Raiffeisen Zentralbank schließt Verlust für 2015 nicht aus

Raiffeisen Zentralbank schließt Verlust für 2015 nicht aus

RZB-Vorstandschef Walter Rothensteiner.

Der teure Umbau der Osteuropa-Tochter Raiffeisen Bank International könnte im laufenden Jahr auch das Raiffeisen-Spitzeninstitut RZB in die Verlustzone drücken. Das Jahresergebnis "kann noch negativ ausfallen", erklärte die Bank.

Zuvor hatte auch die Osteuropatochter, an der die RZB gut 60 Prozent hält, einen Verlust für 2015 nicht ausgeschlossen. Sie trennt sich von großen Teilen ihres Auslandsgeschäfts, um damit ihre vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufzupolstern. Einen Großteil der dadurch anfallenden Sanierungskosten von 550 Millionen Euro will die RBI noch im laufenden Jahr verbuchen.

Im ersten Halbjahr schrumpfte der Gewinn der RZB um gut zehn Prozent auf 222 Millionen Euro (2014: 249 Millionen Euro). Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, so betonte die RZB, habe man im ersten Halbjahr 2015 einen Gewinn geschrieben, was Vorstandschef Walter Rothensteiner "respektabel" und "erfreulich" nannte.

Rezession in Russland und der Ukraine belastet

Herausfordernd blieben die hohe Volatilität der Devisenmärkte sowie die Rezession in Russland und der Ukraine, schreibt die Bank. Dem gegenüber stünden die positive Entwicklung und der starke Ergebnisbeitrag der Verbundunternehmen (Spezialinstitute) sowie weiterer erfolgreicher Beteiligungen. Abhängig von der Entwicklung bei der bedeutendsten Tochter RBI und den dort aufgrund der "strategischen Anpassung" zu erwartenden Restrukturierungskosten könne das Jahresergebnis 2015 auch auf Ebene der RZB-Gruppe noch negativ ausfallen.

Kernkapitalquote im Fokus

Zu RZB gehören neben der Osteuropatochter auch Leasing-, Informatik- und Investmenttöchter sowie der Versicherungskonzern Uniqa. Die Bankengruppe ist eines jener österreichischen Institute, das künftig direkt von den Aufsehern der EZB geprüft werden kann. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht daher die Entwicklung der harten Kernkapitalquote: Sie stieg per Ende Juni leicht auf 8,7 von 8,5 Prozent Ende 2014 - lag damit aber immer noch unter den Werten vieler Konkurrenten.

Für die Raiffeisen-Geldgruppe werden seit langem Fusionsstrategien gewälzt. In der Branche wird ein Zusammengehen der RZB und der RBI erwartet. Dazu gibt es weiter keine Angaben. Es geht dabei wie berichtet um die immer strengeren Kapitalvorgaben. Die RZB ist das Spitzeninstitut der Raiffeisen-Geldgruppe.

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