"Die USA werden niemals Öl-autark"

"Die USA werden niemals Öl-autark"

Selbst wenn die USA die Förderung von "shale oil" massiv ankurbeln würden, sagte Benigni bei einem Vortrag in Wien, wären die Vereinigten Staaten niemals Öl-autark. Bei Erdgas dagegen könnte es den USA gelingen, bis 2016/17 durch Schiefergas zum Nettoexporteur zu werden.

Kirsten Westphal von der deutschen Stiftung Wirtschaft und Politik (SWP) kritisierte, dass in Europa eine Gaspolitik fehle und meinte, dass sich die geplante "Nabucco"-Pipeline "wohl kaum materialisieren" werde.

Ein Ölpreis-Rückgang sei nicht zu erwarten, so Benigni, eher das Gegenteil: "Wir rechnen, dass die Ölpreise auch 2013 ähnlich stabil hoch bleiben - danach werden sie etwas ansteigen, weil der Geldumlauf zunimmt und Bewegung in die Commodity-Märkte kommen wird." Anders als die Internationale Energie-Agentur (IEA) und die OPEC, die hier eine zu konservative Prognose hätten, rechne JBC Energy für 2013 mit 1,2 Mio. Fass pro Tag mehr an globaler Ölnachfrage - nach einem Plus von 0,55 mb/d heuer. Bemerkenswert sei, dass heuer erstmals der Stromerzeugungs-Sektor mit 380.000 Fass pro Tag weltweit der stärkste Treiber des Verbrauchsanstiegs sei, noch vor dem Straßentransport.

Durch den "shale oil"-Hype würden die USA etwas weniger an Ölimporten benötigen, und daher werde in den nächsten Jahren mehr von dem Rohstoff von Afrika und Südamerika in den Osten, Richtung Asien, kommen. International gehe der Förder-Trend weg von Ländern mit politischem Risiko wie Iran, Irak, Syrien, Jemen und Ägypten in Richtung "technologisches Risiko", wie es etwa in Kanada, Venezuela oder der Arktis zu finden sei. "Schwierige Öle" (wie etwa aus Tiefseebohrungen), die in Summe global rund 10 Mio. Fass täglich und damit gut ein Neuntel der Gesamtförderung ausmachen, rentierten sich jetzt bei den höheren Ölpreisen, unter 75 oder 80 Dollar pro Fass wäre das aber unrentabel, so Benigni. Mehr und mehr müssten die Ölkonzerne weltweit übrigens allein deshalb investieren, um die Produktion stabil zu halten.

USA: Billigster Gasmarkt der Welt

Bei Erdgas seien die USA wegen der Schiefergas-Gewinnung der billigste Gasmarkt international. In Europa und Asien dagegen seien die Kosten für Gas ölpreisgetrieben, erinnerte Benigni. Entscheidend für den Gaspreis seien die Nachfrage in Asien und das Angebot - auf das weltweite Gaspreis-Gefüge könne Europa keinen Einfluss nehmen, "egal was wir machen". Der JBC-Energy-Experte erwartet, dass die Erdgasnachfrage in Europa nach dem Einbruch im Jahr 2011 künftig wieder zulegen wird; heuer würden noch hohe US-Kohleexporte nach Europa dem hiesigen Gasverbrauch zusetzen. Gas-Nachfrageschwankungen auszugleichen koste aber immens viel, "die "security of supply' wird heute oft vergessen".

Der Erdgaspreis werde tendenziell nach oben gehen, wobei sich Russengas und Hub-Gas annähernd würden, "weil die Musik in Asien spielt und die Volumina dort hingezogen werden". Somit werde künftig möglicherweise der Spotpreis verstärkt in Asien definiert, meinte der JBC-Energy-Experte am Dienstagabend auf Einladung des Fachverbands Gas Wärme (FGW) der WKÖ-Industriesparte.

Benigni ist skeptisch, ob die "South Stream" - die zweite neue Groß-Pipeline, die Russland nach der "Nord Stream" Richtung Europa bauen will - tatsächlich so kommen wird. Es habe zwar erst kürzlich einen lautstark verkündeten Baustart gegeben, "aber ich bin nicht sicher, ob das mehr als zehn Meter Rohr sind". Vor allem der Third Party Access, der Netzzugang für Dritte, sei hier noch nicht ausverhandelt, meinte der Experte, der die "South Stream" ohnedies eher als Signal Moskaus an Kiew ansieht: "Natürlich könnte South Stream die Pipeline durch die Ukraine ersetzen."

Kirsten Westphal von der Stiftung Wirtschaft und Politik (SWP) sagte, sie vermisse eine dezidierte Gaspolitik in Europa. Es fehle ein geeigneter Preis für das Treibhausgas Kohlendioxid, und sie warte nur darauf, wann die Gasindustrie endlich für einen höheren CO2-Preis lobbyieren werde.

Die "externe EU-Energiepolitik" sei "nicht sehr erfolgreich" meinte die deutsche Expertin und nannte als Beispiel die unter der Ägide der OMV geplante "Nabucco"-Gasleitung. Die ursprüngliche Variante, die Gas aus dem Kaspischen Raum nach Mitteleuropa bringen sollte sei "tot" und die neue "West"-Variante ab der türkisch-bulgarischen Grenze "auch schon fast beerdigt". Hinter die "South Stream" setzt Westphal ebenso wie Benigni "eher Fragezeichen".

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