"Hätten wir den Euro nicht, wäre die Lage viel schlimmer gewesen"

Diese Meinung vertritt der dänische Zentralbankgouverneur Lars Rohde. “Hätten wir den Euro nicht, wäre die Lage viel schlimmer gewesen”, sagte Rohde in einem Interview am 5. April. “Einige Länder hätten sich in konkurrierende Abwertungen geflüchtet, und das ist keine schöne Vorstellung.”

"Hätten wir den Euro nicht, wäre die Lage viel schlimmer gewesen"

Rohde bekräftigte das Bekenntnis der dänischen Zentralbank zur Währungsunion, auch wenn ein dänisches Euroreferendum in seinem Land derzeit nicht praktikabel sei. Zurzeit entspreche der Euro-Dollar-Wechselkurs den ökonomischen Fundamentaldaten. Rohde prognostizierte, dass die Währungsunion aus 17 Ländern bestehen bleiben werde und kritisierte den in Teilen Europas herrschenden “Mangel an politischem Willen zu einer Politik, die Europa Haushaltsstabilität bringt”.

“Die Kosten für die Bekämpfung der Krise waren enorm, und ich kann nur hoffen, dass das als Lehre dient, welchen Exzessen sich Nationen niemals hingeben dürfen”, sagte Rohde. Zudem warf er den Märkten “Versagen” beim Zügeln von Regierungen vor, die süchtig nach Schulden seien. “Die Märkte hätten die Regierungen zur nötigen Disziplin zwingen sollen”, sagte er. “Das Problem war, dass das nicht geschah.”

Um ihre Volkswirtschaften wieder ins Gleichgewicht zu bringen, müssten die Euroländer über die Staatsdefizite hinaus blicken, so Rohde. “Wenn man sich die Länder anschaut, die zurzeit in der Krise stecken, dann lag der Anfang der Probleme in der massiven Untergrabung ihrer Wettbewerbsfähigkeit seit etwa dem Jahr 2000”, sagte er. “Es war nicht nur das Ungleichgewicht der öffentlichen Finanzen. Das wahre Problem waren die bedeutenden Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen dieser Länder.”