"Bernanke könnte schon nächste Woche QE3 verkünden"

"Bernanke könnte schon nächste Woche QE3 verkünden"

Die Preise für Gold und Kupfer stiegen am Freitag auf mehrmonatige Höchststände. Neben den US-Daten gaben den Kursen auch das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Aussichten auf ein großangelegtes Infrastrukturprogramm in China Auftrieb.

In den USA stieg die Zahl der Beschäftigten im August um 96.000, von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 125.000 erwartet. Zudem entstanden im Juni und Juli insgesamt rund 41.000 Stellen weniger als zunächst gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank im August von 8,3 auf 8,1 Prozent und verharrt damit bereits seit mehr als zwei Jahren über der Marke von acht Prozent. US-Notenbank Ben Bernanke hatte vergangene Woche erklärt, der heimischen Wirtschaft zum dritten Mal mit massiven Anleihenkäufen (Quantitative Easing 3) unter die Arme zu greifen, falls sich die Lage am Arbeitsmarkt nicht bessere.

Anleihenkäufe und ähnliche Maßnahmen der Notenbank lassen gewöhnlich die Rohstoffpreise steigen, weil Investoren das zur Verfügung gestellte Geld gern in diese als etwas riskanter geltende Anlageklasse stecken. Zudem dürfte ein solcher Schritt den Dollar unter Druck setzen, was die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes billiger macht. Außerdem könnte durch QE3 - so die Hoffnung der Fed - die Konjunktur anspringen und die Nachfrage nach Rohstoffen steigen.

Profitieren konnte vor allem der Goldpreis, der um 1,6 Prozent auf 1727 Dollar pro Feinunze auf den höchsten Stand seit sechs Monaten stieg. "Es besteht die Möglichkeit, dass Bernanke bereits in der kommenden Woche QE3 verkündet", sagte Commerzbank-Rohstoffanalyst Daniel Briesemann. Wegen der zunehmenden Inflationsangst werde Gold dann zu einem attraktiveren Investment. Die Fed berät in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen in der Geldpolitik.

Versuch der Fed, schlechte Finanzpolitik zu retten

Der republikanische Vize-Präsidentschaftskandidat Paul Ryan hat sich gegen eine weitere Geldspritze der US-Notenbank für die lahmende US-Konjunktur ausgesprochen. "Nach meiner Einschätzung sind diese ganzen Lockerungen nichts anderes als der Versuch der Federal Reserve, schlechte Finanzpolitik zu retten", sagte Ryan am Freitag in einem "CNBC"-Interview. Die Kosten eines weiteren Programms zum Kauf von Anleihen würden den Nutzen bei weitem übertreffen, argumentierte Ryan, der als scharfer Kritiker der lockeren Geldpolitik bekannt ist.

Der Kupferpreis gewann am Freitag bis zu 2,5 Prozent auf 7895 Dollar pro Tonne und notierte damit auf dem höchsten Stand seit fast vier Monaten. Der Preis für das Industriemetall legte auch deshalb zu, weil im größten Verbraucherland China 60 Infrastrukturprojekte im Gesamtwert von mehr als 150 Milliarden Dollar genehmigt wurden. Die Volksrepublik will sich damit gegen die Abkühlung der heimischen Konjunktur stemmen.

Der Ölpreis geriet dagegen in einem wechselhaften Handel unter Druck, nachdem er unmittelbar nach Veröffentlichung der US-Jobdaten zunächst gestiegen war. Für das Fass Brent-Öl wurden mit 112,81 Dollar 0,6 Prozent weniger gezahlt. Der Preis für US-Leichtöl notierte mit 94,53 Dollar je Barrel 1,1 Prozent niedriger.

Durch eine breite Anwendung von Silber bei flexiblen Touchscreens, LED-Chips und der Halbleiter-Stapelung soll laut neuesten Forschungsergebnissen der Silberpreis bis 2018 um rund 270 Prozent steigen.
 

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