Comeback der Carry Trades – Lateinamerika ist das Ziel

Comeback der Carry Trades – Lateinamerika ist das Ziel

Der V24-Carry Trade Index der Schweizer Großbank UBS steht kurz vor dem vierten Monatsgewinn in Folge – das ist die längste Plus-Serie seit Juni 2009. Anzeichen für eine stärkere Stabilisierung der Weltwirtschaft hatten zuletzt die Nachfrage nach höher verzinsten Investments gesteigert.

Die Idee von Carry-Trades ist, dass Investoren Währungen mit hohem Zinsniveau kaufen und dies durch Geld finanzieren, das sie sich in Staaten mit niedrigem Zinssätzen leihen. Es wird versucht, Profite aus den Zins-Unterschieden zu erzielen. Es besteht aber die Gefahr, dass ungünstige Wertentwicklungen bei den Devisen die Gewinne auffressen.

Wer brasilianische Real gekauft hat und dies mit geliehenen japanischen Yen finanziert hat, der kommt im bisherigen Verlauf des Jahres auf einen Gewinn von 14 Prozent. Und wer auf den Peso aus Mexiko setzte, brachte es auf 13 Prozent. Beim chilenischen Peso waren es immerhin noch 12 Prozent.

Die Devisenfonds-Firma Adrian Lee & Partners kauft den Real, Standard Life Investments hält mexikanische Peso und FX Concepts LLC von John Taylor ist gleich mit Blick auf die gesamte Region positiv eingestellt. Engere Verbindungen mit den USA dürften Lateinamerikas Volkswirtschaften antreiben, glauben viele der Devisen-Investoren.

In Umfragen von Bloomberg News unter Experten wird das Wirtschaftswachstum in der Region dieses Jahr bei 3,52 Prozent gesehen – nach 2,4 Prozent 2012. Die Prognosen zur weltweiten Wirtschaft liegen im Schnitt bei 2,39 Prozent.

LAteinamerikas Währungen sind ein Kauf

“Lateinamerikanische Währungen werden wahrscheinlich am meisten von starken Fundamentaldaten wie robustem Wachstum, höheren realen Zinssätzen und stärkeren Fiskal-Positionen profitieren sowie von einer stärkeren Nachfrage aus den USA und China”, sagte Adrian Lee, Präsident von Adrian Lee & Partners. Sein Unternehmen verwaltet mehr als 5 Mrd. Dollar in London und in Dublin.

Ähnliche Worte kommen von Taylor: “Wir mögen Brasilien - und im Grundsatz eigentlich ganz Lateinamerika. Im Vergleich zu anderen Regionen werden die Volkswirtschaften in Amerika sich besser entwickeln.”

Die Devisengeschäfte werden allerdings allmählich riskant. Die Zuflüsse von Barmitteln veranlassen Staaten wie Kolumbien und Peru, ihre Währungen zu verkaufen, um deren Wertzuwachs einzugrenzen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erklärte erst am 14. März, sein Land brauche neue Wege, um der Rally beim Peso Einhalt zu gebieten. Notenbank-Chef Jose Dario Uribe sagte, er bevorzuge eine schwächere Währung.

Gewichtiger Zinsvorteil

In Brasilien liegt der Leitzins bei 7,25 Prozent. In Chile beträgt er 5 Prozent, in Mexiko sind es 4 Prozent. Das steht im starken Gegensatz zu Japan, wo sich der Leitzins in einer Spanne von 0 bis 0,1 Prozent bewegt. Auch die Währungshüter der USA haben seit dem Dezember 2008 ihren Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent belassen. In Großbritannien liegt der Zins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent.

Der Real hat sich in diesem Jahr schon um rund 3,3 Prozent verteuert zum US-Dollar. Zusammen mit dem mexikanischen Peso bietet er damit die beste Entwicklung unter 31 wichtigen Währungen. In Mexiko stieg der Peso allein am 8. März dieses Jahres um ein Prozent, als die Zentralbank sagte, sie werde keinen Zinssenkungs-Zyklus beginnen.

“Es gibt starke Argumente für einen weiteren Anstieg beim mexikanischen Peso”, sagte Bernd Berg, Devisen-Stratege bei der Credit Suisse Group, am 13. März auf der Bloomberg FX Debate in London. Er verwies unter anderem auch auf die Strukturreformen im Land.

Für Standard Life Investments zählt neben Mexiko noch Peru zu den größten Profiteuren eines stärkeren Weltwirtschaftswachstums. “Wir halten und bevorzugen den mexikanischen Peso”, sagte Frances Hudson, ein Stratege bei dem Unternehmen. “Wir mögen ihn vor allem aus Carry-Gründen.”

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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