Fed-Panik an den Rohstoffmärkten: Gold und Öl auf Sturzflug

Fed-Panik an den Rohstoffmärkten: Gold und Öl auf Sturzflug

Öl der Nordsee-Sorte Brent krachte am späten Nachmittag um über drei Dollar südwärts. WTI erging's auch nicht besser. Und Gold? Das Edelmetall fiel auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. Erstmals seit Ende September liegt der Goldpreis damit unter 1.300 Dollar je Feinunze.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent zur August-Lieferung fiel bis zum späten Nachmittag auf 102,95 US-Dollar. Das waren um 3,17 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung sank um 2,88 Dollar auf 95,36 Dollar.

Die Commerzbank sprach von "panikartigen Verkäufen" an den Rohstoffmärkten. Am Mittwochabend hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke die Finanzmärkte überrascht, als er einen recht konkreten Zeitplan für den Ausstieg aus den milliardenschweren Anleihekäufen vorgelegt hatte. Sollten die Konjunkturdaten erwartungsgemäß ausfallen, sei eine erste Reduzierung der Käufe "später in diesem Jahr" möglich, sagte Bernanke. Danach könnten sie schrittweise verringert und Mitte 2014 komplett eingestellt werden. Die weniger stark wachsende US-Liquidität sollte auch die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.

Zudem dürfte auch der deutlich gestiegene US-Dollar die Ölpreise belastet haben. Ein höherer Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Bei den Ölpreisen sollten jedoch die geopolitischen Risiken die Kurzverluste zumindest begrenzen, erwartet die Commerzbank.

Auch schwache Konjunkturdaten aus China lasteten auf den Ölpreisen. Mit dem HSBC-Einkaufmanagerindex war ein wichtiger Frühindikator stärker als erwartet gefallen. Zudem mehren sich die Zeichen, dass die Regierung um den seit drei Monaten amtierenden Staatspräsidenten Xi Jinping bei der Konjunktur noch stärker das Tempo drosseln will.

Der Goldpreis ist am Donnerstag auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren gefallen. An der Londoner Börse kostete die Feinunze zum Handelsschluss 1292,50 Dollar (979,16 Euro) - erstmals seit Ende September 2010 lag der Preis damit unter 1.300 Dollar. Auslöser für den Preisverfall sind die Ausführungen von US-Zentralbankchef Ben Bernanke. Er hatte am Mittwochabend eine mögliche Straffung der ultralockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt. Die Fed könne ihre massiven Anleihekäufe "später in diesem Jahr drosseln".

Diese Aussicht schwächt die Angst vor einer starken Inflation - Gold gilt vielen Anlegern als Schutz vor einer Geldentwertung. Den Höchstpreis hatte das Edelmetall im September 2011 mit 1.921,15 Dollar pro Feinunze erzielt.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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