BHP Billiton wechselt nach Gewinneinbruch Chef früher aus

Marius Kloppers werde nach fast sechs Jahren an der Spitze des Vorstands im Mai seinen Posten abgeben, kündigte der australische Konzern am Mittwoch an. Der Nachfolger steht schon fest.

BHP Billiton wechselt nach Gewinneinbruch Chef früher aus

Das Unternehmen soll künftig der 56-jährige Energieexperte Andrew Mackenzie führen, der schon seit einigen Jahren im BHP-Management arbeitet. Der frühere BP - und Rio-Tinto-Manager tritt den Job allerdings in schwierigen Zeiten an: Wegen gesunkener Rohstoffpreise steht die gesamte Branche unter hohem Spardruck. So erlitt BHP im abgelaufenen Halbjahr einen Gewinneinbruch um 43 Prozent. Der heimische Rivale Rio Tinto verbuchte vorige Woche sogar den ersten Jahresverlust seiner Firmengeschichte und legte ein Milliarden-Sparprogramm auf.

"Der Verwaltungsrat hat entschieden, dass Andrew die richtige Person ist, um BHP Billiton inmitten eines sich verändernden weltweiten Umfelds zu führen", erklärte das Unternehmen. Mackenzie gilt als Idealbesetzung. "Der neue CEO hat eine lange Karriere im Öl- und Gas-Geschäft hinter sich. Diese Bereiche werden bei BHP in Zukunft immer wichtiger", sagte Analyst Mark Taylor von Morningstar. Der Markt dürfte die Personalie positiv aufnehmen, sagte er. Am Mittwoch schlossen die Titel aber erst einmal schwächer.

Hohe Abschreibungen auf Alu und Nickel

Der Rücktritt von Kloppers als solcher kommt nicht überraschend, wenngleich der Zeitpunkt etwas früher gewählt wurde als von Branchenkennern erwartet. BHP hatte bereits im November verkündet, sich nach einem neuen Chef umzusehen. Experten sagten, der Führungswechsel sei nicht vergleichbar mit den Veränderungen bei Rio Tinto. Dort wurde Tom Albanese geschasst, weil ihm Management-Fehler vorgeworfen wurden. Der neue Chef Sam Walsh will bei Rio Tinto bis Ende nächsten Jahres fünf Milliarden Dollar einsparen. Auch Rivalen wie Anglo American und Xstrata hoffen, mit neuen Chefs das Ruder herumzureißen.

Bei BHP brach im ersten Geschäftshalbjahr der Gewinn vor Sonderposten um 43 Prozent ein auf 5,7 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn sank auf 4,2 Milliarden Dollar. Vor allem die weiter sinkenden Rohstoffpreise sowie hohe Kosten waren der Grund dafür. BHP musste Abschreibungen auf Nickel- und Aluminium-Geschäfte in Höhe von drei Milliarden Dollar vornehmen, was das Ergebnis massiv belastete. Der Konzern rechnet zudem damit, dass die Rohstoffpreise auf absehbare Zeit unter Druck bleiben. Ein konkretes Sparziel nannte das Unternehmen aber anders als Rio Tinto nicht. BHP hatte voriges Jahr Großprojekte im Volumen von 40 Milliarden Dollar auf Eis gelegt, um die Kosten in den Griff zu bekommen.