Forint-Verfall: Hohe Belastungen für Ungarns Banken

Forint-Verfall: Hohe Belastungen für Ungarns Banken

Der ungarische Bankenverband erklärte am Dienstag, die Institute seien bereit, den Großteil der Kosten aus dem von der Regierung geforderten Programm zu schultern. Die Regierung will mit den Geldhäusern bis zum Herbst ein neues Programm aushandeln, um Fremdwährungskredite in Forint-Darlehen umzuwandeln. Viele Ungarn haben vor der Finanzkrise Kredite in Schweizer Franken oder Euro aufgenommen und können diese nun wegen des Verfalls der Landeswährung Forint nicht mehr zurückzahlen.

Details des neuen Plans sind noch nicht bekannt. Bankenverbandschef Mihaly Patai sagte, die Banken würden Lasten von "einigen hundert Milliarden Forint über einen Zeitraum von einigen Jahren" tragen. Hundert Milliarden Forint sind rund 330 Millionen Euro. Die monatlichen Rückzahlungsraten für die Bankkredite sollten im Zuge dessen drastisch fallen. "Bei unserem Vorschlag würde das Banksystem einen sehr großen Teil der Lasten tragen ... und das Staatsbudget einen kleineren und die Kunden würden auch einen kleinen Teil (der Kosten) tragen", sagte Patai, dessen Verband stellvertretend für alle in dem Land tätigen Banken die Verhandlungen mit der Regierung führt.

An der Börse sorgten die Pläne am Dienstag für Aufruhr. Die Aktien großer in Ungarn tätiger Banken wie Erste Group und Raiffeisen Bank International gaben mehr als fünf Prozent nach. Darüber hinaus gehören auch die BayernLB -Tochter MKB sowie Intesa Sanpaolo zu den größten Kreditgebern in dem Land. Die Aktie der italienischen Bank gab mehr als vier Prozent nach.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Regierung von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban die Banken zu einem Tausch von Fremdwährungskrediten gezwungen - zu deutlich unter dem Marktwert liegenden Wechselkursen. Auf den so entstandenen Verlusten blieben die Institute sitzen. Das damalige Programm konnte das Problem der Fremdwährungskredite in Ungarn jedoch nicht lösen. Vor den für kommendes Jahr geplanten Wahlen geht Orban mit dem neuen Programm nun auf Stimmenfang.

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