Precision Castparts-Übernahme: Warren Buffett gibt so viel Geld wie noch nie aus

Precision Castparts-Übernahme: Warren Buffett gibt so viel Geld wie noch nie aus

Die Investmentfirma des US-Milliardärs Warren Buffett will für 37,2 Mrd. Dollar den Industriekonzern Precision Castparts (PCC) kaufen. Berkshire Hathaway biete 235 Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von gut 21 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vor dem Wochenende entspreche, teilte PCC am Montag mit. Man werde weiter weltweit das Geschäft betreiben und den Firmensitz in Portland haben.

Die Beteiligungsgesellschaft von US-Starinvestor Warren Buffett steht vor ihrem bisher größten Zukauf. Berkshire Hathaway steuere auf eine Vereinbarung zur Übernahme des Industrie-Konzerns Precision Castparts zu, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person zu Reuters. Dem "Wall Street Journal" zufolge liegt der Kaufpreis bei 37,2 Milliarden US-Dollar (34 Milliarden Euro). Bereits vor der Übernahmen war Berkshire mit einem Anteil von etwa drei Prozent größter Aktionär.

Der Übernahmehunger des Milliardärs ist zunächst wohl gestillt: "Damit sagen wir die Elefantenjagd in den kommenden zwölf Monaten ab", erklärte Buffett im Sender CNBC. "Wenn man die Chance erhält, eine wunderbare Firma zu kaufen, dann gibt es immer einen Grund, und vielleicht hat uns diesmal ein Rückgang der Öl- und Gaspreise geholfen", sagte er.

Am Freitag war Precision Castparts - das Unternehmen stellt unter anderem Teile für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing sowie für Energiefirmen her - an der Börse 26,7 Milliarden Dollar wert. Seit Juni 2014 hat die Aktie allerdings rund 29 Prozent an Wert verloren. Firmenchef Mark Donegan hatte zuletzt über das schwierige Geschäftsumfeld im Öl- und Gasbereich geklagt, denn viele Kunden halten sich angesichts der stark gefallenen Ölpreise mit Investitionen zurück. Im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2014/15 erwirtschafte das Unternehmen bei einem Umsatz von zehn Milliarden Dollar einen Gewinn von 1,53 Milliarden Dollar.

Berkshire Hathaway ist an mehr als 80 Firmen beteiligt, unter anderem an den amerikanischen Börsen-Schwergewichten American Express, Coca-Cola, IBM und Wells Fargo. Doch zuletzt brockten die Investitionen Berkshire einen Gewinnrückgang ein. Der Überschuss fiel im zweiten Quartal um 37 Prozent auf vier Milliarden Dollar. Vor allem im Versicherungsbereich gab es Einbußen. Der Gewinn aus diesem Segment fiel um 39 Prozent auf 939 Millionen Dollar.

Milliardengewinn mit Ketchup

Die Komplettübernahme der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe war der bisher größte Zukauf von Berkshire Hathaway. Im Jahr 2010 bezahlte Buffett für 77,4 Prozent, die er noch nicht besaß, 26,5 Mrd. Dollar. Sie bereitet ihm indes auch mehr Freude: Der Gewinn stieg um fünf Prozent auf 963 Millionen Dollar.

Auch sein Engagement beim Ketchup-Hersteller Heinz zahlt sich aus. Heinz und der heimische Rivale Kraft fusionieren auf Betreiben von Buffett zum drittgrößten Nahrungsmittel- und Getränke-Konzern Nordamerikas. Der Milliardär hatte Heinz 2013 zusammen mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G übernommen. Ein gutes Geschäft: Buffetts Anteil an Heinz Kraft ist nun rund 22,5 Milliarden Dollar wert, investiert hat er in Heinz einst 9,5 Milliarden Dollar. Im laufenden dritten Quartal werde Berkshire Hathaway daher einen Buchgewinn von sieben Milliarden Dollar erzielen.

Finanzen

Schon 75 Millionen Kunden: Netflix revolutioniert das Fernsehen

Börse

US-Konzerne: Quartalsgewinne brechen ein - Droht Rezession?

Finanzen

Zalando steigert Umsatz um ein Drittel - Gewinn ist aber noch unklar