Island ist vielleicht zu klein für eine eigene Währung...

Island ist vielleicht zu klein für eine eigene Währung...

Finanzministerin Katrin Juliusdottir sagte, die Krone werde wahrscheinlich nie wieder frei floaten können. Zentralbankgouverneur Mar Gudmundsson signalisiert nun gegenüber Bloomberg Ähnliches: “Wir haben gesagt, dass Island mit der Krone leben kann - aber dann müssen wir dies und das tun. Und es kann gut sein, dass wir all die Dinge, die wir tun müssen, nicht mögen. Dann müssen wir andere Optionen in Betracht ziehen."

Und eine andere Option sei, so Gudmundsson, sich einer großen Währungsunion anzuschließen. Nachdem die größten Banken Islands 2008 zusammengebrochen waren, sind Devisenverkehrskontrollen eingeführt worden, um den Abfluss von Kapital zu begrenzen. Der Internationale Währungsfonds und Nobelpreisträger Paul Krugman lobten die Maßnahmen. Aus Sorge, dass die Krone auf sich gestellt nicht überleben kann, werden die Beschränkungen beibehalten.

Von ausländischen Investoren hängen umgerechnet rund 6 Mrd. Euro in Kronen durch die Kapitalverkehrskontrollen in Island fest. Zum Vergleich: Die volkswirtschaftliche Leistung des Inselstaats lag 2012 bei umgerechnet 9,7 Mrd. Euro. Ein Kursrückgang der isländischen Krone würde die Inflation anheizen und Probleme für die Privathaushalte mit sich bringen, da rund 83 Prozent aller Kredite an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sind.

Die politisch und geldpolitisch Verantwortlichen für einige der kleinsten Währungen der Welt kämpfen, um ihre Märkte zu schützen. Und auch die größten Volkswirtschaften der Welt blicken verstärkt auf die Wechselkurse, da die Debatte sich vom Schuldenabbau zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit hin verlagert. Vom Währungskrieg und vom Abwertungswettlauf war schon die Rede. Auf dem Treffen der Finanzmister und Notenbankchefs der G-20-Staaten am letzten Wochenende in Moskau wurde vereinbart, die Wechselkurse nicht für Wettbewerbszwecke einzusetzen.

“Dies ist nicht nur ein Problem für Island”, sagt Gudmundsson. “Dies ist eine Diskussion, die weltweit stattfindet. Aber da das Land kleiner ist, ist es umso schwieriger.” Dass es “unmöglich” für eine kleine Währung ist, in einem System freier Wechselkurse zu überleben, wollte Gudmundsson indes nicht sagen.

Einige Meilensteine

Island hat auf seinem Weg zur wirtschaftlichen Erholung schon Meilensteine hinter sich gebracht. Zuletzt hob die Ratingagentur Moody’s Investors Service den Ausblick für das “Baa3“-Rating auf “stabil” an. Fitch Ratings erhöhte die Kreditwürdigkeit von “BBB-” auf “BBB”. Doch nach Einschätzung des Weltbank-Ökonomen Fridrik Jonsson reichen die Erfolge noch nicht aus, um das Land vor externen Schocks zu schützen. Er warnt, dass es zu einem “weiteren ökonomischen Kollaps” kommen werde, wenn sich der Wechselkurs der Krone wieder frei bewegen könne, es sei denn, Island ergreife “radikale Maßnahmen.”

Doch für Island, das 2010 mit den Verhandlungen über eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union begann, ist die Lehre aus der Euro-Krise, dass die Teilnahme an einer größeren Währungsunion nicht immer der beste Schutz ist.

Entscheidend sei, dass die Wirtschaft an den Währungsblock, dem das Land beitreten will, angepasst sei, sagt Anders Svendsen, Volkswirt bei Nordea Bank AB in Kopenhagen. Die Euro-Mitgliedschaft “dürfte kurzfristige Vorteile mit sich bringen aber diese könnten von längerfristigen Nachteilen überwogen werden”, wenn eine Währungsbindung erfolge, sich die Wirtschaft aber nicht wenigstens nahe an einem Gleichgewicht befindet, sagt Svendsen in einem Telefoninterview.

In Island würden die Verantwortlichen bedenken, dass “viele Risiken” damit verbunden seien, eine kleine Währung aufrecht zu erhalten, sagt Gudmundsson. “Jeder muss sich der Risiken bewusst sein und wir brauchen Regeln, die die Risiken regulieren”, ergänzt er.

In der nordischen Region haben Schweden und Norwegen für ihre Währungen freie Wechselkurse. Dänemark hat seine Krone an den Euro angebunden und Finnland hat den Euro eingeführt.

Die schwedische Krone ist in der vergangenen Woche auf ein Vier-Monats-Hoch gegenüber dem Euro geklettert und die norwegische Krone erklomm im August ein Neun-Jahres-Hoch, als Auslandskapital in die mit “AAA” erstklassig benoteten Länder strömte.

Schweden hat signalisiert, es werde nicht auf eine Politik zur Schwächung der Krone zurückgreifen, obwohl die Exportunternehmen des Landes über Wettbewerbsnachteile klagen. Im Nachbarland Norwegen sagte Zentralbankgouverneur Oeystein Olsen vergangene Woche, er sei bereit, die Zinsen zu senken, sollte die Krone zu sehr aufwerten. In beiden Ländern entfällt rund die Hälfte der volkswirtschaftlichen Leistung auf Exporte.

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