Furcht vor Kakao-Chaos in der Elfenbeinküste

Furcht vor Kakao-Chaos in der Elfenbeinküste

Denn bei der Umsetzung der Pläne, die den heimischen Bauern höhere und vor allem stabile Einkommen sichern sollen, kommt es immer wieder zu Problemen.

Die Sorgen bei Investoren vor einem Chaos beim weltweit größten Exporteur des Schokoladen-Grundstoffs hält die Preise trotz der Aussicht auf eine gute Ernte hoch. Die in den USA und London gehandelten Terminkontrakte waren Ende vergangener Woche mit 2744 Dollar beziehungsweise 1730 Pfund Sterling zeitweise so teuer wie zuletzt im Spätherbst 2011.

Hauptstreitpunkt sind die von der Regierung des Präsidenten Alassane Ouattara angekündigten Festpreise für den Transport der Kakaobohnen in die Verladehäfen. Händler kritisieren diese als zu niedrig. Streit mit Bauern und Transport-Unternehmern sei programmiert. Angesichts dieser Unsicherheit könnte der Schmuggel aufblühen.

"Wenn es bis Oktober keine Lösung gibt, wird der Kakao nach Liberia und Guinea gehen", warnt Händler Ousmane Simea aus der Stadt Duekoue im Westen der Elfenbeinküste. "Die Leute reden bereits darüber." Sie warteten nur ab, wie sich die Preise in den kommenden Wochen entwickelten. Analyst Steven Haws von Comodities Risk Analysis sieht ebenfalls ein "heilloses Durcheinander" auf die Elfenbeinküste zurollen.

Offizielle und inoffizielle Transportkosten

Ab dem 1. Oktober sollen Unternehmer für den Transport eines Kilos Kakao von einer Farm zum Verlade-Hafen pauschal 51,70 CFA-Francs (acht Euro-Cent) erhalten. Kritiker betonen, dass damit die "inoffiziellen Wegezölle", die bei Straßensperren des Militärs und anderer Gruppierungen erhoben würden, nicht gedeckt werden könnten. Gleichzeitig blieb unklar, ob die Regierung die Spediteure für diese Sonderabgaben entschädigen wird.

Die Regierung hat versucht, die Checkpoints - eine Folge des Bürgerkrieges von 2011 - aufzulösen. Nach Angriffen von Bewaffneten auf Sicherheitsposten wurden aber viele Straßensperren wieder aufgebaut.

Einem Reuters-Augenzeugen zufolge muss ein Fünf-Tonnen-Laster mit Ziel Duekoue auf einer Strecke von 15 Kilometern vier Check-Points passieren - zwei des Militärs, zwei von Stammesangehörigen. Der Fahrer habe insgesamt 9000 CFA-Francs (13 Euro) zahlen müssen, fügte der Reuters-Augenzeuge hinzu. Transportunternehmern zufolge können die "inoffiziellen Gebühren bis zu 150.000 CFA-Francs (288 Euro) pro Ladung betragen.

Vor diesem Hintergrund scheuen sich die Exporteure, den Transporteuren wie sonst üblich Geld vorzustrecken. "Normalerweise finanzieren die Exporteure die Kooperativen und die Mittelsmänner, die wiederum uns finanzieren", sagt Kakao-Händler Mamadou Keita in Bonon, einem Ort etwa 400 Kilometer nordwestlich von Abidjan. "Aber in diesem Jahr hat niemand Geld bekommen, weil die Exporteure das Risiko nicht eingehen wollen.

Elfenbeinküste wird Ernte 2012/2013 wohl steigern

Dabei könnte eine zügige Ausfuhr zu einer Entspannung am Kakao-Markt beitragen. Der Branchenverband International Cocoa Organisation (ICCO) rechnet damit, dass die Nachfrage das Angebot derzeit um 19.000 Tonnen übersteigt. Analysten prognostizieren für die laufende Erntesaison 2011/2012 Erträge von 1,35 Millionen Tonnen allein in der Elfenbeinküste. "Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben mehr Bohnen als im letzten Jahr", betont Kakao-Bauer Fulbert Abole aus der Stadt Bouafle im Zentrum der Elfenbeinküste.

In der kommenden Saison werde die Ernte voraussichtlich auf 1,39 Millionen Tonnen steigen, schätzt Rohstoff-Experte Martin Cole von Business Monitor International. Da sich das Wetterphänomen "La Nina" abschwäche, könne in sämtlichen westafrikanischen Anbaugebieten mit günstigeren Wetterbedingungen gerechnet werden.

Eine Gefahr für die Ernte stellten allerdings fehlende Dünge- und Pflanzenschutz-Mittel dar, warnte Cole. Viele Bäume seien wegen des zuletzt kühlen und feuchten Wetters von Pilzen befallen worden, wodurch die Bohnen noch am Baum verfaulen (Black Pod Disease). Bauern werfen der Regierung vor, die rechtzeitige Verteilung der Chemikalien versäumt zu haben. Die im Rahmen der Reform ins Leben gerufene Regulierungsbehörde betont, die Zuteilungspläne stünden bereits. Wann die Ausgabe starten soll, ließ das Coffee and Cocoa Council aber offen.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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