Energiemarkt-Liberalisierung – Mexiko schlachtet seine heilige Kuh

Energiemarkt-Liberalisierung – Mexiko schlachtet seine heilige Kuh

Künftig sollen Privatfirmen in die Branche investieren dürfen. Mit frischem Geld und externem Know-how soll der angeschlagene Staatskonzern Pemex wieder flott gemacht werden. Pemex ist die heilige Kuh Mexikos. Wer den staatlichen Erdölkonzern anrührt, kann sich auf Ärger gefasst machen. Petróleos Mexicanos ist nicht nur das größte Unternehmen und wichtigster Devisenbringer des Landes, sondern auch ein Symbol nationaler Unabhängigkeit und Stärke.

Andererseits hat der einst stolze Konzern in den vergangenen Jahren so manchen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Produktionsmenge ist seit 2004 dramatisch gefallen und stagniert nun auf relativ niedrigem Niveau. Mittlerweile muss das erdölreiche Land fast die Hälfte seines Treibstoffbedarfs importieren.

Präsident Enrique Peña Nieto hat nun den Entwurf für eine umfassende Reform des Energiesektors vorgelegt. Künftig sollten private Unternehmen an der Erdölförderung und Stromerzeugung beteiligt werden, sagte er am Montag bei der Vorstellung seines Vorschlags. Pemex solle dafür Verträge mit Privatfirmen schließen dürfen, nach denen Gewinne und Risiken geteilt werden.

Der Staat bleibe allerdings alleiniger Eigner der Rohstoffreserven des Landes, sagte Peña Nieto. Da er mit dem sogenannten Pakt für Mexiko auch die größten Oppositionsparteien hinter sich geschart hat, dürfte er im Kongress eine Mehrheit für die nötigen Verfassungsänderungen bekommen.

Überzeugungsarbeit gilt es trotzdem zu leisten. Tief sitzt die Angst, ausländische Unternehmen könnten sich Pemex bemächtigen. Seit seinem Amtsantritt im Dezember vergangenen Jahres wurde Peña Nieto nicht müde zu betonen, dass der Erdölkonzern nicht privatisiert werde. Der frühere Präsidentschaftskandidat und linke Wortführer Andrés Manuel Lopez Obrador hat allerdings bereits Proteste angekündigt.

Ausgeblutet

Doch soll Pemex seine enorme wirtschaftliche Bedeutung für Mexiko behalten, kommt es um Reformen nicht herum. Das Unternehmen erwirtschaftet über 30 Prozent der mexikanischen Staatseinnahmen und beschäftigt mehr als 150.000 Mitarbeiter. Das massive Abschöpfen der Gewinne hat Pemex nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Jahrzehnten ausbluten lassen.

Die Effizienz des Staatskonzerns liegt weit hinter der internationalen Konkurrenz zurück. Laut einer Studie des Baker Institute an der Rice University in Houston aus dem Jahr 2011 erwirtschaftet jeder Mitarbeiter einen Umsatz von 585.000 US-Dollar (440.512 Euro).

Das ist etwa die Hälfte des Pro-Kopf-Umsatzes der brasilianischen Petrobras und ein Viertel des britischen Öl-Giganten BP. Im weltweiten Vergleich von 62 Energieunternehmen landet Pemex bei der Effizienz auf den 35. Platz.

Mangel an Investitionen

Weil das Unternehmen notwendige Investitionen in moderne Technik lange vor sich herschob, hinkt es nun hinterher. Die Erdölförderung ging von täglich 3,4 Millionen Barrel im Jahr 2004 auf zuletzt 2,5 Millionen Barrel zurück. Nun braucht Pemex dringend frisches Geld und externes Know-how.

Besonders ergiebig dürfte die Erdölförderung in der Tiefsee des Golfs von Mexiko und die Gewinnung von Schiefergas sein. Dabei handelt es sich allerdings um technisch anspruchsvolle Verfahren, bei denen Pemex auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen angewiesen ist.

"Wir müssen den Energiesektor grundlegend reformieren", zitierte die "Washington Post" kürzlich Pemex-Vorstandsmitglied Hector Moreira. "Wir brauchen mehr Investitionen, neue Technologie und wir müssen die Produktionskapazität steigern." Der Reformvorschlag der Regierung könnte seiner Einschätzung nach jährliche Investitionen in Höhe von 50 Mrd. US-Dollar in die Kassen spülen.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

Gold

Silber: Durch neue Anwendungen steht unglaublicher Boom bevor

US-Präsident Barack Obama hat Luftangriffe gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak angeordnet.
 

Rohstoffe & Währungen

Obama genehmigt Luftschläge im Irak - Ölpreise ziehen an

Diamonds are forever - warum Sie jetzt investieren sollten und worauf Anleger beim Kauf achten sollten.
 

Rohstoffe & Währungen

Investieren in Diamanten - fünf Tipps zur Geldanlage in Edelsteine