"Gar nichts hat sich in Großbritannien verbessert"

"Gar nichts hat sich in Großbritannien verbessert"

Das Pfund hat in den ersten zwei Monaten dieses Jahres den stärksten Kursrückgang unter den führenden Währungen der Welt verzeichnet. Die Abwärtsbewegung könnte sich nach Einschätzung von Pacific Investment Management Co. (Pimco) und des Hedgefonds FX Concepts weiter fortsetzen. Denn das Pfund ist noch immer überbewertet.

Die britische Landeswährung hat gegenüber dem Dollar bis Ende Februar 6,7 Prozent verloren. Die Wetten der Optionshändler auf eine Pfund-Abwertung nehmen zu, und Strategen senken ihre Jahresendprognosen nur beim Yen noch deutlicher als beim Pfund.

Hintergrund ist die Erwartung, dass die britische Notenbank ihre konjunkturstützenden Maßnahmen hochfahren und damit auch die Währung schwächen wird, um einen Rückfall in eine sogenannte “Triple-Dip“-Rezession im Lande zu vermeiden. Notenbankgouverneur Mervyn King, der im Juli von Kanadas Zentralbankchef Mark Carney abgelöst wird, sagte, ein schwächeres Pfund helfe bei der Neuausrichtung der Wirtschaft.

“Das war erst der Anfang”, meint Neil Williams, Chefökonom von Hermes Fund Managers Ltd. in London. “Wenn die Welt glaubt, dass noch beträchtliche Konjunkturmaßnahmen bevorstehen, wovon ich ausgehe, wird das Pfund wahrscheinlich unter zunehmenden Druck geraten.”

Das Pfund erreichte am 1. März zum Greenback mit 1,4986 Dollar den niedrigsten Kurs seit Juli 2010. Gegenüber dem Euro wertet die britische Devise bereits seit sieben Monaten ab. Am 25. Februar lag das Pfund zum Euro mit 88,15 Pence auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2011. Nach Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Kaufkraftparität ist die britische Landeswährung aber noch immer 2,3 Prozent überbewertet.

Pfund wird weiter fallen

“Trotz des Rückgangs ist das Pfund nicht wirklich günstig oder unterbewertet, wenn man die wirtschaftlichen Fundamentaldaten berücksichtigt”, sagte Thomas Kressin, Leiter europäischer Devisenhandel von Pimco in München, am 25. Februar. Es sei schwer ein Szenario ausmachen, bei dem auf Sicht eines Jahres auf ein steigendes Pfund gesetzt werden könne.

Die britische Wirtschaft war im vierten Quartal 2012 um 0,3 Prozent geschrumpft. Das verarbeitende Gewerbe kontrahierte überraschend im Februar, während ein Index für die Bauaktivität jüngst auf das niedrigste Niveau seit über drei Jahren fiel.

“Es wird eine höhere Toleranz für ein schwächeres Pfund als Mittel zur Wachstumsstützung geben”, erklärte Kressin weiter. Seiner Einschätzung nach wird die britische Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm von derzeit 375 Mrd. Pfund aufstocken.

Hedgefonds und andere größere Spekulanten haben im vergangenen Monat ihre Wetten auf eine Pfund-Aufwertung aufgegeben, wie aus Daten der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission in Washington hervorgeht. Die Differenz zwischen der Anzahl der Wetten auf eine Pfund- Abwertung gegenüber jenen auf einen steigenden Kurs betrug am 26. Februar 36.130 Kontrakte. Die so genannten Netto-Short-Positionen erreichten den höchsten Stand seit nahezu einem Jahr. Am 5. Februar lag die Differenz noch bei 1174 Netto-Long- Positionen.

Analysten haben ihre Jahresendprognose für das Pfund zum Euro in diesem Jahr im Mittel um 4,8 Prozent auf 83 Pence verringert, wie aus einer anderen Umfrage von Bloomberg News hervorgeht. Eine stärkere Abwärtsrevision gab es nur bei dem Yen-Kurs zu Dollar und Euro.

Das Pfund hat auf handelsgewichteter Basis um etwa 20 Prozent abgewertet, seit King im Juli 2003 die Zügel der britischen Notenbank übernommen hatte. Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen jedoch, dass Großbritannien noch immer ein Leistungsbilanzdefizit von 1,7 Prozent der Wirtschaftsleistung verzeichnet - verglichen mit einem Überschuss von 5,2 Prozent in Deutschland.

“Das Pfund Sterling ist deutlich gesunken, aber die Handelsbilanz hat sich nicht verbessert”, sagte John Taylor, Gründer und Vorstandschef von FX Concepts in New York, am 28. Februar. “Gar nichts hat sich in Großbritannien verbessert. Die quantitative Lockerung ist relativ zum Volumen der britischen Wirtschaft größer als in den USA, aber es funktioniert nicht.”

Taylor zufolge gehören die Wetten auf einen Kursrückgang bei Pfund zu seinen größten Short-Positionen. Verglichen mit den historischen Wechselkursbewegungen sei das bisher “noch gar nichts”, erklärte er. “Es gibt noch Raum nach unten.”

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

Gold

Silber: Durch neue Anwendungen steht unglaublicher Boom bevor

US-Präsident Barack Obama hat Luftangriffe gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak angeordnet.
 

Rohstoffe & Währungen

Obama genehmigt Luftschläge im Irak - Ölpreise ziehen an

Diamonds are forever - warum Sie jetzt investieren sollten und worauf Anleger beim Kauf achten sollten.
 

Rohstoffe & Währungen

Investieren in Diamanten - fünf Tipps zur Geldanlage in Edelsteine