Die mögliche Zukunft des Euro

Die mögliche Zukunft des Euro

Der Euro steht wohl vor einem der entscheidenden Monate in seiner 13-jährigen Geschichte. Händler und Strategen sind jedoch mehr denn je uneins, ob es den Regierungschefs und Zentralbankern gelingen wird, einen Kursrutsch der Gemeinschaftswährung zu vermeiden.

Bei etwa 1,26 Dollar liegt der Euro 3,3 Prozent über der Median-Jahresendschätzung von über 50 Analysten aus einer Bloomberg-Umfrage. In der vergangenen Woche betrug die Differenz sogar 3,8 Prozent. Als der Euro letztmals im Juli 2011 so stark von der Konsensschätzung abwich, sackte er in den folgenden zehn Wochen um 9,4 Prozent ab.

Während die Händler optimistisch sind, dass EZB-Präsident Mario Draghi mit seinem Plan zum Aufkauf von spanischen und italienischen Anleihen das Vertrauen in den Euro stärken wird, sagen Analysten, dass genau diese Maßnahmen die Gemeinschaftswährung nach unten drücken werden. Noch am 2. August waren die Händler pessimistischer als die Strategen.

Nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank in dieser Woche wird das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über die Verfassungsmäßigkeit des Rettungsfonds entscheiden. Zudem werden die institutionellen Gläubiger Griechenlands darüber befinden, ob dem Land weitere Hilfsgelder ausgezahlt werden, die ihm helfen würden, im Euroraum zu bleiben. Darüber hinaus werden die Niederländer ein neues Parlament wählen - unter den Parteien findet sich auch eine Gruppierung, die aus dem Euroraum austreten will.

Wenn die EZB Geld druckt

“Die EZB wird wohl zu einer Lockerung tendieren”, sagt Hans Redeker, Leiter Devisenstrategie bei Morgan Stanley in Lodnon. “Die Notenbank druckt Geld und erhöht das Angebot an Euros und das bedeutet, dass die Währung schwach bleiben wird.” Redeker rechnet damit, dass der Euro bis Jahresende wohl um 5,6 Prozent auf 1,19 Dollar fallen wird. Ein Anstieg auf einen Wert zwischen 1,27 Dollar und 1,30 Dollar wäre ein gutes Verkaufsniveau, sagt er.

Die längerfristigen Kräfte, die auf den Euro wirkten, signalisierten, dass er sich wohl schwächer als andere Währungen entwickeln wird, sagte Nick Bennenbroek, Leiter Devisenstrategie bei Wells Fargo & Co. in New York am 29. August. “Die Eurozone ist immer noch in einer Rezession, während die US-Wirtschaft langsam wächst.”

Der Euro könnte bis auf 1,30 Dollar Ende Oktober steigen, da das Bondkaufprogramm von Draghi die europäischen Finanzmärkte stabilisieren werde. Danach könnte der Euro auf 1,20 Dollar fallen, weil die Anleger sich stärker auf die im Vergleich zu den USA schwächere Wirtschaftsentwicklung und die Notwendigkeit weiterer konjunktureller Stützungsmaßnahmen im Euroraum konzentrieren, sagt Bennenbroek. Sein Haus hat laut einem Ranking von Bloomberg in den sechs Quartalen bis Juni die treffsichersten Prognosen abgegeben.

Auseinanderfallen der Eurozone weniger wahrscheinlich

Draghi gab der Gemeinschaftswährung Auftrieb, als er am 26. Juli sagte, er werde alles Notwendige tun, um die Währungsunion zu bewahren. Am 2. August erklärte er, dass die EZB kurzfristige Papiere von Euroraum-Ländern kaufen könnte, wenn der Rettungsfonds diese Papiere direkt von den Ländern erwerbe und die Hilfen an Bedingungen geknüpft werden.
“Bevor Draghi diese Maßnahmen erwähnte, war der Euro stark überverkauft” oder notierte unter seinem fairen Wert, berichtet Dirk Aufderheide, Fondsmanager bei DWS Investment GmbH in Frankfurt. “Wir erwarten ein Maßnahmenpaket und dieses sollte zu einer Senkung der Risikoprämie für ein Auseinanderfallen des Euroraums und zu einer gewissen Aufwertung führen.” Dann könnte die Gemeinschaftswährung auf 1,28 Dollar steigen. Sollte Draghi keine Maßnahmen ergreifen, könnte der Euro auf etwa 1,20 Dollar fallen.

Der Druck auf die Notenbanker und Politiker nimmt zu, eine langfristige Lösung der Schuldenkrise zu finden. “Draghi hat die EZB darauf festgelegt, das Notwendige zu tun, um einen Zerfall des Euro zu verhindern”, erklärt Daragh Maher, Devisenstratege bei HSBC Holdings Plc in London. HSBC geht davon aus, dass der Euro bis Jahresende auf 1,35 Dollar und bis Ende März auf 1,37 Dollar steigen wird. Damit ist die Bank am optimistischsten unter den Strategen. Das gegenwärtige Niveau “ist eine Kaufgelegenheit”, sagt Maher.

Bären-Hedge

Die Händler indessen haben selbst als sie ihre Erwartungen zum Euro nach oben korrigierten, diese Spekulationen abgesichert. Die Terminkontrakte auf einen Rückgang des Euro zum Dollar übertreffen jene auf einen Anstieg in jeder Woche seit August 2011, wie aus Daten der Commodity Futures Trading Commission in Washington hervorgeht. In der Woche zum 28. August lag die Differenz bei 101.561 Kontrakten.

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