"Chinas Rohstoffboom, der unseren Reichtum gemehrt hat, ist vorbei"

"Chinas Rohstoffboom, der unseren Reichtum gemehrt hat, ist vorbei"

Als Steuermann in "rauer See" empfiehlt sich der australische Premierminister Kevin Rudd vor den Wahlen am 7. September. Um die Wirtschaft gehe es, um "schwierige neue Herausforderungen, die auf uns zu kommen", wie der Labor-Mann sagt. Sein Kontrahent Tony Abbott von der konservativen Liberalen Partei haut in dieselbe Kerbe.

Er verspricht nach sechs Jahren Opposition eine "stärkere Wirtschaft wie ein Kraftwerk, die in fünf Jahren eine Million Jobs schafft". Ziehen etwa dunkle Wolken am Horizont auf?

Eigentlich läuft die australische Wirtschaft wie am Schnürchen. Seit 22 Jahren. Selbst als die halbe Welt 2008/09 in die Wirtschaftskrise schlitterte, lief es "Down Under" bestens. Drei Prozent Wachstum hat die Labor-Regierung gerade hingelegt, drei Prozent erwartet sie auch für das laufende Finanzjahr (30. Juni 2014).

Das aufstrebende China hat dem rohstoffreichen fünften Kontinent seit 2002 einen beispiellosen Boom beschert. Bergwerkskonzerne haben sich mit Milliardeninvestitionen überschlagen, um den schier unersättlichen Appetit vor allem auf Erz und Kohle zu befriedigen. Fast eine Million Arbeitsplätze sind seit 2007 entstanden - unter der Labor-Partei, wie Rudd betont. Ein Drittel der Exporterlöse stammten 2012 aus dem Geschäft mit China - ein Wert von 73,3 Milliarden australischen Dollar (50 Mrd. Euro), acht Mal so viel wie 2001. Gut die Hälfte davon kam aus dem Eisenerz-Geschäft.

Preise fallen um 25 Prozent

Das gebremste Wachstum in China hat Australien nun aber getroffen. "Während das Exportvolumen weiter steigt, sind die Preise, die wir erzielen, seit dem Allzeithoch vor einem Jahr um fast 25 Prozent gefallen", sagt Rudd. "Der chinesische Rohstoffboom, der unseren Reichtum gemehrt hat, ist vorbei."

Doch wird angesichts der bevorstehenden Wahl womöglich auf hohem Niveau gejammert? Das Prognoseinstitut der Regierung für die Rohstoff- und Energiewirtschaft, BREE, mag angesichts der Zahlen keinen Pessimismus verbreiten. "Wir schätzen den Investitionsbestand im Rohstoff- und Energiesektor auf 268 Milliarden Dollar", heißt es im jüngsten Quartalsbericht. "Durch das hohe Investitionsniveau, getrieben durch bereits zugesagte Mittel für Rohstoffprojekte, rechnen wir mittelfristig mit einem robusten Wachstum des Exportvolumens."

Ein Drittel der weltweiten Uran-Reserven

Australien verfügt nach offiziellen Schätzungen über ein Drittel der weltweiten Uran-Reserven und massive Kohlevorkommen sowie Gas. "Diese weltbedeutende Rohstoffbasis reicht für inländische und wachsende ausländische Nachfrage für die nächsten 20 Jahre und darüber hinaus. Das Potenzial für weiteres Wachstum ist groß, weil immer wieder neue Vorkommen entdeckt werden", schreibt BREE.

Eine Reihe von Flüssiggasprojekten stehen kurz vor der Fertigstellung. "Das dürfte sich in den nächsten Jahren vor allem im Exportgeschäft deutlich niederschlagen", schreibt Gtai, die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundesregierung. Sie sieht darin Chancen für deutsche Firmen: "Die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen ist unverändert hoch." Der neue Preisdruck zwinge Bergbauunternehmen zu Investitionen in neue, leistungsstarke Maschinen.

Regierungschef Rudd verbindet Warnungen vor härteren Zeiten mit dem Versprechen von Investitionen: "Wir müssen die verarbeitende Industrie wiederbeleben." Der Hintergrund: Vom Boom haben vor allem West- und Nordwestaustralien profitiert, nicht die Ostküste mit den alten Standorten der verarbeitenden Industrie. Im Mai kündigte Ford die Schließung seiner Werke bei Melbourne für 2016 an.

Oppositionsführer Abbott warnt vor härteren Zeiten, um sein Steckenpferd zu reiten: Er verspricht die Abschaffung der umstrittenen CO2-Steuer. Das kurbele den Konsum an, Familien könnten bis zu 3.000 Dollar sparen, sagt er. Beide Versprechen kommen im Wahlkampf gut an, Abbott laut Umfragen jedoch derzeit besser als Rudd: Die Opposition liegt knapp vier Wochen vor der Wahl deutlich vorn.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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