Ist der Euro zu schnell gefallen?

Ist der Euro zu schnell gefallen?

Nach der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der Euro bei den Anlegern an Anziehungskraft verloren. Die Charttechnik zeigt allerdings, dass sich die Gemeinschaftswährung auf eine Erholung zubewegt. Der Handelsverlauf des Euro hat im vergangenen Monat ein positives Signal für eine Trendumkehr geliefert.

Die Währung der 17 Staaten des Euroraums vollzog im April gegenüber dem Dollar eine technische Trendwende. Diese erfolgt immer dann, wenn der Kurs unter den Tiefstand des Vormonats fällt und über dem Schlussstand des Vormonats endet. Im ersten Quartal hatte der Euro 2,8 Prozent gegenüber dem Greenback verloren.

“Wir haben verglichen mit März ein neues Tief erreicht und deutlich über dem Schlussstand von März und über seinem Monatshoch geschlossen”, sagt Niall O’Connor, technischer Analyst von JPMorgan Chase in New York, in einem Telefoninterview. “Wenn man so etwas sieht, steigt das Risiko, dass es anschließend zu einer Aufwärtsbewegung kommt. Die Umkehr in einen Aufwärtstrend hängt wirklich von den Extrempunkten und dem Schlusskurs vom März ab.”

Muster aus der Vergangenheit

Seit dem Rekordtief des Euro im Oktober 2000 ist die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung bereits sechs Mal nach einem solchen Muster verlaufen, schreiben zudem die technischen Analysten von Goldman Sachs um John Noyce am 2. Mai in einer Studie. Jedes Mal sei eine Rally ausgelöst worden.

Zuletzt wiederholte sich die Entwicklung im Januar 2011, als das Tief vom Dezember 2010 unterschritten wurde und der Schlusskurs Ende Januar über dem Niveau vom Jahresende 2010 lag. Damals hatte dieses Handelsmuster dazu geführt, dass der Euro in den drei Folgemonaten um 8,1 Prozent aufwertete.

Händler sind ebenfalls wieder optimistisch

Zudem zeigen Daten der Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission in Washington, dass auch die Händler am Terminmarkt die Aussichten für den Euro mittlerweile wieder optimistischer als noch Anfang April bewerten.

Der Markt hält die Abwärtsbewegung der ersten drei Monate für überzogen und übereilt. Die Differenz zwischen der Anzahl der Positionen von Hedgefonds und anderen größeren Spekulanten auf eine Euro- Abwertung verglichen mit jenen auf eine Aufwertung belief sich am 7. Mai auf 35.533 Kontrakte - verglichen mit 65.701 Netto- Short-Positionen in der Woche per 5. April.

“In diesem Fall haben die Anleger den April pessimistisch begonnen und verkauft, verkauft, verkauft”, sagte MacNeil Curry, technischer Chef-Stratege für Zinsen und Währungen von Bank of America in New York. “Im Monatsverlauf haben die Anleger ihre Meinung geändert und angefangen, Short-Positionen abzubauen, im Bestreben, Long zu gehen.”

JPMorgan sieht den Euro zum Jahresende bei 1,34 Dollar, verglichen mit einem Median von 1,27 Dollar im Rahmen einer Umfrage von Bloomberg unter 60 Analysten. Der Euro wird noch immer unter dem Kursniveau vom 1. Mai gehandelt, dem Tag vor der jüngsten EZB-Ratssitzung. Nach der Zinssenkung der EZB am 2. Mai gab der Euro zum Dollar so stark nach wie seit zwei Wochen nicht mehr. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung mit 1,2906 Dollar.

Fibonacci Retracement

Damit die Gemeinschaftswährung ihre Aufwärtsbewegung fortsetzt, muss sie nach Angaben der UBS über 1,3228 Dollar schließen - dem so genannten 50 Prozent Fibonacci Retracement der Bewegung von Februar bis April. Das Retracement stellt für diesen Zeitraum die Hälfte der Währungsverluste gegenüber dem Greenback dar.

Sollte diese Widerstandslinie durchbrochen werden, sei der Weg für eine Aufwertung bis zu dem 62 Prozent Retracement bei 1,3342 Dollar geebnet, schrieb Richard Adcock, Leiter technische Strategie für Festverzinsliche bei UBS in London, am 7. Mai in einer Studie. UBS stuft den Euro als “neutral” ein.

Das Fibonacci Retracement ist nach einem italienischen Mathematiker aus dem 12. Jahrhundert benannt. Die Fibonacci Folge in der Charttechnik beruht auf der Annahme, dass Preise in vorhersehbarem Umfang fallen oder steigen, nachdem Hoch- oder Tiefstände erreicht wurden. Bei dieser und anderen Formen der technischen Analyse betrachten Anleger und Analysten Schaubilder mit Handelsmustern und Preisentwicklungen, um Kursbewegungen bei Währungen, Wertpapieren oder Indizes zu prognostizieren.

“Es gibt eine leichte Aufwärtstendenz”, sagte David Sneddon, technischer Analyst von der Credit Suisse in London, in einem Telefoninterview. “Es ist ziemlich beeindruckend gewesen, wie gut sich Euro-Dollar gehalten hat. Das finden wir definitiv ermutigend.”

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