Die Flucht in die sicheren Häfen

Die Flucht in die sicheren Häfen

Berg- und Talfahrt für den Euro - der von Konjunkturängsten ausgelöste Kursrutsch am japanischen Aktienmarkt hat am Donnerstagmorgen auch die Gemeinschaftswährung in Mitleidenschaft gezogen. Sie fiel bis auf 1,2820 Dollar, nachdem der Nikkei in Reaktion auf schwache Industriedaten aus China um mehr als sieben Prozent eingebrochen war.

Damit hat der Euro seit Mittwochnachmittag fast zwei US-Cent an Wert verloren, denn in Reaktion auf das Festhalten der US-Notenbank Fed an ihrer ultralockeren Geldpolitik war sie da noch bis auf knapp 1,30 Dollar nach oben geschnellt. Im Tagesverlauf konnte die Gemeinschaftswährung ihre Verluste allerdings wieder ein wenig wettmachen und zulegen: So wurde der Euro wurde zuletzt bei 1,2908 Dollar 0,4 Prozent höher gehandelt.

Der stärkste Einbruch an der Börse in Tokio seit der Atomkatastrophe von Fukushima vor rund zwei Jahren versetzte Devisen-Investoren allerdings in erhöhte Alarmbereitschaft, so dass sie scharenweise aus als riskant geltenden Währungen ausstiegen.

Stattdessen schichteten sie ihr Kapital in gefühlt sichere Häfen wie Dollar, Yen oder Schweizer Franken um. Der Euro gilt angesichts der Schuldenkrise eher als riskante Währung und wurde deshalb verkauft. "Nach dem Einbruch in Japan haben Investoren in den 'risk off'-Modus umgeschaltet und flüchten jetzt in Sicherheit", sagte ein Devisenhändler.

Schweizer Franken als sicherer Hafen angefahren

Der Greenback profitierte dagegen von der Nervosität der Investoren und stieg zu einem Korb aus sechs Währungen in der Spitze auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Der Dollar ist die liquideste Währung weltweit, und deshalb gilt er in Krisenzeiten als erste Adresse für Anleger.

Auch der Schweizer Franken wurde seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht: Nach jüngsten Verlusten gewann er zu Dollar und Euro jeweils mehr als ein Prozent an Wert. Für einen Euro wurden 1,2440 Franken gezahlt; am Vortag waren es noch mehr als 1,26 Franken gewesen - so viel wie seit zwei Jahren nicht mehr. Äußerungen von Nationalbankpräsident Thomas Jordan, wonach das seit 2011 geltende Mindestkursziel von 1,20 Franken geändert werden könnte, hatten am Dienstag den Kursrutsch des Franken ausgelöst.

Japanischer Yen unterbricht Talfahrt

Selbst der japanische Yen, der von der heimischen Zentralbank durch eine wahre Geldschwemme seit Monaten systematisch abgewertet wird, legte am Vormittag zu. Zum Dollar stieg er um zwei Prozent, zum Euro um 1,7 Prozent.

Der südafrikanische Rand geriet dagegen in den Abwärtsstrudel und fiel um mehr als 1,2 Prozent auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Der Rand reagiert besonders sensibel auf die Rohstoffnachfrage und gerät bei sich eintrübenden Konjunkturperspektiven schnell unter Druck.

Der japanische Nikkei war in Reaktion auf pessimistisch stimmende Signale zur Konjunkturentwicklung in China um sieben Prozent eingebrochen. Auslöser war der von der Großbank HSBC berechnete Einkaufsmanagerindex für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft, der im Mai unter die Marke von 50 Punkten gefallen ist - was ein Schrumpfen der Industrie signalisiert.

Investoren spekulieren auf straffere US-Geldpolitik

Die Nachfrage nach dem Greenback hatte schon am Vorabend wieder angezogen, nachdem Fed-Chef Ben Bernanke gesagt hatte, dass schon bei einem der nächsten Notenbank-Treffen beschlossen werden könnte, das Tempo der Anleihenkäufe zurückzunehmen. "Das schien die Bestätigung für viele Marktteilnehmer, die seit Wochen darauf spekulieren, dass QE3 bereits in den kommenden Monaten zurückgefahren wird", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen.

Dieser Eindruck verfestigte sich, nachdem das Sitzungsprotokoll des für die Zinspolitik zuständigen Fed-Offenmarktausschusses zeigte, dass einige Fed-Mitglieder das Aufkaufprogramm schon ab Juni zurückfahren wollen. Um die Wirtschaft zu stützen, druckt die Notenbank seit rund einem halben Jahr jeden Monat 85 Milliarden Dollar und kauft damit Staatsanleihen und Immobilienpapiere an. Wenn die US-Notenbank die Geldpresse langsamer laufen lässt, dann gewinnt der Dollar für Investoren an Wert.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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