RLB NÖ-Wien ist tief in die roten Zahlen gerutscht

RLB NÖ-Wien ist tief in die roten Zahlen gerutscht

RLB NÖ-Wien Chef Klaus Buchleitner muss Millionenverluste wegstecken.

Die Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) hat im Geschäftsjahr 2014 einen Verlust von 272,9 Millionen Euro eingefahren. Bei der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien steht ein Minus von 264,4 Millionen Euro auf dem Papier.

Die Raiffeisenlandesbank RLB NÖ-Wien ist 2014 tief in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich steht ein Verlust von 273 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 145 Mio. Euro im Jahr 2013. Raiffeisen begründete die Verluste mit den negativen Ergebnissen der Raiffeisen Zentralbank (RZB) und der börsennotierten Raiffeisen Bank International (RBI) - ISIN AT0000606306.

Die RZB hat erst vor wenigen Tagen einen Verlust von 323 Millionen Euro (nach einem Plus von 422 Millionen Euro im Jahr 2013) bekannt gegeben; der RBI fehlen 493 Millionen - nach einem Konzerngewinn von 557 Millionen im Jahr 2013.

Im Jahresverlauf hat die RBI an der Börse über 40 Prozent an Wert verloren. Seit Jahresbeginn hat sich das Papier wieder etwas erholt.

Die RLB NÖ-Wien hält 34,7 Prozent an der RZB. Daneben haben auch Sonderabschreibungen beim Mühlenkonzern Leipnik-Lundenburger Invest (LLI) belastet. Die Landesbank verweist darauf, dass das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) "trotz hoher Risikovorsorgen" mit 73 Mio. Euro deutlich positiv blieb. 2013 standen hier knapp 90 Mio. Euro.

Die harte Kernkapitalquote (CET1 Ratio) der gesamten Holding RLB Niederösterreich-Wien lag Ende 2014 bei 12,2 Prozent. Darin sind neben der Bank auch diverse Firmenbeteiligungen, unter anderem an Strabag, Agrana und LLI, enthalten.

Die andere Seite der Bilanz

In der RLB NÖ-Wien habe man den 2013 eingeschlagenen strategischen Vorwärtskurs zügig fortgesetzt und bleibe dabei, den Fokus gleichermaßen auf Wachstum und Konsolidierung zu legen, heißt es. "Damit waren wir auch im vergangenen Jahr erfolgreich", sagt RLB NÖ-Wien Generaldirektor Klaus Buchleitner. Weitere positive Punkte in der Bilanz seien, dass die Position im Markt weiter ausgebaut wurde und das um 12,8 Prozent höhere Kreditvolumen gegenüber 2013.

Auch sieht Buchleitner erste positive Effekte des eingeschlagenen Konsolidierungspfades. So sei die Filialstruktur reorganisiert, Overhead- und Führungsstrukturen vereinfacht und auch der Kreditprozess vereinfacht worden. Alles Punkte, die dem Ergebnis der RLB NÖ-Wien in den kommenden Jahren zugutekommen sollten; ebenso die um gut 13 Prozent niedrigeren Personalkosten und die um über sieben Prozent reduzierten Verwaltungsaufwendungen. Allerdings kommen auf die RLB NÖ-Wien in den nächsten Jahren aufgrund der Bankenaufsicht der EZB wieder höhere Kosten zu. "Für eine im europäischen Kontext verhältnismäßig kleine Bankorganisation wie Raiffeisen NÖ-Wien stellt das angesichts der Komplexität des erforderlichen Know-hows und der damit verbundenen Kosten in den nächsten Jahren eine schwer zu bewältigende Herausforderung dar“, sagt Buchleitner.

Raiffeisen wird umstrukturiert

"Im Raiffeisen Konzern wird kein Stein auf dem anderen bleiben", hatte Erwin Hameseder, Vorstand der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, im FORMAT-Interview im August des vergangenen Jahres angekündigt. Hameseder sprach von einer "Reorganisation ohne Tabus" und kündigte an, die Raiffeisen-Gruppe völlig neu zu organisieren zu wollen, sodass der Konzern spätestens 2017 "bestens aufgestellt" ist.

Buchleitner ist daher auch zuversichtlich. Die Raiffeisen NÖ-Wien habe rechtzeitig begonnen, sich auf den Umbruch in der Bankenbranche einzustellen. „Wir sind entschlossen, weiter zu wachsen und die Organisation zu vereinfachen, um dem Kostenauftrieb aus Regularien und IT entgegenzuwirken. Die Richtigkeit dieses Weges zeigt die sehr gute Entwicklung im eigenen Bankgeschäft und bei den niederösterreichischen Raiffeisenbanken.“ Auch in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien werde 2015 und 2016 die Fokussierungsstrategie fortgesetzt. „Vor allem überlegen wir interne strukturelle Vereinfachungen beim Aufbau des Konzerns. Wesentliche Investitionen oder Akquisitionen sind nicht geplant“, erklärt Buchleitner.

Link: Zur Bilanz-Information 2014 der Raiffeisen-Holding und RLB NÖ-Wien

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