Dem Euro-Kurs blühen schwere Zeiten

Dem Euro-Kurs blühen schwere Zeiten

Die schlechten Konjunkturdaten aus der Eurozone setzen dem Euro schwer zu. Die Gemeinschaftswährung gab am Donnerstag erneut nach und notiert damit in Reichweite ihres Sechs-Wochen-Tiefs.

Am Donnerstag rutschte die Gemeinschaftswährung erneut ab und bewegte sich mit zeitweise 1,2845 Dollar in der Nähe ihres Sechs-Wochen-Tiefs. Aus charttechnischer Sicht dürfte der Euro weiter unter Druck stehen, erläuterte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Im Prinzip sei der Weg zum Apriltief von 1,2745 Dollar frei.

Analysten glauben nicht, dass sich die Devise so schnell berappeln wird: Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt am Mittwoch hätten auf ganzer Linie enttäuscht, bemängelte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Nachdem der Euro daraufhin die Marke von 1,29 Dollar unterschritten habe, sei der Weg im Prinzip Richtung 1,2745 Dollar frei. Damit würde die Devise rund zehn US-Cent im Vergleich zu ihrem Jahreshoch vom Februar verlieren.

Längste Durststrecke in der Geschichte des Euro-Raums

Die Wirtschaftsleistung war im Euro-Raum im ersten Quartal um 0,2 Prozent zum sechsten Mal in Folge geschrumpft. Das ist die längste Durststrecke, die die Währungsunion in ihrer Geschichte durchleben musste. Auch Deutschland lahmte als Zugpferd des Euro-Raumes - Europas größte Volkswirtschaft entkam zu Jahresanfang nur knapp einer Rezession und wies ein Wachstum von lediglich 0,1 Prozent auf.

"Der Europäischen Zentralbank gelingt es zwar, mit ihrem Versprechen für den Erhalt des Euro die Währung zu stabilisieren, aber sie kann damit natürlich nicht automatisch die Wirtschaft ankurbeln", sagte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Das sei auch nicht die Aufgabe der Währungshüter, sondern die der Staaten.

Zumindest jenseits des Atlantiks sieht die Lage ein bisschen besser aus

Allerdings hätten die jüngsten Konjunkturdaten die Differenz zwischen der Euro-Zone und den USA deutlich gemacht, denn jenseits des Atlantiks wachse die Wirtschaft wieder. "Dieser Vergleich setzt den Euro momentan unter Druck", sagte Karpowitz. Man müsse aber bedenken, dass immer wieder über eine Drosselung der lockeren Geldpolitik durch die Federal Reserve in diesem Jahr spekuliert werde.

Sollte dies nicht eintreten, könne der Euro auch wieder aufwerten. Die EZB werde zudem wohl zunächst ihren Kurs beibehalten und womöglich erst im September entscheiden, ob sie weitere Maßnahmen ergreift, um der Wirtschaft im Euro-Raum auf die Beine zu helfen. Bis dahin könne es durchaus Schwankungen beim Euro-Dollar-Kurs geben.

Schwacher Euro soll bleiben

Die Analysten der Metzler-Bank rechnen im Jahresverlauf indes mit einer deutlich schwächeren Gemeinschaftswährung. Sie verwiesen neben den trüben Wirtschaftsdaten auch auf Äußerungen von Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg, der im "Handelsblatt" eine umfassende Lockerung der europäischen Geld- und Finanzpolitik gefordert hatte. Dabei plädierte er auch für eine gezielte Wechselkurspolitik der EZB. "In der Außenwirkung sicherlich kein Empfehlungsschreiben für den Euro", urteilten die Metzler-Analysten.

Nach Meinung von Karpowitz sind die Forderungen Montebourgs nicht neu und werden nach den japanischen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt wahrscheinlich auf politischer Seite noch zunehmen. "Aber wer glaubt, mit einer schwachen Währung seiner Wirtschaft einen Gefallen zu tun, der hat die Sache nicht verstanden", sagte der Commerzbank-Experte.

Die Hoffnung, auf diesem Weg die Exporte und damit die Wirtschaft anzukurbeln, erfülle sich nur sehr kurzfristig. Vielmehr müsse bei einer anhaltenden Abwertung mit einer steigenden Inflation im Inland gerechnet werden. Die ultralockere Geldpolitik der Bank of Japan hatte die Wirtschaftsleistung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt von Januar bis März um 0,9 Prozent erhöht. Da zugleich der Yen kräftig abwertete, schnellten vor allem die Exporte in die Höhe.

Daten am Donnerstag

Am Donnerstagnachmittag erwartet die Anleger indes eine Reihe von Konjunkturdaten aus den USA, darunter Zahlen zu den Wohnbaubeginnen im April und den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (beide 14:30 Uhr MESZ) sowie zum Konjunkturindex der Federal Reserve von Philadelphia (16:00 Uhr). "Ein unerwarteter Rückgang - wie bei seinem Pendant der Fed in New York - dürfte die konjunkturelle Zuversicht auf die Probe stellen und damit gäbe es keinen akuten Anlass, an der Fortsetzung der Anleihekäufe der Fed zu zweifeln", urteilte Umlauf.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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