"Der Superzyklus der Rohstoffe geht zu Ende"

"Der Superzyklus der Rohstoffe geht zu Ende"

Vor allem im Energie-Bereich zeichne sich ein Trend zu sinkenden Preisen klar ab.

Die Öl-Nachfrage werde zwar weiter anziehen, prognostizierte der Chefstratege des Instituts, Christian Gattiker, am Mittwoch in Frankfurt. Unternehmen dürften aber immer effizienter mit ihren Ressourcen umgehen, so dass ein lang befürchteter Angebots-Engpass nicht abzusehen sei. "Der Superzyklus der Rohstoffe geht zu Ende", sagte Gattiker.

Der Stratege verwies darauf, dass allein in den USA die Ölförderung zuletzt um 30 Prozent gestiegen sei. Er hält es für realistisch, dass die weltgrößte Volkswirtschaft bis 2020 unabhängig von Energie-Importen ist und bis 2030 sogar Netto-Öl-Exporteur wird.

Getrieben vom Bedarf der schnell wachsenden Schwellenländer hat sich der Ölpreis seit 2009 in etwa verdoppelt, seit Beginn des neuen Jahrtausends hat er sich nahezu vervierfacht. "Rohstoffe werden in Finanzportfolios nicht mehr die Rolle spielen wie in den letzten Jahren", sagte Gattiker voraus. Lediglich beim Gold kann sich Gattiker weiter steigende Preise vorstellen. Ressourcenbedingt könnte nur wenig neu gefördert werden, außerdem habe sich das Edelmetall als Schattenwährung etabliert.

Mexiko – das Deutschland der Schwellenländer

Im Umfeld von Finanz- und Schuldenkrise sowie rekordniedriger Zinsen bleibe das Thema Geldanlage im kommenden Jahr eine Herausforderung. "Die Anleger werden gezwungen sein, Risiken in Kauf zu nehmen, um ihr Vermögen zu erhalten", sagte der Stratege und verwies auf die nach wie vor schwache globale Konjunktur und negative Realzinsen hierzulande.

Chancen sieht er in Währungen mit "Aufwertungspotenzial" wie der türkischen Lira, dem ungarischen Forint oder dem mexikanischen Peso. Mexiko bezeichnet Gattiker als "das Deutschland der Schwellenländer" und hält auch den Aktienmarkt dort für sehr interessant. "Wir sehen, dass die mexikanischen Unternehmen insgesamt extrem diszipliniert waren, vielleicht auch unter dem Druck der chinesischen Konkurrenz." Sollte der Export für China absehbar weniger wichtig werden, könnte Mexiko die entsprechende Lücke füllen.

Generell rät Julius Bär dazu, sich Einzelaktien genau anzuschauen. "Die Zeiten sind vorbei, dass man sich mit ETFs zurücklehnen konnte", sagte Gattiker. Er kann sich beispielsweise vorstellen, dass die Aktien der UBS in den nächsten ein bis zwei Jahren besser als der Markt abschneiden werden, sieht aber noch keinen Aufwärtstrend für den Bankensektor insgesamt.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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