"Flexible Wechselkurse gefährden das System"

"Flexible Wechselkurse gefährden das System"

Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Mundell sieht das Problem eher in den variablen Wechselkursen. "Im Grunde sind alle systemischen Krisen seit den 1970er Jahren darauf zurückzuführen", so Mundell beim Astana Economic Forum in Kasachstan.

Mundell gilt wegen seiner Arbeit zu optimalen Währungsräumen als wissenschaftlicher Urvater des Euro. "Die Ursache für aktuelle Krisen ist immer die Krise davor", so der Ökonom. Angefangen habe das Problem mit dem Ende des Bretton-Woods-Abkommen. Das Abkommen sah nach dem zweiten Weltkrieg feste Wechselkurse zwischen den einzelnen Währungen vor. Anfang der 1970er Jahre gab man das System auf.

Heute seien Wechselkurse instabil, sagte Mundell. "Flexible Wechselkurse führen zu empfindlichen Preisschwankungen und Spekulationen". Würde man etwa den Dollar an den Euro koppeln, könnte das ein Anker für andere Währungen werden. Grund zur Annahme, dass sich die US-Notenbank Fed und die EZB darauf einlassen, gebe es allerdings nicht, ist Mundell realistisch.

Auch sein Kollege Christopher Pissarides von der London School of Economics sieht die Gründe für die Krise nicht primär in den Schulden. Dafür ortet er Schwächen in der Konstruktion der EU. "Wir brauchen mehr zentralisierte Macht in Europa", sagte der zypriotische Wissenschafter. Er plädierte für Eurobonds, ebenso wie für eine Fiskal- und Bankenunion.

Die aktuelle Sparpolitik, vertreten etwa durch Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel, sieht Pissarides dagegen kritisch. "Austerität zerstört Jobs" so der Ökonom, der für seine Forschungen zum Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Makroökonomie 2010 den Nobelpreis bekam.

Für Dominique Strauss-Kahn, ehemals Chef des Internationalen Währungsfonds, ist das Grundproblem der Krise die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit mancher EU-Staaten. Europa habe außerdem nicht das Rüstzeug, um mit der Krise fertigzuwerden – weder intellektuell noch institutionell.

Auch Jacob Frenkel, Vorsitzender der US-Bank JPMorgan Chase International, argumentierte ähnlich. Seit der Einführung des Euro sei der Faktor Arbeit beispielsweise in Italien viel teurer geworden als in Deutschland, so Frenkel. Solche strukturellen Probleme könne die EZB nicht lösen, sagte Frenkel. "Das müssen die Regierungen tun."

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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