Die Krise holt den Euro ein

Die Krise holt den Euro ein

38 Prozent der deutschen Unternehmen rechnen damit, dass der Euro in den nächsten drei Monaten nachgibt, wie eine Umfrage der Commerzbank ergab. Im Vormonat setzten nur 20 Prozent auf einen Rückgang.

Entsprechend geht auch im Umkehrschluss die Zahl der Bullen zurück., Aktuell positionieren sich 23 Prozent der Unternehmen für einen Euro-Anstieg. Im September waren es noch 41 Prozent. Das zeigt, dass die Schubkraft der Zusicherung von EZB-Präsident Mario Draghi vom August, alles Notwendige zum Erhalt der europäischen Gemeinschaftswährung zu tun, nachlässt. Deutschland wird wahrscheinlich in die Rezession abrutschen, lautete die Prognose aus einer weltweiten Bloomberg-Umfrage in der vergangenen Woche.

“Draghi hat die Einschätzung genährt, dass die Krise vorbei sei und der Euro ohne diese Belastung gehandelt werden könne”, sagte Ulrich Leuchtmann, Leiter Devisenstrategie bei der Commerzbank in Frankfurt. “Die von uns befragten Unternehmen haben nun von dieser Einschätzung Abstand genommen und sehen die Lage ähnlich wie im August.”

Ein Konjunktureinbruch in Deutschland würde die bisherige Nachfragelokomotive für den übrigen Euroraum abbremsen, was die Rezession im Euroraum verstärken und die Gemeinschaftswährung weiter belasten könnte.

Der Euro stieg am Mittwoch bis auf 1,3127 Dollar, den höchsten Wert seit dem 18. Oktober, und notierte zuletzt bei 1,3084 Dollar. In diesem Jahr hat er sich zwischen einem Hoch von 1,3487 Dollar im Februar und einem Tief von 1,2043 Dollar im Juli bewegt. Die Gemeinschaftswährung hat 3,8 Prozent zugelegt, seit Draghi im September das OMT-Programm (geldpolitische Outright-Geschäfte) zum Aufkauf von Staatsanleihen bekannt gab.

Trotz der Bedenken bezüglich der Euroraum-Fiskalkrise und der Gefahr eines Auseinanderfallens der Währungsunion notiert der Euro etwa acht Prozent über dem Durchschnitt von 1,2122 seit Einführung der Gemeinschaftswährung.

Deutsche Exporteure stehen im Epizentrum der Entwicklung

Deutsche Unternehmen bekommen jedoch den Gegenwind zu spüren, nachdem der Ausstoß im verarbeitenden Gewerbe in den 17 Euroraum-Ländern laut Markit Economics den 16. Monat in Folge gesunken ist. Die Europäische Kommission hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland für 2013 in einer Studie vom 7. November auf 0,8 Prozent halbiert und führte dafür die schwächere Exportnachfrage an.

“Die deutschen Exporteure stehen im Epizentrum der Entwicklung in Europa und sie verzeichnen einen starken Rückgang beim Auftragseingang und fast rezessionsähnliche Rahmenbedingungen bei der Nachfrage nach ihren Produkten”, erläutert Richard Franulovich, leitender Devisenstratege bei Westpac Banking Corp. in New York. “Wir gehen davon aus, dass die Fiskalkrise auch im nächsten Jahr anhält.”

Westpac, die in Ranglisten von Bloomberg vom 30. September mit die treffsicherste Prognose abgab, erwartet für das erste Quartal 2013 einen Rückgang des Euro auf 1,24 Dollar.

BASF SE rechnet kurzfristig mit einer etwas schwächeren Gemeinschaftswährung. Bei dem weltgrößten Chemiehersteller wirkt sich eine Veränderung von einem Cent im Wechselkurs mit einer Differenz von über 200 Mio. Euro beim Jahresumsatz aus.

Euro unter Druck

“Wir erwarten in den kommenden Wochen einen Anstieg des Dollar gegenüber dem Euro”, erklärte Manfredo Rübens, Senior Vice President Corporate Controlling bei BASF in Ludwighafen, am 3. Dezember. “Das ist auf die anhaltenden Unsicherheiten im Euroraum zurückzuführen.”

Die weltweite Bloomberg-Umfrage wurde von Selzer & Co. aus Des Moines in Iowa durchgeführt. Sie hat eine Fehlermarge von plus oder minus 3,3 Prozentpunkten.

“Wir sind auch für 2013 wegen des Euroraums besorgt”, sagt Paul Robson, leitender Devisenstratege bei Royal Bank of Scotland Plc in London. “Die Verantwortlichen sind bisher nur die Liquiditätsproblematik angegangen und nicht die strukturellen Probleme eines schwachen Wachstums.” RBS erwartet für das erste Quartal 2013 einen Rückgang des Euro auf 1,23 Dollar.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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