De Beers macht Botswana zum Mekka für Diamanten-Handel

De Beers macht Botswana zum Mekka für Diamanten-Handel

Die Dominanz der belgischen Stadt Antwerpen im Handel mit Rohdiamanten gerät durch Strategieänderungen bei einigen der wichtigsten Diamantenanbieter und die zunehmende Konkurrenz anderer Handelszentren in Gefahr.

Der wichtigste Faktor dabei ist der Branchenriese De Beers, der Sortierung und Handel von Rohdiamanten von London nach Botswana verlegt. Mit der Verlagerung, die nächstes Jahr abgeschlossen werden soll, will sich der größte Diamantenkonzern nach Umsatz den Zugang zur weltweiten Nummer eins bei der Diamantenproduktion sichern. Das afrikanische Land bemüht sich, in der Hauptstadt Gaborone ein eigenes Handelszentrum aufzubauen. De Beers hielt seine Diamantenverkäufe seit Jahrzehnten in Großbritannien ab.

“Die Nähe zu London wird in Zukunft kein Vorteil mehr für die Diamantenindustrie in Antwerpen sein, und einige Akteure werden wahrscheinlich an andere Orte wechseln”, sagt Jackie Morsel, Vizepräsident bei Dali Diamond Co., einem der 76 internationalen Kunden von De Beers.

Morsel selbst ist seit über 40 Jahren immer wieder die 320 Kilometer von Antwerpen nach London gereist, um Nachschub an Rohdiamanten bei De Beers zu besorgen. Nächstes Jahr muss er mehr als 8000 Kilometer weit nach Botswana reisen, um Diamanten zu kaufen. Statt einem Tag dauert die Reise dann drei Tage, und falls nicht noch direkte Flüge eingeführt werden, muss der Einkäufer in Frankfurt und Johannesburg umsteigen.

Auch bei anderen Diamantenproduzenten könnten ähnliche Strategieänderungen wie bei De Beers anstehen. Rio Tinto Group und BHP Billiton Ltd. stellen ihre Diamantensparten auf den Prüfstand und für die russische OAO Alrosa wird ein Börsengang im Umfang von bis zu 14 Prozent des Eigenkapitals erwogen.

Noch werden vier von fünf Rohdiamanten in Antwerpen umgeschlagen. Konkurrenz droht jedoch nicht nur aus Afrika, sondern auch aus dem Mittleren Osten und Asien. Insbesondere Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und das indische Mumbai machen bei der Entwicklung des Diamantenhandels Fortschritte.

Emirate als Nachfragemaschine

Aus den Emiraten wurden im vergangenen Jahr 47,2 Millionen Karat an Rohdiamanten ausgeführt, 17 Prozent mehr als 2011, zeigen Daten von Kimberley Process. Aus Indien stiegen die Exporte im gleichen Zeitraum um 21 Prozent auf 37,1 Millionen Karat. Aus Daten des Antwerp World Diamond Centre (AWDC) geht hervor, dass die Ausfuhr von Rohdiamanten aus Antwerpen über die Periode um 25 Prozent zurückgegangen ist auf 107,1 Millionen Karat.

Doch die belgische Stadt will sich nicht kampflos geschlagen geben. “Wir bemühen uns, unsere Position zu verteidigen”, betont Ari Epstein, Vorstandschef des AWDC. Eine der Maßnahmen, um die Position Antwerpens zu sichern, ist die Entwicklung einer Marke “Diamanten aus Antwerpen”. Außerdem hat das AWDC im Oktober mit der Antwerp Diamond Tender Facility eine neue Dienstleistung für Diamantenförderer, die ihre Produktion verkaufen wollen, eingeführt.

Dabei profitiert Antwerpen davon, dass hier bereits viele Produzenten, Händler und diamantennahe Dienstleister, wie Finanzierer, Versicherer und Sicherheitsgesellschaften aktiv sind. Die größten Diamantenförderer, darunter De Beers, die russische Alrosa, Rio Tinto und BHP Billiton, sind in der Stadt vertreten. Bis andere Städte wie Mumbai, Dubai, Tel Aviv oder Hongkong eine vergleichbare Infrastruktur errichtet hätten, werde es eine Zeitlang dauern, sagt Daniel Goldberg, geschäftsführender Direktor der Diamantenhandelsgesellschaft IDH Diamonds in Antwerpen.

Die Wachstumsmärkte liegen nach Einschätzung von Kurt Looyens, Regionalleiter Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei der International Diamond & Jewellery Group von ABN Amro, eher in Asien. “Die größte Bedrohung für Antwerpen ist Antwerpen selbst”, erklärt er. “Sie müssen diese Veränderung jetzt annehmen und neue Maßstäbe setzen.”

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