Kann Schieferöl den Ölpreis drücken?

Kann Schieferöl den Ölpreis drücken?

Die technologischen Verfahren zur Ausbeutung von Schieferöl-Vorkommen werden immer raffinierter, dadurch konnten die USA das Angebot stärker erhöhen als die Nachfrage steigt. Doch die Experten sind uneinig, was Schieferöl für die Preisentwicklung bedeutet.

Die Ölreserven der Welt werden früher oder später zur Neige gehen. Die Ausbeutung sogenannter unkonventioneller Lagerstätten, in denen Rohöl in Schiefergestein oder Sand gebunden ist, könnte dies zwar hinauszögern. Experten streiten aber darüber, ob die neue Förderung ausreicht, um den wachsenden Bedarf zu decken und langfristig den Ölpreis zu drücken.

"Die 'Peak Oil'-Verfechter sind fast ausgestorben", sagt Rohstoff-Experte David Hufton vom Brokerhaus PVM. Viele Mahner, die den Höhepunkt des weltweiten Fördervolumens (Peak Oil) bereits als überschritten ansahen, hätten die Fortschritte der Förder-Technologien nicht berücksichtigt. Denn Schieferöl kann nur unter hohem Aufwand gewonnen werden. Die hierzu notwendigen Verfahren wurden erst in den vergangenen Jahren bis zur Einsatzreife entwickelt. "Das Land mit dem höchsten Ölbedarf - sowohl absolut als auch pro Kopf - ist nun in einer Position, in der das heimische Angebot schneller wächst als der Bedarf." Alles deute darauf hin, dass es sich dabei und ein langfristiges Phänomen handele, fügt Hufton hinzu.

Während der Ölpreis-Rally 2007/2008, als ein Barrel - ein Fass von 159 Liter - der weltweit richtungsweisenden Nordsee-Sorte Brent zeitweise 147,50 Dollar kostete, sagten einige Experten, das weltweite Ölförder-Maximum sei bereits überschritten. Die bekannten Lagerstätten gingen zur Neige und neue könnten nur mit großem technischen Aufwand erschlossen und ausgebeutet werden können. Aktuell kostet ein Barrel rund 108 Dollar.

Unklarheit über Preis

"Wir gehen davon aus, dass die Welt 2020 angesichts eines großen Angebots und mauer Nachfrage mit Öl geflutet sein wird", sagt Volkswirt Julian Jessop von Capital Economics. Sein Research-Haus sieht Brent zum Ende des Jahrzehnts bei 70 Dollar je Barrel. Das ist der niedrigste Wert einer Reuters-Umfrage zur Preisentwicklung der kommenden Jahre.

Die gegenteilige Meinung vertreten die Analysten von Barclays Capital. Sie sagen einen Preisanstieg auf 184 Dollar voraus. Gleich dahinter rangieren die Experten von Berenberg mit ihrer Prognose von 158 Dollar. "Schieferöl hat zwar die US-Ölproduktion wiederbelebt", schreiben sie in einer Studie. "Dieses neue Angebot ist - selbst wenn man die kanadischen Ölsande hinzuzählt - aber zu gering, um den Weltmarkt zu fluten." Rohstoff-Experte Michael Dei-Michei von der Beratungsfirma JBC Energy weist zudem darauf hin, dass die Fördermengen der Nicht-Opec-Staaten außerhalb Nordamerikas hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Doch Entspannung beim Preis?

Der Terminmarkt geht bislang von einer Entspannung des Ölpreises aus. Der bereit handelbare Brent-Kontrakt mit Verfallsdatum Dezember 2019 notiert derzeit bei knapp 91 Dollar. Ab diesem Preisniveau gilt eine Ausbeutung "unkonventioneller Lagerstätten" als profitabel.

Zur Förderung von Schieferöl oder Schiefergas werden Gesteinsschichten mit Horizontalbohrungen unter Einsatz von hohem Druck und Chemikalien aufgebrochen. Dieses sogenannte "Fracking" ist wegen möglicher Umweltrisiken allerdings umstritten. So enthalten die Abwässer gesundheitsschädliche Chemikalien, die das Grund- und Trinkwasser verunreinigen können. Außerdem können bei der Förderung entzündliche Gase wie Methan freigesetzt werden. Kritiker weisen zudem darauf hin, dass die beim Abbau entstehenden Hohlräume Erdbeben auslösen könnten. Bei Ölsanden wird das Bitumen mit Hilfe von Wasserdampf und Lösungsmitteln herausgewaschen.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

Gold

Silber: Durch neue Anwendungen steht unglaublicher Boom bevor

US-Präsident Barack Obama hat Luftangriffe gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak angeordnet.
 

Rohstoffe & Währungen

Obama genehmigt Luftschläge im Irak - Ölpreise ziehen an

Diamonds are forever - warum Sie jetzt investieren sollten und worauf Anleger beim Kauf achten sollten.
 

Rohstoffe & Währungen

Investieren in Diamanten - fünf Tipps zur Geldanlage in Edelsteine