Indien will Allianz der Schwellenländer gegen Rupie-Verfall

Indien will Allianz der Schwellenländer gegen Rupie-Verfall

Das Finanzministerium will nach eigenen Angaben einen gemeinsamen Eingriff auf den Devisenmärkten, um den Kursverfall aufzuhalten. Der leitende Wirtschaftsberater des indischen Finanzministeriums, Dipak Dasgupta, sagte am Freitag zu Reuters, vorgesehen sei eine Intervention auf den sogenannten Offshore-Märkten.

Dort laufende Spekulationen auf die Wechselkursentwicklungen gefährdeten letztlich die Stabilität der Weltwirtschaft. "Es ist an der Zeit, dies zu stoppen." Brasilien und Indien könnten dabei voranschreiten. Die brasilianische Zentralbank erklärte jedoch, es gebe derzeit keine solche Initiative.

Indien drückt derweil aufs Tempo: "Es wird eher binnen Tagen geschehen als binnen Wochen", sagte Dasgupta. Sein Land stehe in Kontakt mit mehreren anderen Staaten. Details der Planungen gab er allerdings nicht preis. Im Visier hat das Land vor allem die Offshore-Märkte, die insbesondere von Singapur aus betrieben werden. Dort können Investoren auf Wechselkursentwicklungen wetten, ohne die Währungen selbst kaufen oder verkaufen zu müssen. Diese Spekulationen wiederum können auf die realen Wechselkurse zurückschlagen. Die Offshore-Märkte sind für ausländische Investoren interessant, weil diese die Währungen von Schwellenländern auf den nationalen Devisenmärkten allenfalls sehr beschränkt handeln können.

Geballte Macht durch hohe Devisenreserven

Nach den Worten Dasguptas sind es diese Offshore-Märkte, die Druck auf zwölf der wichtigsten Schwellenländer-Währungen ausüben - darunter die Brasiliens, Chinas, Indiens, Russlands, Südafrikas, der Türkei und Malaysias. Allein vier oder fünf davon verfügten zusammen über internationale Devisenreserven von schätzungsweise 1,2 Billionen Dollar. Gemeinsam mit China wären es sogar mehr als sechs Billionen Dollar. Sollten die Staaten sich also zu einem abgestimmten Vorgehen durchringen, "gibt es keine Macht, die die Auswirkungen stoppen kann", sagte Dasgupta.

Doch Brasilien, auf das der Wirtschaftsberater besondere Hoffnungen setzt, wiegelte zunächst ab: "Eine solche Initiative gibt es nicht", hieß es in der brasilianischen Zentralbank. Dabei hatte Präsidentin Dilma Rousseff zuletzt mit China ähnliche Pläne geschmiedet. Bereits beim G20-Treffen im Juli in Moskau klagten die BRICS-Länder - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - über die jüngsten Währungsturbulenzen.

Die Schwellenländer haben mit einer massiven Kapitalflucht zu kämpfen, die sich einer Studie zufolge zuletzt massiv beschleunigt hat. Investoren aus der ganzen Welt zogen allein in der Woche bis Mittwoch netto zwei Milliarden Dollar aus Rentenfonds aufstrebender Volkswirtschaften ab, wie aus einer Untersuchung von Bank of America Merrill Lynch Global Research hervorgeht. Das sei so viel wie seit neun Wochen nicht mehr.

Investoren ziehen Geld aus Schwellenländern ab

Die Konjunkturerholung sowie das Signal für eine geldpolitische Wende in den USA gaben den Startschuss für eine Kehrtwende in der weltweiten Anlagestrategie: Die Investoren holen ihre in großem Stil in den Schwellenländern angelegten Mittel wieder zurück. Die Landeswährungen geraten unter Druck.

Der indische Ministerpräsident Manmohan Singh äußerte sich darüber besorgt. "Wir stehen zweifellos vor großen Herausforderungen", sagte er. Er betonte zugleich, dass die Fundamentaldaten der indischen Wirtschaft solide seien. Diese wuchs allerdings im zweiten Quartal mit der schwächsten Rate seit Anfang 2009. Brasiliens Bruttoinlandsprodukt dagegen legte im selben Zeitraum so kräftig zu wie seit drei Jahren nicht mehr. Zum Wochenausklang stabilisierten sich die Devisen beider Länder - die indische Rupie und der brasilianische Real - wieder etwas.

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