Der Yen im Tiefenrausch

Der Yen im Tiefenrausch

Die extrem lockere Geldpolitik der Bank of Japan zeigt die gewünschte Wirkung, ruft aber andere Notenbanken auf den Plan. Erstmals seit gut vier Jahren durchbricht die japanische Währung die Marke von 100 Yen je US-Dollar.

Was der exportorientierten Wirtschaft Japans gefallen dürfte, ist vielen kleineren Industrieländern zusehends ein Dorn im Auge. Zentralbanken in der Region senken die Zinsen oder intervenieren direkt am Devisenmarkt. Das Schlagwort "Währungskrieg" könnte schneller als gedacht auf die politische Agenda zurückkehren.

Unter Aufwertungsdruck stehen nicht zuletzt Währungen, die von Investoren als Alternative zum Yen wahrgenommen werden. Am Freitag setzte sich der Sinkflug des Yen fort. Auch zum Euro notiert die japanische Währung schwach, gegenwärtig liegt sie auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2010. Die Yen-Schwäche folgt indes einer gegenläufigen Phase: Mit Beginn der schweren Finanzkrise 2008 hatte der Yen zu vielen Währungen massiv zugelegt, weil er bei Anlegern als "sicherer Hafen" galt. Erst im Herbst 2012 wandelte sich das Bild, als sich in Japan ein Politikwechsel abzeichnete. Seither hat die japanische Währung etwa die Hälfte ihrer vorherigen Gewinne eingebüßt.

Die Kombination aus lockerer Fiskalpolitik und aggressiver Geldpolitik hat den Yen in den vergangenen Monaten erheblich geschwächt. Ein Trend, der sich nach Einschätzung vieler Beobachter fortsetzen dürfte. Denn die Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe hat es sich zum Ziel gesetzt, Japan aus der Abwärtsspirale sinkender Verbraucherpreise und Wirtschaftsflaute zu führen. "Abenomics" lautet die Bezeichnung für das neue wirtschaftspolitische Konzept. Hierzu gehört eine extrem expansive Geldpolitik, die ihresgleichen sucht.

Neues geldpolitisches Zeitalter in Japan

Anfang April hatte Japans neuer Notenbankchef Haruhiko Kuroda ein neues geldpolitisches Zeitalter eingeläutet, indem er die herkömmliche Steuerung der Zinssätze über Leitzinsen über Bord warf. Stattdessen öffnete Kuroda die Geldschleusen bis zum Anschlag. Über den massiven Ankauf von Staatsanleihen soll die Geldmenge bis Ende 2014 verdoppelt werden, was die schwache Binnennachfrage ankurbeln soll. Ob das Konzept aufgeht, gilt unter Beobachtern außerhalb Japans als fragwürdig. Denn von Strukturreformen etwa auf dem Arbeitsmarkt oder einer Öffnung der traditionell in sich gekehrten Wirtschaft ist bisher wenig zu sehen. Ganz zu schweigen davon, dass Japan die mit Abstand höchste Staatsverschuldung aller großen Industrienationen aufweist - Tendenz steigend.

Die Geldflut der Bank of Japan hinterlässt unterdessen nicht nur Spuren am Devisenmarkt, sondern auch an den Anleihemärkten. Weil die Notenbank mit ihren Bondkäufen immer mehr Anleger aus heimischen Anleihen drängt, begeben sich japanische Investoren auf die Suche nach Alternativen. Fündig werden sie nicht zuletzt im Euroraum: Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien oder Italien sind derzeit heiß begehrt, obwohl die Schuldenkrise alles andere als ausgestanden ist. Beobachter führen die Entwicklung auch auf eine starke Nachfrage aus Japan zurück, weil europäische Staatspapiere deutlich höhere Zinsen als ihre japanischen Pendants abwerfen.

Neue Zahlen des Finanzministeriums in Tokio bestätigen diesen Trend: Nach Daten vom Freitag haben japanische Anleger in den vergangenen Wochen massiv in ausländische Staatsanleihen investiert. "Die Geldflut aus Japan hat begonnen", sagt Commerzbank-Experte Marco Wagner. Die Kapitalflut aus Asien dürfte sich sogar verstärken, meint der Experte.

Dass die lockere Geldpolitik Japans nicht allenthalben auf Begeisterung stößt, wurde in dieser Woche überdeutlich: Gleich mehrere Notenbanken kleinerer Industrieländer reagierten auf den Aufwertungsdruck ihrer Währungen. Die australische Notenbank senkte ihren Leitzins auf ein Rekordtief, die Notenbank des exportstarken Südkorea reduzierte ihren Leitzins mit Verweis auf den starken koreanischen Won. Die Zentralbank Neuseelands räumte gar ein, direkt auf dem Devisenmarkt interveniert zu haben. Und Schwedens Finanzminister Anders Borg ließ sich zu der Bemerkung hinreißen, sein Land könne die Belastung des Exports durch die starke Krone nicht mehr lange hinnehmen.

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