Goldgräber-Stimmung bei honduranischen Kaffee-Bauern

Goldgräber-Stimmung bei honduranischen Kaffee-Bauern

In Honduras legen derzeit immer mehr Ärzte und Anwälte Stethoskop und Gesetzbuch beiseite. Anders als im Kalifornien des 19. Jahrhunderts suchen sie ihr Glück aber nicht als Goldgräber sondern als Kaffee-Bauern.

Plantagen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Honduras geht der Platz aus, um die Unmengen an Kaffee in der Sonne zu trocknen.

"Wir hatten eine Kaffee-Lawine", sagt Rodolfo Penalba, Manager bei Cafe Organico Marcala (Comsa). Die Kaffee-Kooperative im westlichen honduranischen Hochland musste daher zu ungewöhnlichen Mitteln greifen: Sie mietete kurzerhand ein nahe gelegenes Fußballfeld an. Dort werden nun die Kaffee-Kirschen auf Plastikplanen ausgebreitet. Im kommenden Jahr wird aber selbst das nicht mehr ausreichen, warnt Penalba. Dann rolle eine noch größere Ernte auf ihn zu.

Eduardo Aguilar, Vize-Präsident des Verbandes der honduranischen Kaffee-Händler, sieht es ähnlich. "Honduras verfügt nicht über ausreichende Kapazitäten, um in der Saison 2011/2012 den ganzen Kaffee effektiv zu trocknen. Das gilt umso mehr für die Saison 2012/2013."

Preisexplosion

In der abgelaufenen Saison stieg die Zahl der Kaffee-Bauern dem honduranischen Kaffee-Institut IHCafe zufolge um rund zehn Prozent auf 101.489. Die Anbaufläche wuchs um 11.000 Hektar. Das entspricht in etwa der Fläche von 15.000 Fußball-Feldern. Das mittelamerikanische Land wird 2012/2013 voraussichtlich 5,4 Millionen Sack Kaffee zu je 60 Kilogramm exportieren. Das ist fast doppelt so viel wie in der Saison 2004/2005. Damit zementiert Honduras seinen Platz als größter Kaffee-Exporteur der Region und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Mexiko um den Titel des weltweit drittgrößten Lieferanten für Kaffee der Sorte Arabica.

Ein Grund für die Attraktivität der Arbeit als Kaffee-Bauer ist die Preisexplosion der vergangenen Jahre. Im Mai 2011 hatte der US-Kontrakt auf Arabica-Kaffee mit 3,089 Dollar ein 34-Jahres-Hoch markiert. Seitdem ist er zwar um 40 Prozent zurückgegangen. Potenzielle neue Kaffee-Bauern schreckt das aber offenbar nicht ab. Schließlich liegt der Preis mit aktuell knapp 1,80 Dollar immer noch mehr als dreimal so hoch wie vor zehn Jahren. Er sei für die honduranischen Produzenten immer noch lukrativ, betont Mario Ordonez von IHCafe.

Qualität ist Trumpf

Um an die Bohnen zu kommen, müssen frisch gepflückte Kaffee-Kirschen mehrere Wochen unter regelmäßigem Wenden getrocknet werden. Erst dann lässt sich das Fruchtfleisch abschälen. Bei unsachgemäßer Behandlung können Gärungsprozesse einsetzen, die die Qualität mindern. Fünf bis acht Prozent der diesjährigen Ernte wurden Insidern zufolge durch unzureichende Trocknung in Mitleidenschaft gezogen.

Genau das will Honduras um jeden Preis verhindern. Es will stattdessen zu Guatemala und Costa Rica aufschließen, die höhere Preise für ihre Arabica-Bohnen verlangen können. "Honduras gilt traditionell als niedrigpreisiger Exporteur", sagt Analyst Jack Scoville vom Research-Haus The Price Group. "Die Qualität wird als geringer angesehen, aber sie arbeiten hart daran, dieses Image zu ändern." Die fehlenden Kapazitäten zur Trocknung der Kaffee-Kirschen könnten daher zum Problem werden.

Unabhängig davon werde Honduras aber keine Schwierigkeiten haben, Käufer für seine Ernte zu finden, betont Scoville. Viele Kaffee-Röster suchten verstärkt nach günstigen Arabica-Bohnen oder wichen auf die als qualitativ schlechter betrachtete Sorte Robusta aus.

Staatliche Kredite

Um die Flut von Kaffee-Bohnen auch weiterverarbeiten zu können, will IHCafe Bauern dabei unterstützen, staatliche Kredite zum Kauf von Kaffee-Trocknern aufzunehmen. "Alle Leute, die eine Finanzierung auf die Beine stellen konnten, haben solche Maschinen gekauft", sagt Juan Osorto, der entsprechendes Equipment vertreibt. Er habe seit Jahresbeginn bereits 25 dieser Geräte - Stückpreis etwa 70.000 Dollar - verkauft. In jeder dieser Maschinen kann der Inhalt von 153 Sack Kaffee auf einmal getrocknet werden.

IHCafe-Chef Victor Molina hat das Ziel ausgegeben, die honduranischen Kapazitäten zur Trocknung der Kaffee-Kirschen um 1,5 Millionen Sack auszubauen. Sollte IHCafe mit seinen Plänen Erfolg haben, dürfte dies bedeuten, dass sich in Zukunft weitere honduranische Ärzte und Anwälte statt über Kranken- und Prozessakten über die Bedienungsanleitungen ihrer Kaffee-Trockner beugen.

Reuters

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