Agrarrohstoffe bleiben ein Spielball

Agrarrohstoffe bleiben ein Spielball

Die gute Nachricht ist: An den Märkten für Agrarrohstoffe haben die Preise einen Gang zurückgeschaltet. Die Schlechte: Die spekulativen Geschäfte mit Grundnahrungsmitteln laufen nach Einschätzung von Experten weiter auf hohem Niveau.

Zwischen Entwicklungshilfeorganisationen und Finanzindustrie ist allerdings umstritten, wie stark Spekulanten für den Anstieg der Preise von Nahrungsmitteln verantwortlich sind.

Schon seit Jahren steigt die weltweite Nachfrage nach Getreide wegen der wachsenden Weltbevölkerung stärker als das Angebot. Die Produktion von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais oder Soja muss Jahr für Jahr erhöht werden, um mit der immer größer werdenden Nachfrage Schritt zu halten. Immerhin hat sich die Lage an den Börsen für Agrarrohstoffe nach den Rekordpreisen im Sommer zuletzt etwas entspannt.

"Die Spekulation auf Weizen ist von den Spitzenwerten zurückgefallen", beschreiben Experten der niederländischen Rabobank die Lage. Als derzeit größten Preistreiber bei wichtigen Agrarrohstoffen sehen sie die jüngsten Ernteprognosen in wichtigen Anbaugebieten. Zuletzt habe die US-Regierung ihre Produktionserwartungen gesenkt. Dennoch gilt: "Die Spekulation bei den Agrarrohstoffen hat nach wie vor ein hohes Niveau", kommentierte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank das aktuelle Preisniveau.

Und auch wenn die Preise für wichtige Agrarrohstoffe etwas rückläufig sind, kann von einer Entspannung keine Rede sein. Beispiel Weizen: Zu Beginn des Jahres war ein Scheffel Weizen (etwa 27,2 Kilogramm) noch für etwa 7,00 US-Dollar zu haben. In den Wochen von Ende Juni bis Mitte Juli sprang der Weizenpreis plötzlich auf ein Rekordhoch bei 9,50 Dollar. Auch wenn dies maßgeblich an einer Jahrhundertdürre in den USA lag: Spekulanten halten die Preise seit Monaten hoch. Zuletzt kostete der Scheffel Weizen rund 8,50 Dollar (6,55 Euro).

Spekulation mit Agrarrohstoffen ist ein Thema, dass in Deutschland heiß diskutiert wird und in den Führungsetagen großer deutscher Banken zu einem Umdenken führte. Angesichts der medialen Aufmerksamkeit haben sich führende Geldhäuser und Fondsanbieter aus dem Geschäft zurückgezogen. Eine Fonds-Tochter der Landesbank Berlin (LBB) stellte etwa das Geschäft mit Agrarrohstoffen ein. Zuvor hatten bereits die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Fondsgesellschaft der Sparkassengruppe, Dekabank, ihren Rückzug bekanntgegeben.

Der öffentliche Druck gegen die Geschäfte mit Lebensmittel war zuletzt einfach zu groß geworden: Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Welternährungswirtschaft der Universität Göttingen versprechen sich 70 Prozent der Deutschen von einem Verbot von Spekulation mit Lebensmitteln und einem Ausbau des Fairen Handels eine Verbesserung der Welternährung.

Geldschwemme als Preistreiber

Aber schon schauen Marktbeobachter mit Sorge auf die Geldschwemme weltweit führender Notenbanken im Kampf gegen die lahmende Konjunktur. Immer neue Milliarden an frischem Geld fließen in den Bankenbereich der großen Industriestaaten. Nicht wenige Experten befürchten, dass ein Teil des Geldes auch den Weg an die Agrarbörsen findet. Hier gibt zumindest die Rabobank jedoch Entwarnung: Die extrem expansive Geldpolitik mit Leitzinsen von Null Prozent und immer neuen Anleihekaufprogrammen dürfte nach Einschätzung des Finanzhauses nur einen begrenzten Einfluss auf die Preise von Agrarrohstoffen haben.

Spekulative Anleger sind aber nicht nur am Werk, wenn die Preise steigen. Auch bei der jüngsten Entspannung bei den Notierungen für Agrarrohstoffe sehen Experten teilweise wieder Spekulanten am Werk. Das zeigt sich beispielsweise an der aktuellen Entwicklung der Preise für Sojabohnen, nach Weizen die am meisten gehandelte Nutzpflanze. Nach Einschätzung des Experten Fritsch kann der jüngste Preisrückgang kaum mit einer rückläufigen Nachfrage erklärt werden.

"Dahinter stehen vielmehr Spekulationen auf eine massive Ausweitung des Sojaangebots in Südamerika", sagte Fritsch. Länder wie Brasilien oder Argentinien zählen zu den weltweit führenden Exporteuren von Sojabohnen. Anfang des kommenden Jahres steht hier die Ernte an. Nach Einschätzung von Fachleuten könnte der Ertrag möglicherweise überdurchschnittlich hoch ausfallen. Grund genug für spekulative Anleger, die ein oder andere Wette zu wagen.

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