Hat der Euro das Schlimmste hinter sich?

Hat der Euro das Schlimmste hinter sich?

Die laut Bloomberg-Daten fünf besten Firmen im Bereich Währungsprognose sehen die Gemeinschaftswährung zum Jahresende bei etwa 1,26 Dollar im Vergleich zu einem Handelswert von 1,223 Dollar am Montag.

Die Strategen liegen damit höher als die Medianschätzung von 1,24 Dollar von 55 Experten aus einer Bloomberg-Umfrage. Angeführt wird die Liste von Wells Fargo & Co. und Westpac Banking Corp., die im vergangenen Quartal die Schwäche des Euro korrekt prognostizierten.

Nach einem starken Rückgang im April und Mai hat sich der Wertverlust des Euro gegenüber einem von Bloomberg als Referenz herangezogenen Währungskorb im Juni verlangsamt, nachdem die europäischen Regierungen Maßnahmen verabschiedet hatten, die Hilfen für Italien und Spanien erleichtern würden.

Während Strategen optimistisch sind, zeigt der Derivatemarkt, dass Händler die bisher pessimistischsten Erwartungen für den Euro gegenüber dem Dollar über die nächsten zwölf Monate verglichen mit den kommenden 90 Tagen haben.

“Angesichts des Auf und Ab der europäischen Schuldenkrise erwarten wir, dass die Dinge dieses Jahr eher besser als schlechter werden”, sagt Nick Bennebroek, Leiter der Devisenstrategie bei Wells Fargo in New York. “Nicht nur die Entscheidungen der europäischen Regierungschefs waren positiv, zudem sehen wir weiterhin stützende Maßnahmen der Zentralbanken”, setzt er hinzu.

Wells Fargo rechnet mit einem Eurowert von 1,26 Dollar im nächsten Quartal sowie einem Rückgang auf 1,24 Dollar in den darauf folgenden drei Monaten. Die Bank erstellte das dritte Mal in Folge die genauesten Währungsprognosen, die durchschnittliche Fehlermarge lag bei 3,52 Prozent. Auf Platz zwei folgt Westpac mit 3,55 Prozent. Die australische Bank sieht den Euro bei 1,20 Dollar während der nächsten drei Monate und prognostiziert einen Anstieg auf 1,24 Dollar zum Jahresende. Der Euro hat gegenüber dem Dollar im Juni um 2,4 Prozent an Wert gewonnen, der beste Monatsverlauf seit Oktober 2011. Vergangene Woche sackte er um drei Prozent ab auf 1,2291 Dollar.

Kein Weltuntergang

“Wir suchen nach Zeichen einer Stabilisierung - es ist kein Weltuntergangsszenario”, sagte Emmanuel Ng, Währungsstratege bei Oversea-Chinese Banking Corp. in Singapur, am 5. Juli. OCBC, mit einer durchschnittlichen Abweichung von 3,65 Prozent auf Position drei im Ranking, prognostiziert einen Eurokurs von 1,26 Dollar zum Jahresende. Vorherige Einschätzungen vom April hatten bei 1,35 Dollar gelegen. Das Institut mit den viertgenauesten Schätzungen, JPMorgan Chace & Co., deren Abweichung bei 3,87 Prozent liegt, sieht den Euro Ende des Jahres bei 1,24 oder 1,25 Dollar. Rabobank, mit einer Fehlerquote von 3,88 Prozent der fünfte im Bunde, erwartet eine Rally bis Jahresende, da die amerikanische Notenbank Pläne verkündet, mehr Dollars zu drucken und Bonds aufzukaufen um die US-Wirtschaft zu stimulieren. Die Utrechter Bank rechnet mit einem Eurokurs von 1,32 Dollar.

Finanzschwache Institutionen erhalten laut den am 29. Juni in Brüssel zu Ende gegangenen Verhandlungen den direkten Zugang zu europäischen Hilfsfonds, sobald eine einheitliche Bankenaufsicht eingerichtet ist. Eine weitere Maßnahme gegen die Krise ist die Einigung, Rettungsfonds unter bestimmten Bedingungen zur Stabilisierung der Märkte heranzuziehen.

Händlern zufolge wird dies nicht reichen, um eine Rezession in der EU zu verhindern. Das Bruttoinlandsprodukt wird den Prognosen von Ökonomen zufolge in diesem Jahr um 0,4 Prozent sinken, nachdem es im vergangenen Jahr noch 1,5 Prozent gestiegen war. Das Vertrauen in die Wirtschaft ist im Juni auf den niedrigsten Wert seit zweieinhalb Jahren gefallen.

“Europa ist eine sehr simple Geschichte, es ist die Geschichte eines dramatischen unterdurchschnittlichen Entwicklung in der Euro-Zone sowie der fortdauernden Unfähigkeit der Politiker, der Krise Herr zu werden”, sagte Richard Franulovich, Senior-Devisenstratege bei Westpac in New York, am 3. Juli. “Es ist für die kommenden sechs Monate praktisch eine Risikovermeidungsgeschichte. Es ist im Vergleich besser, auf den Dollar statt auf den Euro oder Dollar-Block-Währungen zu setzen.”

Die Differenz in der Anzahl der Wetten von Hedgefonds und anderen großen spekulativen Investoren auf einen Wertverlust des Euro verglichen mit einem Anstieg belief sich in der Woche vom 26. Juni auf 159.880, wie aus den aktuellsten Daten der Commodity Futures Trading Commission in Washington hervorgeht. Der Rekordwert bei Netto-Short-Positionen war mit 214.418 drei Wochen früher erreicht worden.

Die Strategen wurden nach der Genauigkeit ihrer Prognosen für 13 Währungspaare in den sechs Quartalen vor Juni dieses Jahres beurteilt. Um die Langzeit-Genauigkeit zu testen fügte Bloomberg Rankings eine Jahresschätzung hinzu, die im Juni 2011 für Juni dieses Jahres abgegeben wurde. Nur Institute mit wenigstens vier Prognosen pro Währungspaar wurden in das Ranking aufgenommen.

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