Euro gerät wieder unter Druck

Zweifel am Krisenmanagement der Euro-Zone haben die Gemeinschaftswährung am Montag ausgebremst.

Euro gerät wieder unter Druck

Der Euro notierte am frühen Nachmittag mit 1,2380 Dollar deutlich unter dem im frühen asiatischen Handel erreichten Monats-Hoch von 1,2443 Dollar, aber noch in etwa auf dem Freitagsschluss.

"Die Märkte zweifeln an der Krisenpolitik der Euro-Zone", fasste Helaba-Analyst Ulrich Wortberg zusammen. "Es hat nichts gegeben, was die Lage in Europa verbessert", sagte Währungsstratege Niels Christensen von Nordea in Kopenhagen. Dem Markt fehlten konkrete Beschlüsse zur Lösung der Krise. Die Unsicherheit sowie technische Faktoren trieben am Rentenmarkt viele Anleger wieder in die deutschen Anleihen.

Wortberg kritisierte vor allem den Vorstoß des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti, der am Wochenende mehr Unabhängigkeit der Regierungen von den nationalen Parlamenten gefordert hatte. Das werde der angeschlagenen Akzeptanz des Euro nicht helfen, erklärte der Analyst. "Die Menschen fürchten ohnehin eine Aushebelung der Demokratie."

Die Analysten von Morgan Stanley sehen in der EZB-Politik aber einen positiven Impuls für den Euro. Sie empfahlen daher, die Gemeinschaftswährung zum Yen zu kaufen, die bei 97,02 Yen nach 97,19 Yen am Freitagabend notierte. "Die Politik ist jetzt am Zug", schrieben die Analysten. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass der Rettungsschirm aktiviert werde und die EZB mit Anleihekäufen einschreite. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hatte am Freitag erstmals signalisiert, ein Antrag auf EU-Hilfen für das Land werde erwogen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hatte er hinzugefügt.

Die EZB hatte in der vergangenen Woche jene Anleger enttäuscht, die auf eine sofortige Hilfsaktion der Notenbank gesetzt hatten. Stattdessen hatte EZB-Chef Mario Draghi zwar die Bereitschaft der Notenbank zu massiven Eingriffen erklärt, den ersten Schritt aber von der Politik verlangt, die erst die Rettungsschirme aktivieren müsse.

Anleihen gesucht

Am Rentenmarkt zogen die Kurse der deutschen Anleihen wieder an. Der Bund-Future erholte sich von seinen Verlusten vom Freitag etwas und stieg um 52 Ticks auf 143,47 Punkte. "Nach dem Ausverkauf vorige Woche decken sich jetzt einige Anleger wieder mit Bundesanleihen ein", sagte ein Händler. Die Renditen der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen fielen auf 1,38 von 1,43 Prozent am Freitag. Doch auch die Renditen der spanischen und italienischen Bonds gaben wieder nach. Die spanischen lagen bei 6,78 (Freitag 6,93) Prozent, die italienischen bei 5,99 (6,06) Prozent.