boyce, Chairman und Chief Executive Officer bei Peabody Energy Corp., dem größten US-Kohlekonzern gemessen am Umsatz. “Produktionskürzungen, Schließungen von Minen sowie Streichungen oder Verzögerungen von Projekten dürften sich in den meisten Kohle-Exportländern rund um den Globus fortsetzen”, sagte er am 18. April auf einer Telefonkonferenz.

In Deutschland ist die Stromerzeugung aus Braunkohle, die kohlenstoffhaltigste Kohle, im ersten Quartal um 9,8 Prozent auf 40,9 Terawattstunden gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen. Die Erzeugung aus Steinkohle, einer umweltfreundlicheren Sorte, kletterte um 23 Prozent auf 36 Terawattstunden, zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.

So können Anleger Kohle kaufen

Auch Anleger können sich bei Kohle positionieren. So kann man zum Beispiel dem DAX Global Coal Index (ISIN: DE000A0X7KU9) via Zertifikat (ISIN: DE000HV1DBT5) folgen. Allerdings bildet das Zertifikat nicht den Kohle-Preis nach, sondern den Index in dem internationale Kohleförder-Unternehmen gelistet sind. Chancenreich erscheint das Investment trotzdem, denn aktuell notiert der Index bei 350 Punkten. Zum Vergleich, im Jänner 2011 lag der Index noch beim doppelten Wert.

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